Ausschnitt aus "HITCHCOCK TEIL 2 - MORE MOVIES TO BE MURDERED BY": "DER MANN, DER ZUVIEL WUSSTE / THE MAN WHO KNEW TOO MUCH" (TEILE  2.1 & 2.2)

 

`The Man Who Knew Too Much` war Ihr größter englischer Erfolg und auch in Amerika sehr erfolgreich

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Bei `The Man Who Knew Too Much` gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Fassungen. In der Englischen bleibt der Ehemann in Haft, und die Heldin ist bis zum Ende des Films allein in der Albert Hall

Das ist in der zweiten Fassung besser. James Stewarts Eintreffen mitten in der Aufführung der Kantate erlaubt es, den Suspense noch mehr in die Länge zu ziehen

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Nach einer Reihe halber Misserfolge gab es keine Finanziers mehr, weder zu Hause noch im Ausland. Das war in meinen Augen völlig in Ordnung. Ich habe die aufrichtige Brutalität des internationalen Films immer geschätzt. Man braucht nie über seinen jeweiligen Marktwert zu zweifeln. Meiner war gleich Null

 

(ZITAT 1: François Truffaut erinnert Alfred Hitchcock daran, dass „The Man…“-34 so etwas wie ein positiver „turning point“ in der damals etwas ins Stocken geratenen Karriere des Briten gewesen ist; // ZITAT 2: Hitchcock weist Truffaut auf einen entscheidenden Unterschied in den beiden Filmen hin und dem Franzosen gefällt „die Variante mit Jimmy Stewart“ besser; // ZITAT 3: für den Schweden Ingmar Bergman war, nach einige (relativen) Misserfolgen, einst das großartige Schreie und Flüstern / OT: Viskningar och rop (1972; Starring: Ingrid Thulin / Liv Ullmann / Harriet Andersson) der „positive Wendepunkt“ einer bereits von der „Swedish Press“ „für beendet“ erklärten Regie-Karriere)

 

 

 

Lassen Sie sich das eine Lehre sein. Kriegen Sie nie Kinder

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Was hältst du generell von englischen Männern?

Viel zu emotionslos. Es sei denn, sie haben zu viel getrunken

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Say nothing of what you found or you will never see your child again

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Sagen Sie mir eins: Im Juni 1914, haben Sie da mal von einem Ort namens Sarajevo gehört? Offensichtlich nicht. Ich bezweifle, dass Sie den Erzherzog Ferdinand kannten. Aber innerhalb eines Monats brach, weil ein Mann, den Sie nicht kannten, einen anderen ermordete, den Sie auch nicht kannten, an einem Ort, von dem Sie nie gehört haben, in diesem Land[England] ein Krieg aus

 

(aus: THE MAN WHO KNEW TOO MUCH (1934); ZITAT 1: „Jill Lawrence“ Edna Best zu Beginn des Films zu dem „verdammt guten Schützen & späteren Royal Albert Hall-marksman“ „Ramon Levine“ (Frank Vosper), dem sie, weil ihre Tochter „Betty“ sie bei der Konzentration gestört hat, gerade beim Tontaubenschießen im winterlichen St. Moritz unterlegen ist; später im Film wird die talentierte „Amateur-Schützin“ bei der Befreiung ihrer Tochter aus den Fängen der Kidnapper weit „treffsicherer“ agieren und, in einer der besten Szenen des gesamten Films, den gerade ihre Tochter verfolgenden „marksman“ eigenhändig mit einem Gewehr vom Dach des „Kidnapper-Verstecks“ schießen; // ZITATE 2: Dialog zwischen „Louis Bernard“ Pierre Fresnay, einem „Freund der Familie“, und „Jill“ beim Tanzen im Hotel in St. Moritz; die Aussagen zielen darauf ab, dass sich Jill’s Ehemann „Bob“ (Leslie Banks), der mit „Betty“ an einem Tisch in der Nähe des Tanzpaares sitzt und sich selbst einen Drink genehmigt, ein wenig ärgert; // ZITAT 3: Inhalt des Schreibens der Kidnapper, das Leslie Banks in der Schweiz erhält, als Edna Best grade, nach der Ermordung von „Louis Bernard“, von einem Schweizer Inspektor verhört wird – wenig später fällt Best in Ohnmacht, als Banks ihr den „Brief“ zeigt, der darauf anspielt, dass „Bob & Jill“ eben dank „Louis Bernard“ im Besitz einer heiklen Information sind, die auf die „Albert Hall“ anspielt; // ZITAT 4: Worte, die „Gibson vom Außenministerium“ (George Curzon), der so etwas wie der „Buchanan“ des 34er-Films ist, zu dem Ehepaar „Lawrence“ sagt, als dieses einer Zusammenarbeit eine Absage erteilt, weil die beiden eben das Leben ihrer Tochter nicht gefährden möchten und ihnen der „persönlich nicht bekannte ausländische Politiker, der angeblich ermordet werden soll“ im Vergleich dazu „weit weniger am Herzen liegt“)

 

 

 

Ach, erinnerst du dich, da war ein Kino, direkt an der Ecke. […] Ich will gar nicht das Thema wechseln, nur, ich war mit dir in `Letztes Jahr in Marienbad` bei unserem ersten Date

Ja, ich weiß. Um dir den Inhalt zu erklären, habe ich ein halbes Jahr gebraucht

Wer wusste schon, dass das Rückblenden waren, weißt du? Keiner

 

(Dialog zwischen Woody Allen & Diane Keaton aus Allen’s „unprätentiöser, mit einer guten Story und guten Gags ausgestatteten“ „Suspense-Komödie“ Manhattan Murder Mystery von 1993, der einen an die entscheidenden „Unterschiede“ zwischen dem „kommerziellen & `geradlinigen` US-Kino“, zu dem letztendlich eben auch Hitchcock’s Werke zu zählen sind, sowie dem „europäischen Kunst-Film“ erinnert, zu welchem man „tendenziell“ das angesprochene und „flashbacks-lastige“ Werk „L’Année dernière à Marienbad“ (OT) von Alain Resnais rechnen muss, wobei Resnais (z. B.: 1959: Hiroshima, mon amour) sogar Hitchcock’s Vertigo – Aus dem Reich der Toten als eines der Vorbilder für seinen an die Struktur-Gepflogenheiten des „Nouveau Roman“ angelehnten Film von 1961 genannt hat)

 

 

Nach dem künstlerischen sowie auch kommerziellen Misserfolg seines „musiklosen Musicals“ Waltzes from Vienna war es für Alfred Hitchcock wahrlich an der Zeit, „ein kleines Meisterwerk“ abzuliefern, das seinen „Marktwert“ als Regisseur wieder herstellen konnte.

Bevor ich im nächsten Abschnitt dann genauer auf einige Unterschiede zwischen den beiden „The Man Who Knew Too Much“-Versionen sowie auf die Entstehungsgeschichte des 56er-Films eingehe, sei hier nochmals kurz der Inhalt von Hitchcock’s „von Aktion und Komödie“, „von humoristischen und ironischen Elementen“ dominiertem Werk aus den 1930er-Jahren des letzten Jahrhunderts in den Grundzügen wiedergegeben.

Der Film von 34 beginnt in der winterlichen Landschaft von St. Moritz, in der Schweiz also, was eine Hommage an die eigenen Flitterwochen Hitchcocks darstellte, denn Alma und er hatten nach ihrer Hochzeit im Dezember 1926, die im Londoner Stadtteil Knightsbridge stattfand, neben Paris auch St. Moritz als Flitterwochen-Destination ausgewählt (Anmerkung: Auch Weihnachten 1934 haben die Hitchcocks dann in St. Moritz verbracht, was in der Folgezeit schließlich zu alljährlichen St. Moritz-Winterurlauben geführt hat).

Das „couple“ „Bob & Jill Lawrence“, das mit ihrer Tochter „Betty“ (Nova Pilbeam) reist, wird in der Schweiz in eine „espionage affair“ verwickelt, denn ein „Agent des Außenministeriums“ namens „Louis Bernard“, der beim Tanzen mit „Jill“ „through a window“ erschossen wird, hinterlässt dem Ehepaar einen Zimmerschlüssel, der sie zu einem „Zettel, der in einem Rasierpinsel versteckt ist“ führt, welcher ein Attentat auf einen Politiker in London, genauer: in der Albert Hall, ankündigt.

In der Folge gerät das eben von Leslie Banks & Edna Best gespielte Paar zwischen alle Fronten, denn die Mörder von „Louis Bernard“, die unter der Führung eines Mannes namens „Abbot“ agieren und die einer England feindlich gesonnenen Bewegung angehören, entführen die „daughter“ der beiden Briten, um die Eltern davon abzuhalten, den Attentatsplan zu verraten.

Für Peter Lorre, der, „as always“, einen überzeugenden Bösewicht abgibt, stellte „Hitch’s“ Der Mann, der zuviel wusste-Ur-Version so etwas wie den internationalen Durchbruch dar, und Lorre setzt auf jeden Fall die Hitchcock-Doktrin um, dass ein Film-Bösewicht „einen starken & ausgeprägten Charakter“ darstellen muss, damit das Duell mit den „Helden & Heldinnen“ stets für „real suspense“, für „echte Spannungsmomente“, sorgt (Hitchcock zu Truffaut über den in der heutigen Slowakei geborenen Peter Lorre, der 1931 mit seiner Darstellung eines Kindermörders in Fritz Lang’s M deutsche „cinematic history“ geschrieben hatte: „[…] Der Schauspieler, den ich unbedingt haben wollte und den ich habe kommen lassen, war Peter Lorre. Es war seine erste englische Rolle. Er hatte gerade `M` von Fritz Lang gemacht. Er hatte einen ausgeprägten Sinn für Humor, und weil er einen auffälligen Überzieher trug, der ihm bis auf die Füße ging, nannten wir ihn `der wandelnde Überzieher`“ (Quelle: Truffaut)]. 

Für Hitchcock, aus dessen Sicht sich vor allem die Szenen in der Royal Albert Hall in beiden Versionen sehr ähnelten (HITCHCOCK: „Es ist dieselbe Kantate“ / TRUFFAUT: „Aber das zweite Mal von Bernard Herrmann besser orchestriert“; // Anm.: Als „conductor“ des London Symphony Orchestra im ersten Film fungierte, wie’s auf einem Plakat im Film heißt: Mr. Wynn Reeves), war „The Man…“-34, der sich durch „perfekt kalkulierte Spannung“ auszeichnet, nicht nur ein Werk, mit dem er Hollywood auf seinem „ureigensten Terrain“ Konkurrenz machte, sondern auch eines, das ihm, aufgrund des „durchschlagenden Erfolgs“, auch erstmals die Aufmerksamkeit der Traumfabrik einbrachte, da diverse Produzenten allmählich begannen, die Fühler nach dem „British Director“ auszustrecken – „Anyway, to cut a long story short / Fame finally found him“ (Copyright: Nick Cave & The Bad Seeds).

 

 

 

 

 

Alfred Hitchcock hat ein geradezu unheimliches Gespür für ungewöhnliche Unterhaltung. `Der Mann, der zuviel wusste`, dieser Film ist der Beweis

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Er war ein meisterhafter Filmemacher. Bei all seinen Filmen kannte Hitch jede Einstellung. Er hatte alles im Kopf

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Er kleidete sich nie wie ein amerikanischer Filmemacher. Er kultivierte in seiner ganzen Art, Sprache und Erscheinung das Britentum des alten Stils

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Seine Darsteller verärgerte er durch zu viel Aufmerksamkeit ganz sicher nicht

 

(Äußerungen von James Stewart (ZITAT 1), von Art-Director Henry Bumstead (ZITAT 2) und von dem „Mr. Drayton-Darsteller“ Bernard Miles (ZITATE 3 & 4) über den „Master of Suspense“)

 

 

 

„[…] [I]n einem Film muss alle künstlerische Macht vom Regisseur ausgehen, nicht von einem der Stars. Egal welchem

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Rückblickend auf meine eigenen Erfahrungen würde ich sagen, das Problem ist fast immer das Drehbuch. Schreiben ist viel schwerer als Regie. Ein mittelmäßiger Regisseur kann aus einem guten Drehbuch einen guten Film machen, aber auch ein Spitzenregisseur kann ein mieses Skript nie in einen guten Film verwandeln. Na gut, vielleicht nicht nie. Aber so gut wie nie. Kann sein, dass es auch ein, zwei Gegenbeispiele gibt, aber wenn ich Geld in einen Film stecken würde, würde ich darauf achten, dass er ein richtig gutes Drehbuch hat. Natürlich will man keinen talentfreien Pfuscher für die Regie und keinen Volltrottel als Hauptdarsteller

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Hitchcock ist großartig, aber `Vertigo`?

 

(ZITATE 1 & 2: der „Hitchcock-Einmal-Treffer“ Woody Allen über „die Macht des Regisseurs“ und darüber, wie wichtig „ein richtig gutes Drehbuch“ ist; // ZITAT 3: aus der Kategorie, „Filme von Alfred Hitchcock, die Woody Allen nicht so viel bedeuten wie der Mehrzahl der Film- & Hitchcock-Fans“)

 

 

 

It is a rave, Ingmar. It is a rave!

 

(Worte, die Ingmar Bergman’s damaliger Hollywood-Agent, ein Mann namens Paul Kohner, zu ihm am Telefon gesagt haben soll, als Schreie und Flüstern „ein voller Erfolg“ wurde; Nachsätze von Bergman in seiner Autobiografie: „Ich wusste nicht, was ´rave´ ist. […] Zehn Tage später war der Film an die meisten Länder verkauft, in denen es noch Kinos gab“; // nun, Alfred Hitchcock befand sich in den 50er-Jahren nicht unbedingt in einer „Karriere-Krise“, sondern schwebte nach „Rear Window“, „To Catch a Thief“ & „The Trouble with Harry“ auf einer Art „Erfolgswelle“, und auch sein „The Man Who Knew Too Much“-Remake geriet zum Kinohit und spielte um die 11,3 Millionen USD ein, was heutzutage einem Betrag von beinahe 124 Millionen USD entsprechen würde)

 

  

Stellt man einen „Direkt-Vergleich“ der beiden „The Man…“-Fassungen an, zeigen sich bei der Schwarzweiß-Variante „qualities“, die die Farb-Variante nicht besitzt und umgekehrt. Im Werk von 56 (Laufzeit: ca. 120 Min.) nimmt die „Exposition“ in etwa das Doppelte der Zeit in Anspruch, denn 1934 ist diese, mit circa 15 Minuten, eher „short and quick“ gehalten, dafür aber auch recht „dynamisch“.

In der „first version“ (Laufzeit: ca. 75 Min.) herrscht, wie bereits angedeutet, die „schnelle Aktion“ vor, während in der „second version“ Hitchcock daran gelegen schien, den „Bruch in der familiären Idylle“ zu verdeutlichen.

The Man Who Knew Too Much“-34 ist sicherlich ein „Suspense-Movie“, der sich, wie später auch der großartige Die 39 Stufen, der Struktur der Verfolgungsjagd verschrieben hat. Der 56er-„The Man Who Knew Too Much“ legt den Fokus eher auf, wenn man’s so ausdrücken will, „conflicts of a moral and emotional nature“, die jeglichen „Polithintergrund“ fast „vergessen“ lassen.

Auch Leslie Banks & Edna Best sind „völlig andere Menschen“ als James Stewart & Doris Day, denn Banks hat in keiner Sekunde den „Fanatismus“ Stewarts, während „die frühe Hitchcock-Blondine“ Best, die „witzig / scharfsinnig / fast emanzipiert“ rüberkommt, am Ende nicht, wie Doris Day, auf „professionelles Gesangstalent“ setzt, sondern den „Assassin / Kidnapper“ eben mit einem gezielten Schuss niederstreckt.

In beiden Filmen werden die „Eltern“ jedoch grundsätzlich von „gelangweilten Betrachtern & Touristen“ zu „teilnehmenden Akteuren“ (Anmerkung: Eine „gelangweilte Außensicht auf die Dinge“ ist eine „Ausgangsposition“ von „protagonists“, die in einigen Hitchcock-Filmen vorkommt, so zum Beispiel auch in Im Schatten des Zweifels, wo „the young Charlie“ Teresa Wright zunächst auf ein „langweiliges Familienleben“ blickt, bis der Mörder „Uncle Charlie“ Joseph Cotten bei der „family“ auftaucht, oder in Über den Dächern von Nizza, wo „die beiden Stevens-Damen Jessie & Frances“, also Jessie Royce Landis & Grace Kelly, sich an der Riviera langweilen, bis „John `Die Katze` Robie“ Cary Grant eines Tages beim Strand auftaucht und Grace Kelly ihn sofort „ins Visier“ nimmt).

Die „Suspense-Scene“ in der Albert Hall, bei der „a scream“ gleichsam „die strenge Ordnung der Kunst, die dem Chaos des Lebens entgegentreten kann“ zerstört, ist in der Fassung mit Day & Stewart ungleich länger und insgesamt sicher „besser vorbereitet“, spannender & „befriedigender“. Jedoch ist ein spezieller Effekt in der Fassung von 34, den „Hitch“ in der Albert Hall bringt, besonders gelungen, denn als Edna Best während des Konzerts zu weinen beginnt, zeigt Hitchcock mit „subjektiver Kamera“ sozusagen ihren „Tränen-verwaschenen“ Blick auf das Konzert und die Logen.

 

Zur „Vorgeschichte“ von Der Mann, der zuviel wusste-56: Hitchcock’s „attachment“ an den „The Man…“-Stoff mag dadurch zu erklären sein, dass das „Original“ jener Film war, der ihm einst zum Durchbruch verhalf.

Als Alfred Hitchcock in den 50ern dann daran dachte, seinen britischen Klassiker „The Man Who Knew Too Much“ noch einmal und „besser“ zu verfilmen, kauften seine Agenten von dem legendären „Rebecca“-Produzenten David O. Selznick die Rechte, wobei bereits in Hitchcock’s Selznick-Zeit der Plan für eine „Neuverfilmung mit exotischem Brasilien-Hintergrund“ existiert haben soll.

Für den „Meister der Suspense“ waren bei seinem neuen Projekt, das der „Eine Leiche liegt bei einer Kleinstadt herum“-Komödie Immer Ärger mit Harry (1955) nachfolgen sollte, vor allem „erstklassige Dialoge“ wichtig, und John Michael Hayes (1919 - 2008), der bereits die Drehbücher zu Das Fenster zum Hof, Über den Dächern von Nizza & eben „The Trouble…“ verfasst hatte, schrieb das „screenplay“ auf der Basis eines 77-seitigen von Hitchcock und ihm gemeinsam zu Papier gebrachten Treatments.

So Pablo Picasso was never called an asshole“ (Copyright: David Bowie / „Pablo Picasso“) – dieses qualitativ großartige Drehbuch, das Hayes wegen des Drehplans „in großer Eile“ schreiben musste, war dann auch das letzte für den Regisseur, denn zwischen ihm und Hitchcock kam es vermehrt zu Spannungen, unter anderem auch deswegen, weil „Hitch“ ihm gleichsam klarmachte, dass er von ihm als „Angestellten“ „Loyalität“ forderte und keinerlei „Neben-Projekte“ wie einen New York Times-Artikel duldete, der noch dazu Hayes‘ Zusammenarbeit mit dem „Film-Genie Alfred Hitchcock“ zum Inhalt machte (Hitchcock damals zu Hayes: „Junger Mann, Sie sind hier angestellt, um für mich und Paramount zu schreiben, nicht für die New York Times“).

Das Jahr 1955 hielt für Hitchcock aber noch ein anderes „sehr interessantes & sehr lukratives Projekt“ parat. Der „Meister der Suspense“ hatte sein Antlitz und seinen Namen schon seit längerer Zeit für ein „Alfred Hitchcock-Kriminalgeschichten-Magazin“ hergegeben, aber nun waren Lew Wasserman & Co vom Medienkonzern MCA an Hitchcock herangetreten, um ihn dazu zu bringen, auch ein Meister des Heimkinos zu werden, und um für CBS eine Fernsehserie zu produzieren, bei der er nicht nur „hinter der Kamera“ agieren würde. Und der Name dieser Serie sollte lauten: „Alfred Hitchcock Presents“.

 

 

 

(ENDE der TEILE 2.1 & 2.2; // Fassungen vom 11.01.2023 & vom 12.01.2023)