NO PULP IN THE FICTION: "2"                                          Kapitel "DJANGO UNCHAINED" (TEILE 1.5.2 & 1.5.3)      [EXPLICIT CONTENT]

 

Bonjour, mon petite femme noir. We are here to see Calvin Candie“ [Dr. SCHULTZ – gemäß Skript] – Nachdem Django, der nun einen „schwarzen Sklavenhändler“ mimen soll, und Schultz von einer jungen Schwarzen „dressed in a FRENCH MAID outfit“ [Skript] in den Club eingelassen wurden, werden die beiden von Leonide „Leo“ Moguy [gespielt von Dennis Christopher], dem Anwalt von Calvin Candie, empfangen.

Moguy erzählt dem Doktor und seinem Begleiter Django, den MOGUY auch als „One-Eyed Charlie“ bezeichnet [Anm.: „One-Eyed Charlie“: einstiger Ausdruck für einen Sklaven, der sich in Dingen wie „Landwirtschaft“, „Reitkunst“ oder eben, wie hier in DJANGO UNCHAINED, in „Sklaven-Kämpfen“ auskennt und quasi angeheuert wurde, um jemanden in diesen Dingen zu beraten], einige wichtige Einzelheiten bezüglich Candie – so wie, zum Beispiel, dass Candie „[…] a bit of a Francophile“ [MOGUY – gemäß Skript] ist und deswegen auch gerne „Monsieur Candie“ statt „Mister Candie“ genannt wird, obwohl er eigentlich gar kein Französisch spricht.

Im Julius Caesar-Raum des „CLEO CLUB[s]“ [Quelle: Skript] beobachten Calvin Candie [Auftritt Leonardo DiCaprio – generell einer meiner Lieblingsschauspieler!] und ein „older European looking man“ [Skript] namens AMERIGO VESSEPI [„Ur-Django“ Franco Nero bei seinem Gastauftritt] gerade ihre beiden schwarzen Kämpfer, „Big Fred“ & „Luigi“, die einen Mandingo-Fight abhalten müssen – „[…] TWO MANDINGOS are having a bloody and savage fight to death in this closed room“ [Skript].

Neben einem Billard-spielenden Weißen (Candie’s Bodyguard Butch) befindet sich in dem Raum auch noch Candie’s farbige Begleiterin, „the lanky sexy Sheba“ [QT-Skript; lanky: schlaksig; SHEBA, sozusagen „Candie’s comfort woman“, die stets wie „eine reiche Frau“ gekleidet ist, wird von Nichole Galicia gespielt], die dem Ganzen „gelangweilt“ oder zumindest „gleichgültig“ beiwohnt.

Warum wollen Sie ins Mandingo-Geschäft?“ [CALVIN CANDIE] – Candie stellt, und dies „[…] quite abrupt and aggressive“ [Skript], Schultz eine berechtigte Frage, woraufhin der Doktor meint, dass dies aus „Langeweile“ geschehe und „[…] a good bit of fun“ [Dr. SCHULTZ – gemäß Skript] verspreche.

Django geht in der Folge an die Bar des Julius Caesar-Raums, während Schultz in der Nähe von Candie & Vessepi bleibt, welche ihre Kämpfer bei dem blutigen Mandingo-Fight gleichsam begeistert anfeuern [AMERIGO VESSEPI: „Bravo, bravo, Luigi!“ / CALVIN CANDIE: „Komm schon, Junge, das ist ein Kampf auf Leben und Tod!“].

Nachdem „Luigi“ allmählich ins Hintertreffen geraten und schwer verletzt ist, wirft Candie seinem Kämpfer „Big Fred“ einen Hammer hin, mit dem dieser „Luigi“ töten soll – was schließlich, zur Erheiterung von Candie, der „Big Fred“ dann nochmal dazu auffordert, sozusagen zur Tat zu schreiten [CALVIN CANDIE: „Mach schon, bring’s zu Ende“], auch geschieht [Anm.: Dieser „Mandingo-Fight im Cleo-Club“ ist Tarantino am Ende zu einer „Blut-Orgie“ geraten, die, was „intensity & brutality“ anbelangt, etwas an den „Beatrix Kiddo gegen `The Crazy 88`“-Fight in KILL BILL VOL. I erinnert – im Django Unchained-Drehbuch steht aber nichts von einem „hammer“ oder dergleichen, sondern lediglich der Satz: „Big Fred kills Luigi“].

Vessepi lässt den triumphierenden Candie [CALVIN CANDIE: „Tja, arrivederci, Luigi!“] hinter sich und geht zu Bar, wo er einen Tequila bestellt und wo es zur „What’s your name?“ & „Buchstabier das mal“-Szene zwischen dem „Original-D-J-A-N-G-O“ Franco Nero & und dem „Neo-D-J-A-N-G-O“ Jamie Foxx kommt, bevor Vessepi dann den Cleopatra-Club verlässt.

Nachdem Candie den siegreichen „Big Fred“ eingehend gelobt [CALVIN CANDIE: „Das hast du fein gemacht, wirklich fein“] und mit einem „tall beer“ [CALVIN CANDIE – im Original] aus dem Raum geschickt hat, bestellt auch Candie etwas bei dem „slave bartender named ROSCOE“ [Skript], und zwar einen „Polynesian Pearl Diver“ [CALVIN CANDIE – im Original] mit viel Rum.

Dann droht allmählich, im Laufe des weiteren Gesprächs, die Stimmung vor allem zwischen Candie und „Django Freeman“ zu kippen [CALVIN CANDIE: „Was macht dich zu einem Mandingo-Experten?“ / DJANGO: „Ich bin neugierig, was Sie so neugierig macht“ – „I`m curious, what makes you so curious?“ (Skript)], bis schließlich der Doktor & Django klarstellen können, dass sie vorhaben, einen Mandingo-Kämpfer „[…] über dem marktüblichen Spitzenpreis“ [Dr. SCHULTZ] zu kaufen, und das noch dazu für „Twelve thousand dollars“ [DJANGO – gemäß Skript].

Candie, der seinen „Polynesischen Perlentaucher“-Cocktail mit einem Strohhalm aus einer Kokosnuss-Schale trinkt, scheint plötzlich interessiert zu sein – „Gentlemen, erst galt Ihnen meine Neugierde. Jetzt meine Aufmerksamkeit“ [CALVIN CANDIE].

 

 

It’s the next day and a whole procession is making their way to `Candyland`“ [QT-Skript-Passage] – Auf dem Weg nach Candyland kommt es schnell zu Spannungen zwischen Django, der eben seine „role of a fucker black slaver“ [Skript] durchhalten muss, und den Männern von Candie sowie auch einzelnen Sklaven, die zurück nach Candyland marschieren müssen.

Bevor Django sich mit einem der Sklaven, der ihn verächtlich ansieht, und dann mit zwei von Candie’s Männern, nämlich Hoot Peters & Billy Crash [„BILLY CRASH“ wird von Walton Goggins verkörpert, zu dessen Highlights zweifellos die Rolle des „Detective Shane Vendrell“ in der ebenso grandiosen wie irgendwie absolut schonungslosen Polizei- & L.A.P.D.-Serie The Shield (2002-2008) gehört, die man getrost als eine der besten Serien der TV-Geschichte bezeichnen kann und als eine Serie, mit der sich vor allem auch Michael Chiklis, der die eigentliche Hauptfigur, „Detective Vic Mackey“, spielt, eine Art Denkmal gesetzt hat], anlegt, zeigt eine Rückblende Calvin Candie im Restaurant des Cleopatra-Clubs, wie er, in Anwesenheit von Django & Schultz sowie seiner Entourage, eine seiner „Theorien über Farbige“ zum Besten gibt [CALVIN CANDIE – zunächst mehr oder weniger an alle in der Runde & dann speziell an Dr. SCHULTZ & am Ende an DJANGO: „Darin unterscheide ich mich von den meisten meiner Phrenologie-Kollegen. Ich glaube, es gibt eine Stufe über `verständig`, über `gelehrig`, über `loyal`, die ein N***** erreichen kann. Ein N*****, der herausragt aus Zehntausenden. Der außergewöhnliche N*****. Aber ich glaube, dass im Laufe der Zeit Ausnahme-N***** wie Ihr helles Köpfchen hier, wenn auch nicht oft, so doch häufiger vorkommen werden. […] Du bist der eine aus Zehntausend“; Phrenologie: „Schädellehre“ – Anschauung, dass von der Schädelform ausgehend auf verschiedene „geistig-seelische Veranlagungen“ geschlossen werden kann; die Phrenologie ist, wie man sich unschwer vorstellen kann, vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Rahmen diverser rassistischer Theorien „populär“ geworden und somit als Instrument der „Rassenkunde“ verwendet worden; // Anmerkung: Laut Jamie Foxx hatte der CALVIN CANDIE-Darsteller Leonardo DiCaprio bei den Dreharbeiten so seine Schwierigkeiten, das N-Wort zu sagen: „Leonardo DiCaprio hat ein Problem damit, N***** zu sagen und meinte `Mann, das ist so schwer für mich, das zu sagen“ – Samuel L. Jackson soll, wie Jamie Foxx ebenfalls berichtet, DiCaprio daraufhin übrigens mit dem Sager „Komm schon, du Hurensohn, das ist nur ein Wort, Hurensohn“ dazu „ermutigt“ haben – Quelle: Doku „Tarantino – The Bloody Genius“].

Nachdem der besagte Streit zwischen Django sowie Hoot Peters & Billy Crash eskaliert ist (der Auslöser war, neben der für „Südstaaten-Augen“ sozusagen exotischen Ein schwarzer Sklavenhändler-Komponente, der Umstand, dass Django wegen der Tatsache angepöbelt wurde, dass er sich während einer Rast „zu lange“ um sein Pferd Tony gekümmert hat), greift Calvin Candie, der sich zusammen mit Schultz und seinem Anwalt Moguy inmitten des Trosses in einer Kutsche befindet, ein und befiehlt seinen Leuten, Schultz’s Begleiter in Ruhe zu lassen [CALVIN CANDIE: „Keiner verärgert mir meinen Gast!“].

Der Doktor will daraufhin ein „vertrauliches Strategiegespräch“ [Dr. SCHULTZ] mit Django führen und verlässt die Kutsche, um diesem ein paar interessante Neuigkeiten bezüglich BROOMHILDA mitzuteilen [Dr. SCHULTZ: „Ich habe Gewissheit, dass Broomhilda auf Candyland ist. […] Er hat sie nicht namentlich erwähnt, aber es ist eine junge Sklavin mit bayrischem Namen und deutschen Vorbesitzern“ / Skript: „[…] but she’s a young lady, whip marks on her back, and speaks German“] sowie ihn auch dahingehend zu ermahnen, dass Django nicht, wie er das offenbar gerade tut, das Ziel aus den Augen verliert zugunsten des „Drang[s] nach Vergeltung“ [Dr. SCHULTZ]. Django erwidert, bevor sich der Doktor & er sowie Candie & Co dann wieder in Bewegung setzen, dass er lediglich das umsetzt, was Schultz ihm die ganze Zeit über „gepredigt“ hat, vor allem auch damals, als es darum ging, das Kopfgeld für Smitty Bacall zu kassieren [DJANGO: „Du hast gesagt: `Das ist meine Welt. In meiner Welt macht man sich schmutzig`. Das mach ich jetzt. Ich mache mich schmutzig“].

„[…] about forty miles from the Candyland Plantation“ werden der Doktor & Django, als Teil der „Candie caravan“, Zeuge des Umstands, dass ein offenbar abtrünniger Candyland-Sklave namens „D`Artagnan“ von einigen von Candie’s „HILLBILLY TRACKERS (they track down runaway slaves)“, die unter der Führung von Mr. STONESIPHER [gespielt von David Steen] agieren, aufgespürt wurde und jetzt, nachdem er sich offenbar auf einen Baum geflüchtet hat, mit der Hilfe von einigen „vicious dogs“ [Quellen: Skript; vicious: bösartig] in Schach gehalten wird.

Calvin Candie fragt nach, was den Sklaven mit dem Musketier-Namen zu seiner Flucht bewogen hat [CALVIN CANDIE: „Sag mal, wieso reißt du dummes Stück einfach aus?“], woraufhin dieser sich gleichsam als ein „[…] mandingo, who’s been in one fight too many“ [QT-Skript-Passage] outet und seinem Besitzer mitteilt, dass er nicht mehr kämpfen kann. Candie hält von D’Artagnan’s „Einstellung“ nur wenig [CALVIN CANDIE: „Doch, das kannst du. Du kannst vielleicht nicht mehr gewinnen, aber kämpfen kannst du“ / Skript: […] but your ass can fight“] und befiehlt diesem in der Folge, vom Baum zu steigen, was er dann auch tut, jedoch muss D`Artagnan’s Besitzer gegenüber seinem Anwalt Moguy zugeben, dass in dem Zustand, in dem der Sklave nun ist, tatsächlich „[…] nicht mal ein versoffener Indianer auf ihn wetten“ [CALVIN CANDIE] würde.

Der Sklave wird schließlich von Candie darauf hingewiesen, dass er einst 500$ für ihn bezahlt hat und dass er für 500$ mindestens „five fights“ [CALVIN CANDIE – gemäß Skript] erwartet, wobei auch die Tatsache, dass D`Artagnan offenbar bereits 3 Kämpfe für Candie absolviert & gewonnen hat, nichts an dieser Vorgabe ändert [CALVIN CANDIE: „Was ist mit meinen 500 Dollar? Erstattest du mir Kompensation? Weißt du überhaupt, was `Kompensation` heißt?“]. Allgemeines Gelächter macht sich unter Candie’s weißen Begleitern breit, außer bei Doktor Schultz, der von den Vorgängen eher geschockt scheint – „This whole spectacle is making Dr. Schultz sick to his stomach“ [Skript].

Der Doktor springt in der Kutsche auf, zückt seine Leder-Geldbörse und bietet an, Candie die 500$ zurückzuerstatten, ein Schritt, der Candie mehr als nur überrascht [CALVIN CANDIE: „Ach ja?“]. Doch plötzlich schaltet sich DJANGO ein [„Django’s voice cuts through the Mississippi heat“; Skript], der der „Kompensation“ durch Schultz eine Absage erteilt, jedoch von Candie verlangt, die „Spielchen“ [DJANGO] mit dem Sklaven bleiben zu lassen, da diese eben dem Doktor sowie auch ihm selbst langsam „auf die Nerven“ [DJANGO] gehen. Schultz steckt seine Geldbörse weg und setzt sich daraufhin in der Kutsche wieder hin und Candie & Django liefern sich einen kurzen „staring contest“ [Skript], mit dem Ergebnis, dass Django (um nicht, wie das dem Doktor gerade passiert ist, „aus der Rolle“ zu fallen) zustimmt, dass Candie seinen Sklaven so behandelt, wie Candie eben der Überzeugung ist, dass er es verdient.

Mr. Stonesipher….let Marsha and her bitches send D`Artagnan to n***** heaven“ [CALVIN CANDIE – gemäß Skript] – Candie lässt seine Männer die Hunde auf den „unwilligen Kämpfer“ hetzen, der daraufhin „torn to bits by canine teeth“ [Skript] wird.

Dem Besitzer von Candyland ist währenddessen nicht entgangen, dass Dr. Schultz, im Gegensatz zu Django, eine „auffällige Empfindlichkeit“ an den Tag legt und regelrecht „grün im Gesicht“ [CALVIN CANDIE] ist – was einem Mann, der vorgibt, in einem „blood sport“ [CALVIN CANDIE – gemäß Skript] wie dem Mandingo-Fighting zu agieren, nicht unbedingt ähnlichsieht.

Django besteht dann darauf endlich weiterzureiten, um, wie er meint, den „Sklaven-Bestand“ auf Candyland zu begutachten, da „D`Artagnan“, so gibt er Candie zu verstehen, nicht unbedingt ein „Aushängeschild“ war [DJANGO: „[…] Denn ehrlich, wenn die so sind, wie der da drüben, bin ich nicht beeindruckt“]. 

Daraufhin setzt sich die ganze „Karawane“ wieder in Bewegung – „The whole caravan rides off as the dogs continue to tear D`Artagnan apart“ [QT-Skript].

 

 

 

(ENDE der TEILE 1.5.2 & 1.5.3; Fassungen vom 16.04.2021 & vom 20.04.2021)