NO PULP IN THE FICTION: "2"                                          Kapitel "INGLOURIOUS BASTERDS" (TEILE 1.4.4 & 1.4.5 & 1.5) [EXPLICIT CONTENT]

 

„[…] our old friend from the first scene, COL. HANS LANDA“ [„Wiedereinführung“ von LANDA an der Stelle im QT-Skript], derjenige, der Shosanna’s Familie auf der LaPadite-Farm hat ermorden lassen, steht nun also, nachdem vier Jahre vergangen sind, direkt hinter ihr – „A bomb is dropped and detonated behind her eyes. But if she gives any indication of this, her war story ends here“ [zugehörige Skript-Passage].

Zoller führt nochmal aus, dass Landa so etwas wie der Sicherheitschef der „Stolz der Nation“-Filmpremiere ist. Dann küsst der SS-Mann die Hand von Shosanna [COL. LANDA – auf Französisch: „Hocherfreut, Mademoiselle“; Anm.: Tarantino hält an der Stelle im Drehbuch dann auch fest, dass Landa im Grunde eben perfekt Französisch spricht, und dass das „limitierte Französisch“ in der LaPadite-Szene ganz am Anfang lediglich „Verhörtaktik“ war - „his […] clumsiness at French with Monsieur LaPadite in the film’s first scene was simply an interrogation technique“].

Goebbels & Francesca Mondino verlassen in der Folge das „Maxim’s“, da „Reich Minister Goebbels“ [FRANCESCA] noch einen anderen Termin hat.

Als Sicherheitschef dieses freudigen deutschen Ereignisses muss ich ein paar Worte mit Mademoiselle Mimieux wechseln“ [COL. LANDA] – Die Aussage führt bei Zoller zu einer Zwischenfrage [FREDRICK: „Was für Worte?“], die Landa quasi mit einem „Hinweis“ auf seinen militärischen Rang beantwortet [COL. LANDA: „Das hat ja verdächtig geklungen wie ein Schütze, der den Befehl eines Standartenführers in Frage stellt. Oder bin ich da jetzt nur sensibel?/gemäß Skript: „Or am I just being sensitive?“]. Zoller meint daraufhin, eingeschüchtert, dass dem SS-Oberst, ausgehend eben von dessen „Fähigkeiten“ als „S. S. Jew hunter“ [Quelle: Skript], ein gewisser Ruf vorauseilt.

Nachdem auch Zoller das Café verlassen hat, setzt sich Landa zu „Mademoiselle Mimieux“ an den Tisch und bestellt zwei Strudel, einen Espresso für sich selbst und ein Glas Milch für Shosanna, ein Umstand, der das ehemalige „dairy farm“-Girl natürlich zusätzlich beunruhigt [diesbezügliche Skript-Erläuterungen: „Considering that […] the last time she was on a dairy farm her strudel companion murdered her entire family, his ordering her milk is, to say the least...disconcerting“].

Landa spielt im weiteren Verlauf des „Verhörs“, in dem er Shosanna zunächst über ihr Verhältnis zu dem „Kinobesucher“ [SHOSANNA über FREDRICK] und „Kriegshelden“ Zoller ausfragt, mit „Mademoiselle Mimieux’s Beunruhigung“ [COL. LANDA: „Mademoiselle, gestatten Sie, dass ich Sie unterbreche. Das hier ist eine reine Formalität. Kein Grund zur Beunruhigung“].

The strudel arrives“ [Skript] – Landa bestellt noch Sahne dazu und weist auch Shosanna, die ein Stück davon essen will, an, auf die Sahne zu warten [COL. LANDA: „Warten Sie auf die Sahne“].

Als die beiden dann Strudel mit Schlagsahne essen [COL. LANDA – Shosanna danach fragend, ob ihr der Strudel schmeckt: „Urteil?“/laut Skript: „Success?“], stellt ihr Landa noch diverse andere Fragen zu ihrem angeblich „geerbten Kino“ sowie zu dem farbigen Filmvorführer Marcel, der, aufgrund seiner Hautfarbe, so wie der SS-Mann klarstellt, als Filmvorführer bei einer Vorstellung, der Joseph Goebbels beiwohnt, gleichsam „untragbar“ ist [COL. LANDA – gemäß Skript: „Knowing the Reich Minister as I do, I’m quite positive he wouldn’t want the success or failure of his illustrious evening dependent on the prowess of a negro“; prowess: Fähigkeiten, Können].

Nachdem Shosanna zugestimmt hat, selbst als Filmvorführerin zu agieren, wird sie von Hans Landa dann auch noch mehr oder weniger dazu genötigt, mit ihm eine Zigarette zu rauchen [COL. LANDA – gemäß Skript: „They’re not French, they`re German. […] To me, French cigarettes are a sin against nicotine“].

Irgendetwas wollte ich Sie noch fragen,aber ich erinnere mich beim besten Willen nicht daran, was. Dann kann’s nicht so wichtig gewesen sein“ [COL. LANDA] – entweder zieht Landa schließlich alle Register seiner „Verhörtechnik-Kunst“ oder dem SS-Mann fällt die Frage tatsächlich nicht ein, was unwahrscheinlich ist. Jedenfalls drückt er, im Anschluss daran, seine Zigarette auf seinem mit Sahne bedeckten „Strudel-Überrest“ aus, steht auf und verlässt das Café [COL. LANDA: „Bis heute Abend“]. Das Verschwinden Landas zeigt sichtlich seine Wirkung: „Shosanna breaths a sigh of relief“ [Skript].

 

 

Ortswechsel zu MADEMOISELLE MIMIEUX‘S KINO“ - Shosanna führt Goebbels & dessen Entourage, die gerade die Testvorführung hinter sich gebracht haben, zum Ausgang. Danach bespricht sie mit Marcel, der sich „at the top of the staircase of the lobby“ [Quelle: Skript] befindet, die weitere Vorgehensweise, was gleichzeitig eben auch Shosanna’s Pläne, die „Nazi premiere“ [SHOSANNA - gemäß Skript] betreffend, verdeutlicht [einige Auszüge: MARCEL: „What the fuck are we supposed to do?“ / […] SHOSANNA: „Filling the cinema with Nazis […], and burning it down to the ground. […] I am going to burn down the cinema on Nazi night“; Dialogteile gemäß Skript – im Film unterhalten sich die beiden wiederum auf Französisch]. Bewerkstelligen will die Kinobetreiberin „Emmanuelle Mimieux“ dieses Niederbrennen ihres Kinos mithilfe der 350 Nitro-Film-Kopien, die sich in ihrem Besitz befinden – „Nitro-Film brennt nämlich drei Mal so schnell wie Papier“ [Stimme eines ERZÄHLERS, der diese Tatsache kurz mit Bildmaterial von brennendem Nitro-Film erläutert – im Original ist als „NARRATOR“ in dieser Szene sowie übrigens auch in jener in „Kapitel zwei“, in der „Hugo Stiglitz“ vorgestellt wird, Samuel L. Jackson zu hören!].

Shosanna macht Marcel zunächst auch klar, dass sie bei der Sache unbedingt seine Hilfe brauchen wird [SHOSANNA: „Weil wir uns lieben und du der einzige Mensch bist, dem ich vertraue“], bevor sie ihn dann nach der Funktionstüchtigkeit einer alten „Filmausrüstung“ fragt, die ebenfalls im Besitz der beiden ist und mit der sie einen Film drehen will, und das: „Just for the Nazis“ [SHOSANNA – gemäß Skript].

Schließlich wird, wiederum vor dem Hintergrund eines „BLACK FRAME“ [Skript], das „Kapitel vier...Operation Kino“ angekündigt.

 

 

Das „CHAPTER FOUR…OPERATION KINO“ beginnt damit, dass ein „handsome British lieutenant“ namens Archie Hicox [verkörpert von Michael Fassbender] auf einem „ENGLISH COUNTRY ESTATE“ einen Raum betritt, in dem der „legendary military mastermind“ General Ed Fenech sowie der britische Premierminister Winston Churchill höchstpersönlich auf ihn warten [Quellen: Skript; GEN. ED FENECH wird von dem Komiker Mike Myers verkörpert, WINSTON CHURCHILL, „sitting behind a piano, smoking his ever-present cigar“, so wie’s im Tarantino-Skript heißt, von Rod Taylor, bekannt z. B. auch aus Werken wie Alfred Hitchcock‘s Horror-Klassiker Die Vögel von 1963, der Frank Tashlin-Komödie Spion in Spitzenhöschen mit Co-Star Doris Day aus 1966 oder Michelangelo Antonioni’s „Flower Power, Hippie, counterculture“-Hommage Zabriskie Point von 1970].

Churchill, der „three-hundred-pound gorilla in the room“ [„Beschreibung“ von Churchill im QT-Skript], wird Lieutenant Hicox allerdings nicht „offiziell vorgestellt“ – „[…] Lt. Hicox knows enough to mean, if Churchill isn’t introduced, he ain’t there“ [Skript].

Nachdem die beiden Männer, Hicox & Fenech, mit Scotch und Whiskey „auf den Untergang Hitlers“ [GEN. FENECH] angestoßen haben, beginnt General Fenech dem Lieutenant, der offenbar an „three undercover commando operations in Germany and German-occupied territories“ [GEN. FENECH über LT. HICOX] beteiligt war und somit ein „ein wahrer Deutschlandexperte“ [GEN. FENECH] ist, eine Reihe von Fragen zu stellen, unter anderem auch nach dessen Zivil-Beruf, wobei sich herausstellt, dass Hicox Filmkritiker bei einer Zeitschrift namens „Filme und Filmemacher“ war und sogar zwei Bücher geschrieben hat, nämlich „Die Kunst des Blicks, des Herzens und des Verstands – Der deutsche Film in den Zwanzigerjahren“ und „24 Bilder Da Vinci“ [Titel der Zeitschrift & von Buch Nr. 1 gemäß Skript: „Films and Filmmakers“ & „Art of the Eyes, the Heart, and the Mind: A Study of German Cinema in the Twenties“; Anmerkung von LT. HICOX zu „Twenty-Four Frame Da Vinci“ – gemäß Skript: „It’s a subtextual film criticism study of the work of German director G. W. Papst“].

Schließlich will General Fenech von Hicox in Kenntnis über die deutsche Filmindustrie gesetzt werden [GEN. FENECH: „Unser kleiner Schabernack erfordert die genaue Kenntnis der deutschen Filmindustrie im 3. Reich. Erklären Sie mir die UFA unter Goebbels“; UFA: Universum Film AG – gegründet 1917 und eine der ältesten Filmfirmen Europas], was Hicox zu einer Kurzfassung des „Goebbels’schen Film-Dogmas“ führt [LT. HICOX: „Goebbels sieht in den Kinofilmen, die er macht, den Beginn einer neuen Ära des deutschen Films – die Alternative zu dem, was er den deutsch-jüdischen Film der 20er-Jahre nennt und dem von Juden beherrschten Dogma Hollywoods“], bevor Churchill sich einmengt und wissen will, ob der deutsche Propagandaminister damit erfolgreich ist [CHURCHILL: „Hat er Erfolg?“].

Nach einem Hinweis Hicoxs auf die „stetig gestiegenen Zuschauerzahlen“ in den deutschen Kinos kommt Fenech zum Kern der Sache und weist den Lieutenant in die „Operation Kino“ ein [GEN. FENECH: „In drei Tagen veranstaltet Joseph Goebbels eine Gala zur Premiere seines neuen Films in Paris. […] Anwesend während dieses freudigen germanischen Ereignisses sind Goebbels selbst, Göring, Bormann, und das gesamte deutsche Oberkommando inklusive aller hochrangigen Offiziere sowohl der SS als auch der Gestapo sowie sämtliche Koryphäen der Propaganda-Film-Industrie. […] Im Grunde haben wir alle faulen Eier in einem Korb versammelt. Ziel von `Operation Kino` ist, den Korb in die Luft zu jagen“].

Die „Basterds“, die Fenech dem Lieutenant als „Secret Service-Einheit hinter feindlichen Linien“ vorstellt, werden ihm bei dem Auftrag assistieren und 24 Kilometer vor Paris auf ihn warten. In einem Dorf namens Nadine, das ihm der General auf einer Karte zeigt, sollen Hicox & die Basterds dann in einer Taverne („La Louisiane“) auf eine deutsche Doppelagentin stoßen, die dafür sorgen wird, dass Hicox sowie zwei deutschstämmige Mitglieder der „Basterds“ auf die besagte Filmpremiere gelangen können. Als Fenech enthüllt, dass die deutsche Doppelagentin niemand Geringerer als „German movie star“ Bridget von Hammersmark ist, drückt Hicox seine Verwunderung aus [LT. HICOX: „[…] Der deutsche Filmstar arbeitet für England?“], wobei Fenech betont, dass die „Operation Kino“ sogar „her brainchild“ [GEN. FENECH – gemäß Skript] ist, also, wie er sagt, „[…] auf ihrem Mist gewachsen ist“.

 

 

 

(ENDE der TEILE 1.4.4 & 1.4.5 & 1.5; Fassungen vom 17.02.2021 & vom 20.02.2021)