ALFRED HITCHCOCK-"BONUS TRACK": "IM SCHATTEN DES ZWEIFELS / SHADOW OF A DOUBT" (TEILE 1.1 - 1.9.2)

 

IM SCHATTEN DES ZWEIFELS (1943)

(OT: SHADOW OF A DOUBT)

 

 

Bang, bang, Maxwell’s silver hammer /

Come down upon her head /

Bang, bang, Maxwell’s silver hammer /

Made sure that she was dead /

[…]

Silver Hammer Max

 

(aus dem „Murderer-Song“ „Maxwell’s Silver Hammer“ von den Beatles, der Teil des „Abbey Road“-Albums (1969) ist und von einem mörderischen „student named Maxwell Edison“ handelt, der offenbar mehrere Frauen mit einem „Silber-Hammer“ getötet hat; übrigens: außer McCartney, der diesen betont „fröhlich“ daherkommenden „Something goes wrong out of the blue“-Song geschrieben hat, mochte keiner der anderen drei Beatles den Track, der gleichsam von den „Downfalls of Life“ handelt; // im Zentrum von Alfred Hitchcock’s „Shadow of a Doubt“ steht der von Joseph Cotten absolut grandios gespielte Frauen-Mörder „Charlie Oakley“)

 

 

 

Ein Tag ist wie der andere und nichts passiert. Wir sind richtig festgefahren. Das bedrückt mich schon seit Langem. Was soll denn bloß aus uns werden?

Ach, hör auf, Charlie. So schlimm ist es nun auch wieder nicht. Ich hab erst im Januar eine Gehaltserhöhung bekommen

Vater, wie kannst du nur von materiellen Dingen sprechen, wenn ich von seelischen rede? Wir essen und schlafen und damit hat sich‘s

 

(Dialog zwischen „Charlie Newton“ Teresa Wright und ihrem Vater „Joe Newton“ Henry Travers; „Charlie“ bringt ihre Langeweile in Bezug auf das „bürgerliche Leben“ in einer US-Kleinstadt zum Ausdruck; diese „boredom“ hat dann allerdings schlagartig ein Ende, als ihr „Onkel Charlie“ zu Besuch ins kalifornische Santa Rosa kommt)

 

 

 

Das ist der Walzer `An der schönen blauen Donau`

Ach ja, natürlich.Nein, stimmt nicht, Onkel Charlie. Es ist `Die lustige…`“

 

(Diskussion am Esstisch über eine Walzer-Melodie, die „Charlie“ Teresa Wright gerade nicht aus dem Kopf geht und die sie zuvor gesummt hat; Cotten erwähnt den „Donauwalzer“ von Johann Strauss und Wright denkt an die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár, wobei Cotten umgehend absichtlich auf dem Tisch ein Glas umschmeißt, weil er, aus gutem Grund, nicht an „Die lustige Witwe“ erinnert werden möchte)

 

 

 

Es hat doch keinen Sinn von der Vergangenheit zu sprechen. Auch nicht von der Zukunft. Nur das Heute zählt. Das ist meine Philosophie. Nur das Heute

 

(„Charlie Oakley“ Joseph Cotten macht, während er im Bett liegt, gegenüber seiner Schwester & seiner Nichte klar, dass er nichts von dem „accident“ hören möchte, den er als Kind mit einem Fahrrad hatte und der ihn angeblich, wie seine Schwester „Emma Newton“ (Patricia Collinge) soeben behauptet hat, „irgendwie dauerhaft verändert habe“)

 

 

 

Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß. Es hat alle möglichen Farben. […] Du denkst, du weißt was, nicht? Hältst dich für ein schlaues Mädchen, das das Gras wachsen hört. Es gibt so viel, was du nicht weißt. So viel. ...Was weißt du schon? Du bist nur ein ganz kleines Mädchen aus einer ganz kleinen Stadt. Du wachst jeden Morgen mit dem Bewusstsein auf, dass gar nichts passieren kann, das dich aus deinem Trott bringen kann. […]“

 

(„Onkel Charlie“ Joseph Cotten spricht seine Nichte „Charlie“ Teresa Wright in einer verrauchten & etwas „spelunkigen“ Cocktailbar auf den Verdacht an, den sie offensichtlich ihm gegenüber hegt)

 

 

Nach dem Erfolg des grundsätzlich eher „Abenteuerfilm-artigen“ und an Die 39 Stufen oder an Der unsichtbare Dritte erinnernden Saboteure / OT: Saboteur (1942) mit Robert Cummings & Priscilla Lane hatte Hitchcock gleichsam freie Hand bei der Stoffwahl und er entschied sich, den Thriller Im Schatten des Zweifels zu drehen, an dessen Drehbuch auch der bedeutende US-Schriftsteller Thornton Wilder beteiligt war.

Shadow of a Doubt“, in dem sozusagen „die dunkelsten Untertöne“ der „human nature“ untersucht werden, gilt ja gemeinhin als „Hitchcock’s Lieblingsfilm“ oder zumindest als „einer von Hitchcock’s Lieblingsfilmen“, doch der ausgewiesene „Berüchtigt-Fan“ François Truffaut hat zurecht darauf hingewiesen, dass das Werk, im Gegensatz etwa auch zu zwei weiteren und viel populäreren Werken des „Meisters der Suspense“, in denen „gespaltene Persönlichkeiten“ eine Rolle spielen, nämlich Psycho (1960) und Frenzy (1972), nicht unbedingt repräsentativ für den „Hitchcock-Touch“ zu sein scheint (TRUFFAUT zu HITCHCOCK: „Ich weiß, `Shadow of a Doubt` ist unter Ihren Filmen derjenige, den Sie am meisten mögen. Aber wenn durch irgendein Unglück alle Ihre Filme verloren gingen, dann würde `Shadow of a Doubt`, glaube ich, doch keinen genauen Eindruck vom `Hitchcock touch` vermitteln. Ein getreues Bild von Ihrem Stil würde `Notorious` geben“).

Im Schatten des Zweifels war Alfred Hitchcock aber deswegen so wichtig, weil der Film so etwas wie die „Antwort auf eine persönliche Krise“ darstellte und nie wieder hat der Regisseur seine privaten Empfindungen in einem Werk so „offensichtlich“ auftauchen lassen.

 

 

Der Inhalt von Im Schatten des Zweifels:

[„HOLLY MARTINS JOSEPH COTTEN: „Im Zuchthaus nützt dir das Geld nichts“ / „HARRY LIME ORSON WELLES: „Das Zuchthaus ist in der anderen Zone. Die haben keine Beweise. Wenn du nicht...“ / „HOLLY MARTINS“: „Du möchtest mich loswerden, was?“ / „HARRY LIME“: „Vielleicht“ – aus dem legendären „Dialog im Riesenrad“ zwischen Joseph Cotten & Orson Welles in Carol Reed’s Der dritte Mann / OT: „The Third Man“; in Reed’s Meisterwerk aus dem Jahr 1949, das auf einer Vorlage von Graham Greene beruht und das vom British Film Institute zum „Besten britischen Film des 20. Jahrhunderts“ gewählt wurde, treffen im besetzten Nachkriegs-Wien der „zweitklassige Autor von Westernromanen Holly Martins“ und der „Medikamenten-Schieber Harry Lime“ aufeinander, zwei Männer, die einst freundschaftlich verbunden waren; Der dritte Mann (Musik: Anton Karas; mit Alida Valli & Trevor Howard; in kleineren Rollen: Paul Hörbiger, Ernst Deutsch, Annie Rosar) ist, neben Welles‘ Geniestreich Citizen Kane (1941), sicherlich der populärste Film mit Joseph Cotten] – „Shadow of a Doubt“ beginnt damit, dass man den „Untermieter“ Charlie Oakley in einem „untergemieteten Zimmer“ in seinem Bett liegen sieht. Er starrt zur Decke und raucht eine Zigarre. Auf dem Nachttisch sowie auf dem Boden liegen diverse Geldscheine, „a lot of money“ also.

Es klopft an der Tür und seine Vermieterin, eine „older woman“, erscheint, die Oakley aber mit „Mr. Spencer“ anspricht. Sie teilt ihm mit, dass „two men“ nach ihm gefragt hätten [VERMIETERIN: „Sie wollten irgendetwas von Ihnen. Ein junger Mann und ein älterer Mann“], und dass sie den beiden aber gesagt habe, dass er nicht da wäre [Nachfrage von CHARLIE OAKLEY: „Wollten sie nochmal wiederkommen?“].

Die Vermieterin weist ihn dann darauf hin, dass die beiden Männer, die, so ihr Eindruck, „ganz bestimmt wiederkommen werden“, „vor 5 Minuten“ immer noch „unten an der Ecke“ gestanden seien.

I’m so tired, I haven’t slept a wink / I’m so tired, my mind is on the blink / I wonder should I get up and fix myself a drink / No, no, no“ [Copyright: The Beatles] – schließlich spricht ihn die Vermieterin auf seinen „Zustand“ an und meint, dass er „schrecklich müde“ aussehe [Nachsatz der VERMIETERIN: „Ist Ihnen nicht gut, haben Sie Kopfschmerzen?“]. Nach dem Tipp, dass er „mal richtig ausspannen“ solle, entdeckt sie die frei herumliegenden Geldscheine und beginnt sie aufzuheben [VERMIETERIN: „[…] Das macht mich immer ganz nervös, wenn ich Geld rumliegen sehe. Es gibt so viele unehrliche Leute in der Welt. […]“].

Es kommt ans Tageslicht, dass die Vermieterin den „zwei Bekannten, die ihn überraschen wollten“ eigentlich versprochen hat, ihm nichts von dem „Überraschungsbesuch“ zu erzählen, doch „Mr. Spencer“ aka Charlie Oakley will, dass sie die beiden das nächste Mal „reinlässt“. Der Untermieter gesteht in der Folge, dass das in Wahrheit alles „komisch & merkwürdig“ sei, denn die beiden Männer seien in Wahrheit „Strangers“ [CHARLIE OAKLEY: „[…] Die beiden sind gar keine Freunde von mir. Ich habe sie noch nie gesehen. Ist doch merkwürdig, nicht?“].

Als er dann kurz überlegt, ob er raus auf die Straße gehen und die beiden doch treffen soll, ist die Vermieterin dagegen und empfiehlt ihm weiterzuschlafen. Damit ihm das „besser gelingen kann“, zieht sie die Jalousie runter [Anmerkung: Hitchcock’s Im Schatten des Zweifels ist ein „psychological thriller film“ voll mit brillanten Dialogen, und diese Brillanz in den „dialogues“, die sicherlich auch ein Verdienst des Dramatikers Thornton Wilder war, ist hier gleich zu Beginn spürbar, in der Unterhaltung zwischen der Vermieterin und Joseph Cotten; einige wahrlich „memorable dialogues“ haben sich aber eben auch Cotten & Orson Welles in „The Third Man“ (Drehbuch: Graham Greene) geliefert, aber ein echtes Highlight innerhalb des oben angesprochenen „Riesenrad-Dialogs“ der beiden bleiben Welles‘ „Abschiedsworte an den aus seiner Sicht unkooperativen Holly Martins“, der sich partout nicht an seinen „immoral / unethical“ Geschäften beteiligen möchte: „HARRY LIME ORSON WELLES: „[…] Holly, schade, dass du nicht mitmachst. Ich kann in Wien keinem Menschen mehr trauen und wir haben doch immer zusammengehalten. Falls du dir’s überlegst, gib mir Nachricht. Wir können uns überall treffen. Aberwenn du kommst, dann will ich nur dich sehen. Nicht die Polizei. Ich habe Vertrauen zu dir. Nun sei nicht so trübsinnig. Ist alles halb so schlimm. Denk dran, was Mussolini gesagt hat. In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut. Aber dafür gab es Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, 500 Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? Die Kuckucksuhr. Adieu, Holly“ (aus: Der dritte Mann)].

Gefühlt einen „Sekundenschlaf-Augenblick“ später ist die Vermieterin aus dem Zimmer verschwunden…und Oakley steht auf, leert das Glas mit Alkohol, das er auf dem kleinen Nachttisch stehen hat, und wirft das Glas dann „with a lot of anger“ gegen das Waschbecken im Badezimmer, sodass es dort „in a hundred pieces“ zerspringt.

Anschließend blickt er aus dem Fenster und sieht unten an der Ecke „not `The Two Jakes`, sondern `The Two Men`“ stehen [Kommentar von CHARLIE OAKLEY, während er aus dem Fenster blickt: „Was wisst ihr schon? Ihr blufft ja nur. Ihr könnt mir nichts nachweisen“].

Oakley verlässt schließlich sein Zimmer, geht raus auf die Straße und dort an den… „One, two, three, four, five, six, seven / All good children go to Heaven“ [Copyright: The Beatles] …spielenden Kindern vorbei.

Nachdem er auch die „two men“ [Anmerkung: Hitchcock zeigt das Zusteuern von Joseph Cotten auf die zwei Männer teilweise wiederum mit der „Hitchcock-typischen“ subjektiven Kamera, soll heißen: aus der Sicht von „Charlie Oakley“] passiert hat, gehen ihm diese hinterher, verfolgen ihn, doch bald schon verliert sich Oakley’s Spur in der ansonsten menschenleeren Betonwüste [Anmerkung: Hitchcock & sein Kameramann Joseph Valentine präsentieren hier, bei der „Verfolgung von Oakley durch die Großstadt“, großartige Totalen, die das „Stadtgebiet“, durch das sich die drei Figuren bewegen, wie ein urbanes „Wasteland“ erscheinen lassen, wie eine „Einöde aus Beton“].

In einer Örtlichkeit, in der Billard gespielt wird, führt Oakley dann ein Telefonat und diktiert ein Telegramm in den Hörer [CHARLIE OAKLEY: „Ich habe Heimweh nach euch. Stopp. Ich werde euch für einige Zeit besuchen. Stopp. Freue mich auf euch. Werde Donnerstag ankommen. Telegrafiere noch genaue Ankunftszeit. Liebe Grüße an alle. Extrakuss für die kleine Charlie. Von ihrem Onkel Charlie. […]“].

„Change of Location“. Das Städtchen Santa Rosa in Kalifornien, „a small city“, in der offenbar noch „glückliche, aber ein wenig naiv dreinblickende“ Polizisten den Verkehr regeln. Charlie Newton, „Young Charlie“ also, liegt, ähnlich wie ihr „Uncle Charlie“ zuvor, in ihrem Bett, starrt an die Decke und langweilt sich…oder denkt nach [Anmerkung: Nicht nur nahezu jede Figur in „Shadow of a Doubt“ hat eine Gegenfigur, sondern beinahe jedes Bild hat auch eine Art „Gegenbild“; der „body“ von Teresa Wright verhält sich in der Einstellung quasi „spiegelbildlich“ zu jenem von Joseph Cotten in seinem „Großstadtzimmer“ in den Anfangssequenzen des Thrillers].

Das Telefon im Haus läutet und Charlie’s kleine und erstaunlich „smarte“ & geradezu „neunmalkluge“ Schwester Ann [gespielt von Edna Mae Wonacott – die damals 11-jährige Wonacott, die absolut keine Schauspielerfahrung hatte, wurde von Hitchcock in Santa Rosa quasi „auf der Straße entdeckt“, angeblich während sie auf den Schulbus wartete (Anm.)], die gerade ein Buch liest, geht ran. Da sie keinen Bleistift bei der Hand hat, kann sie das Telegramm, das ihr eine „Mrs. Henderson von der Post“ diktieren will, nicht „entgegennehmen“ [aus den Wortmeldungen von ANN während des Telefonats: „[…] Ich kann mich nicht mit so unwichtigen Dingen belasten. Ich muss mir nämlich den Kopf für wichtige Dinge freihalten. […]“].

Nachdem sie am Telefon versprochen hat, die Sache mit dem Telegramm ihrer momentan abwesenden Mutter zu erzählen, und das Telefonat beendet hat, taucht ihr Vater Joe auf, der ein Buch mit dem Titel „Unsolved Crimes“ bei sich trägt. Der „bookworm“ Ann rügt ihren Vater für seinen Geschmack [ANN: „Also, das ist doch wirklich komisch. Ich bin doch eigentlich noch ein Kind, aber ich würde nie so ein Zeug lesen wie du“ / Reaktion von JOE: „Hm, davon kriegst du auch nur Alpträume“].

Bevor er rauf zu seiner älteren Tochter Charlie geht, die, laut Ann, „oben in ihrem Zimmer nachdenkt“, teilt sie ihm noch auf seine Nachfrage hin mit, dass sie selbst gerade „Ivanhoe“ liest [Anmerkung: Den historischen Roman „Ivanhoe“ von Walter Scott, erschienen 1820, kannte Hitchcock selbst sehr gut und er konnte angeblich ganze Passagen des Klassikers auswendig zitieren].

Watch out now / Take care, beware the thoughts that linger / Winding up inside your head / […] Beware of darkness“ [Copyright: George Harrison] – der Vater erkundigt sich dann [wiederum ganz ähnlich wie die Vermieterin zuvor bei „Charlie Oakley“ alias „Mr. Spencer“] nach dem „Wohlsein“ seiner nachdenklichen Tochter. Diese spricht davon, „stundenlang“ nachgedacht zu haben, und bringt ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass die gesamte Familie glatt „versackt“ sei und sich in einer Art „Trott“ befinde, der keinerlei „vernünftige Unterhaltung“ mehr entstehen lasse.

Dann bringt Charlie Newton das Thema „Mother“ zur Sprache, die momentan eben „gone out“ sei. Sie spricht davon, dass die Mutter ansonsten „wie ein Tier“ arbeite und sich „in einer Tretmühle“ befinde [Nachsatz von CHARLIE NEWTON: „[…] Kochen und essen und ins Bett. Ich versteh gar nicht, wie sie das aushält“]. Schließlich bringt sie den Wunsch zum Ausdruck, etwas für ihre Mutter zu tun, wobei sie auch nicht genau weiß, was sie tun könnte [CHARLIE NEWTON: „Ich glaube, wir können nichts weiter tun, als auf ein Wunder warten“; // Anmerkung: Weiter oben habe ich erwähnt, dass Im Schatten des Zweifel durchaus der Ausdruck einer Art „Lebenskrise“ Hitchcocks war, und ein zentraler Teil dieser Krise war, dass Hitchcocks Mutter Emma im September 1942 nach schwerer Krankheit verstorben war, wobei die Tatsache, dass er „so far away from her“ war, also: in den Vereinigten Staaten, und sie im WKII-gebeutelten England nicht besuchen konnte, für zahlreiche Schuldgefühle gesorgt hatte; die Angst und die Trauer um sie sind sicherlich in „Shadow of a Doubt“ miteingeflossen; noch dazu heißt „Mother Newton“ mit Vornamen „EMMA“, also genauso wie Hitchcock’s Mutter].

„What’s up?“ – als die Mutter ins Haus zurückgekehrt ist, erkundigt auch diese sich bei Charlie danach, „ob etwas mit ihr los sei“ [CHARLIE NEWTON: „Och, ich glaube, ich werde allmählich eine alte Jungfer“; // Anmerkung: Teresa Wright (1918 – 2005), die 1943 für ihre Nebenrolle in William Wyler’s Mrs. Miniver (1942) einen Oscar erhalten hat, ist eine eher „unterschätzte `Hitchcock-Woman`“ aus den 1940er-Jahren, in denen vor allem Schauspielerinnen wie Joan Fontaine (Rebecca & Verdacht) und, „of course“, Ingrid Bergman (Ich kämpfe um dich / Berüchtigt / Sklavin des Herzens) mit dem Regie-Maestro assoziiert wurden, allerdings waren die beiden ja auch gleich in mehreren Hitchcock-Filmen zugegen; aber wie auch immer: ich persönlich bin im Laufe der Zeit ein „Teresa-Wright-Fan“ geworden; weitere erwähnenswerte Rollen hatte Wright auch unter der Regie von Fred Zinnemann und an der Seite von Marlon Brando in dem Drama Die Männer (1950) oder, im höheren Alter, dann in Francis Ford Coppola’s John-Grisham-Verfilmung Der Regenmacher (1997), in der der junge Matt Damon inmitten einer wahren „Allstar-Cast“, bestehend u. a. aus Danny DeVito, Danny Glover, Mickey Rourke & Dean Stockwell, agiert].

Plötzlich…kommt Charlie die Idee, auch ein Telegramm zu schreiben, nämlich an eine Person, von der sie sich sicher ist, dass sie die „Langeweile“ beenden könnte [CHARLIE NEWTON – zu ihrer Mutter, die wissen will, an wen sie so plötzlich ein Telegramm schreiben möchte: „Ich kenne einen Menschen, der uns allen wieder Auftrieb gibt, der uns auf andere Gedanken bringt. […] Es gibt nur einen Menschen, der uns aus unserem Trott rausreißen kann. Mutter, wie ist die Adresse von Onkel Charlie?“; // Anmerkung: Hitchcock deutet an der Stelle schon an, dass „die beiden Charlies“ gleichsam „telepathisch“ miteinander verbunden sind, und diese „Gedankenübertragung“ führt hier dazu, dass beide „almost at the same time“ auf die Idee gekommen sind, ein Telegramm zu schreiben].

Nachdem die Mutter Philadelphia als Wohnort ihres Bruders angegeben hat, macht sich Charlie Newton auf den Weg zur „postwoman“ Mrs. Henderson [Anmerkung: Exkurs: „MR. BROOKS KEVIN COSTNER: „Sieht fast so aus, als wollte ich dabei erwischt werden, Marshall“ / „MARSHALL WILLIAM HURT: „Tu das verflucht nochmal nicht! Es würde uns nicht gefallen, den Rest unseres Lebens im Todestrakt zu sitzen und auf die Giftspritze zu warten“ / „MR. BROOKS“, bevor er den geöffneten Vorhang beim Fenster zuzieht: „Ja, Sir“ – einen überraschend guten und fast „hintersinnig bösen“ Beitrag zum völlig „ausgelutschten“ Serienkillerfilm-Genre hat Regisseur Bruce A. Evans 2007 mit Mr. Brooks – Der Mörder in Dir / OT: „Mr. Brooks“ abgeliefert; darin spielt Kevin Costner sozusagen einen Mann mit „zwei Gesichtern“, eine „gespaltene Persönlichkeit“, denn der erfolgreiche Geschäftsmann, Familienvater & „liebevolle Ehemann“ „Mr. Earl Brooks“ hat in Wahrheit ein dunkles Geheimnis: er ermordet, angetrieben von seinem Alter Ego „Marshall“, der eben von William Hurt gespielt wird, nachts Menschen, so zum Beispiel auch Liebespaare, und in der Szene, aus der das Zitat stammt, unterhalten sich Costner & Hurt gerade in der Wohnung eines Liebespaares über die Tatsache, dass offenbar, während Costner das Paar beim Liebesakt unterbrochen und anschließend erschossen hat, der Vorhang geöffnet war, ein Faktum, das dann tatsächlich für Schwierigkeiten sorgt, denn „Mr. Brooks“ wurde bei dem Mord von einem voyeuristischen Hobbyfotografen (Dane Cook) aufgenommen, der ihn in der Folge zu erpressen versucht – Hitchcock’s Das Fenster zum Hof lässt eindeutig grüßen!; als wirkliche & äußerst hartnäckige Gegenspielerin stellt sich für Costner (& Hurt) aber im Endeffekt „Detective Tracy Atwood“ heraus, eine „attractive“ Ermittlerin, die von Demi Moore verkörpert wird; die Ehefrau von „Mr. Brooks“, „Emma Brooks“, gibt übrigens CSI: Vegas-Legende Marg Helgenberger].

A home sweet home / With a couple of kids running in the yard / Of Desmond and Molly Jones / […] La-la how the life goes on“ [Copyright: The Beatles] – nachdem sich auch noch „das Nesthäkchen“ wieder im Hause eingefunden hat, nämlich der kleine Roger Newton [gespielt von dem „child actor“ Charles Bates (Jahrgang 1935), dessen Filmkarriere sich tatsächlich nur auf einen Zeitraum von Beginn der 40er auf Anfang der 50er-Jahre erstreckte (Anm.)], ruft die Mutter Mrs. Henderson an und fragt nach dem Telegramm…und sie ist „surprised“ über die Tatsache, dass ihr Bruder der Absender ist [EMMA – in das Telefon gesprochen und zunächst auf Charlie Oakley bezogen und im letzten Teil dann in Richtung ROGER gemeint, der über den kleinen Seitenhieb nicht unbedingt glücklich scheint: „Das ist mein jüngerer Bruder, unser Baby. Natürlich ist er verwöhnt. Sie wissen ja, es ist immer so mit Nesthäkchen“].

Im Anschluss an den „phone call“ weiht sie alle Anwesenden in die Tatsache ein, dass „Charles“ zu Besuch kommt [ANN & ROGER – fast synchron: „Wer?“].

Auf dem Postamt weist „not `The Postman`, sondern `The Postwoman`“ Charlie Newton, die gerade ihr Telegramm verfasst, darauf hin, dass eigentlich gerade für sie & ihre Familie eine Nachricht gekommen sei. Charlie freut sich über das Telegramm von „Onkel Charlie“ und betont gegenüber der überforderten Mrs. Henderson, die glaubt, dass Charlie über das „Telegrafieren“ sinniert, den „telepathischen Charakter“ der Nachricht [CHARLIE NEWTON: „Glauben Sie an Telepathie? Nehmen Sie an, dass Sie an etwas denken. Und dieser jemand ist 1000 Meilen entfernt und trotzdem weiß er, was Sie denken, und antwortet Ihnen. Das ist Gedankenübertragung“].

„The Postwoman“ merkt schließlich an, dass sie es bevorzugt, Telegramme „auf normale Weise“ zu schicken. Wieder „outside the Post Office“ scheint Charlie Newton… „Two of us sending postcards / Writing letters […]“ [Copyright: The Beatles] …über die Tatsache des Onkel-Charlie-Besuchs sehr glücklich zu sein [CHARLIE NEWTON – zu sich selbst: „Er hat mich gehört. Er hat mich gehört“; // Anmerkung: François Truffaut hielt die Besetzung von Im Schatten des Zweifels im Großen und Ganzen für ganz ausgezeichnet und betonte nicht nur die exzeptionelle Leistung von Joseph Cotten bei der Darstellung eines Mörders/Psychopathen, sondern auch jene von Teresa Wright: „Es ist wirklich eines der besten Mädchenporträts im amerikanischen Film“ (TRUFFAUT zu HITCHCOCK); ähnlich gut wie Wright in dem Hitchcock-Movie ist meines Erachtens eigentlich nur mehr Winona Ryder als „Charlotte Flax“ in Richard Benjamin’s Meerjungfrauen küssen besser (1990) mit Cher, Bob Hoskins & der damals erst 10-jährigen Christina Ricci].

„Inside a Train“. Ein farbiger Zug-Begleiter spricht durch einen Vorhang hindurch mit einem offenbar unpässlichen Fahrgast namens „Mr. Otis“ [bei dem es sich der Stimme nach aber um Charlie Oakley handelt]. Nach dem kurzen Gespräch erkundigt sich eine Frau, deren Mann scheinbar Arzt ist und der gerade mit einem kahlköpfigen, korpulenten Herrn [Alfred Hitchcock bei seinem Cameo-Auftritt!] an einem Tisch eine Partie Karten spielt, danach, ob „Hilfe gebraucht werde“. Dies wird von dem Schaffner verneint und er erzählt, dass sich der Passagier „gleich nach der Abfahrt hingelegt habe und nicht mehr aufgestanden sei“.

„On the Train Station“. Joe Newton und die drei Kinder stellen das Auto ab und sehen den Zug einfahren, mit dem „Uncle Charlie“ ankommen soll [Anmerkung: Die Ankunft des Zugs ist visuell insofern spektakulär, da die Lock dabei auffällig schwarzen Rauch ausstößt, und Truffaut hat Hitchcock im Interview auch zu diesem „black smoke“ befragt, welchen der Franzose im Übrigen mit der „Ankunft des Teufels in der Stadt“ gleichgesetzt hat: TRUFFAUT: „Ein Detail aus `Shadow of a Doubt` würde mich noch interessieren. In der […] Bahnhofsszene, wenn der Zug einfährt, aus dem Onkel Charlie aussteigt, kommt dieser schwarze Rauch aus dem Schornstein der Lokomotive. Wenn der Zug nah herankommt, ist der ganze Bahnhof davon voll. Ich hatte den Eindruck, dass das Absicht war. […]“ / HITCHCOCK: „Allerdings, für die [...] Szene hatte ich viel schwarzen Rauch verlangt. Das ist eins von diesen Dingen, mit denen man sich ungeheure Mühe macht, und hinterher merkt man es kaum. Aber hier hatten wir obendrein noch Glück. Die Sonne stand so, dass ein wunderschöner Schatten über den ganzen Bahnhof fällt“ (Quelle: „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“)].

Als Erste sieht Charlie Newton ihren Onkel Charlie, doch dieser scheint sich beim Verlassen des Zugs auf einen Gehstock stützen zu müssen, und noch dazu wird er dabei von zwei älteren Personen [dem „Mein Mann ist Arzt“-Ehepaar] flankiert. Charlie ist daraufhin kurz „worried“, aber als „Uncle Charlie“ sie dann wahrnimmt, beginnt er sich plötzlich „ganz normal“ zu bewegen, wirkt plötzlich nicht mehr „krank“. Es kommt schließlich zu einer Umarmung auf dem Bahnsteig [ONKEL CHARLIE: „Charlie!“ / CHARLIE: „Onkel Charlie!“] zwischen den beiden, bevor Oakley auch seinen Schwager begrüßt.

All the children sing / Hey, Bungalow Bill / What did you kill? / Bungalow Bill“ [Copyright: The Beatles] – die beiden jüngeren Kinder jedoch scheinen zurückhaltender gegenüber „Onkel Charlie“ zu sein, und vor allem Ann wirkt irgendwie „skeptisch“ [Anmerkung: „HOLLY MARTINS JOSEPH COTTEN – in Richtung „HARRY LIME ORSON WELLES: „Harry!“ – eine tolle „Wiedersehensszene“, wenngleich auch unter völlig anderen Umständen, ist auch jene Szene in Der dritte Mann, in der Joseph Cotten „his old friend“ Orson Welles wiedertrifft; in der besagten Szene, die klarerweise vor dem Treffen der beiden im Riesenrad stattfindet, steht Welles in der Nacht, um nicht gesehen zu werden, ganz in der Nähe der Wohnung seiner Exfreundin „Anna Schmidt“ (Alida Valli) vor einer verschlossenen Eingangstür zu einem Wohnhaus und Cotten sieht aus Lichtmangel zunächst nur „Harry Lime’s Schuhe“ sowie die herumstreunende Katze von Lime’s Exfreundin, die diesen gleichsam „auf der Straße umgehend wiedererkannt“ und sich auch sofort schnurrend zu ihm gesellt hat; Cotten will von der Gestalt, dass sie sich zu erkennen gibt, doch erst der Lichtschein aus einem Fenster, das dann von einer wütenden Wienerin (WIENERIN: „San Sie deppat? Ja, Sie man ich! Schauns net so blöd! Eine Frechheit, mittn in da Nocht so an Krawall zu mochn!“) geöffnet wird, macht Welles‘ „face“ erkennbar, und nachdem Welles ein wirklich unnachahmliches verschmitztes Lächeln von sich gegeben hat, flüchtet er und verschwindet in der Wiener Kanalisation (wo „Harry Lime“ dann später, am Ende des Films, bekanntlich auch von „Holly Martins“ im Rahmen einer Verfolgungsjagd erschossen wird)].

Vor dem Haus der Newtons kommt es dann auch zu einer „reunion“ zwischen „Charles“ & seiner Schwester [ONKEL CHARLIE – während EMMA auf ihn zulaufen möchte: „Emmy, bleib da stehen! Du siehst überhaupt nicht wie Emmy Newton aus. Du siehst aus wie Emmy Oakley aus der Burnham Street 46, St. Paul, Minnesota, `das hübscheste Mädchen in der ganzen Gegend`“].

„Oh, Charles, it’s so wonderful to have you here!“ – im Rahmen der Umarmung zwischen „Sister and Brother“ bringt Emma Newton dann ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass ihr Bruder anscheinend noch immer… „Dear Prudence, won’t you come out to play“ [Copyright: The Beatles] …an den Ort ihrer gemeinsamen Kindheit, an die „Burnham Street“, denkt [EMMA: „[…] Und wie schön, dass du noch immer an unsere alte Burnham Street denkst. Ich hab schon jahrelang nicht mehr an sie gedacht“], woraufhin „Charles“ betont, dass das „eine wunderschöne Zeit“ war, die er „nie vergessen werde“ [Anmerkung: „JEDEDIAH LELAND JOSEPH COTTEN – zu „REPORTER THOMSON WILLIAM ALLAND: „Er hat nie an jemand anders geglaubt als an Charles Foster Kane. Er hat sein ganzes Leben nur an Charles Kane geglaubt. Ich fürchte, er ist ohne Glauben an irgendetwas anderes gestorben, der arme Mensch“ – mit einem ganz anderen „Charles“, als den er selbst bei Hitchcock spielt, hatte Cotten in Orson Welles‘ Citizen Kane zu tun, nämlich mit dem Medienzaren „Charles Foster Kane“; das Zitat stammt aus jener Szene, in der „Reporter Thomson“ den mittlerweile alten (oder sagen wir besser: „auf alt geschminkten“) Joseph Cotten besucht; „Thomson“ geht seinerseits dem Rätsel nach, was eigentlich Kane’s „letztes Wort vorm Sterben“, nämlich „Rosebud“, zu bedeuten hat, und Cotten erinnert sich dann eben an seinen alten Freund, mit dem er sich letztendlich überworfen hat, denn Kane’s „success-story“ wird als flankiert von „Machtgier & Korruption“ sowie letztendlich von „Einsamkeit“ dargestellt, und der von Orson Welles bekanntlich persönlich verkörperte „Main-Character“ stirbt „in völliger Einsamkeit“ in seinem Schloss „Xanadu“ und „hinterlässt“ der Nachwelt eben das Wort „Rosebud“, das keiner recht „einzuteilen/einzuordnen“ weiß; Welles‘ Citizen Kane, der als „verkapptes Porträt“ des Medien-Tycoons & Verlegers William Randolph Hearst „erkannt“ oder empfunden wurde, war seinerzeit, durch die Rückblenden, die „Multi-Perspektiven“ & den zeitweiligen „Wochenschau-Stil“, sicherlich „äußerst innovativ“ und wurde oftmals herangezogen, wenn es darum ging, den „besten Film aller Zeiten“ zu wählen; allerdings ist Welles‘ Debütfilm (Musik: Bernard Herrmann(!)) ein Werk, das, im Gegensatz zu den meisten Hitchcock-Filmen, mehr den „Intellekt“ als das „Herz“ des „Film-Fans“ anspricht, denn wirkliche „Identifikationsfiguren“ bietet das Werk nicht; // ein recht sehenswerter Beitrag zum Themenkreis „Citizen Kane“ ist übrigens Mank (2020) von Regisseur David Fincher, ein Film über jenen Mann, der eigentlich das Drehbuch zu dem Welles-Film zunächst „im Alleingang“ geschrieben hat, nämlich Herman J. Mankiewicz (1897 – 1953); in Fincher’s in edelstem Schwarzweiß gedrehtem Werk (als „subversives Genie, dem die Regeln der anderen völlig egal sind“, also: als Orson Welles, glänzt: Tom Burke) tummeln sich sozusagen auch zahlreiche Hitchcock-Wegbegleiter wie David O. Selznick (gespielt von Toby Leonard Moore) oder Ben Hecht (gespielt von Jeff Harms); als „Mank“, so der Spitzname des Drehbuchautors, der sich den „Screen Credit“ für sein 300 Seiten starkes Drehbuch am Ende erst bei Welles, Hollywood‘s einst berühmtestem „Non-Konformisten“, erkämpfen musste, spielt Gary Oldman ganz groß auf – „Wie Pascal einmal sagte: `Entschuldigen Sie meine langen Briefe, für einen kurzen hatte ich keine Zeit`“ („Herman J. Mankiewicz“ Gary Oldman in Mank angesichts seines etwas lang geratenen Citizen-Kane-Drehbuchs)].

„Inside the House“. Onkel Charlie bekommt während seines Aufenthalts das Zimmer seiner Nichte „zugewiesen“, worauf diese auch, laut „Schwager Joe“, regelrecht bestanden haben soll. Oakley wirft beim Eintreten sofort seinen Hut auf das Bett, was ihm eine Rüge des Schwagers einbringt [zugehöriger Dialog: JOE: „Ah-ah-ah-ah. Einen Hut soll man nie aufs Bett legen!“ / ONKEL CHARLIE: „Abergläubisch, Joe?“ / JOE: „Nein, aber man muss den Ärger ja nicht herausfordern“].

Allein in „seinem Zimmer“ betrachtet Oakley zunächst ein Foto, das an der Wand hängt und auf dem seine Nichte zu finden ist. Dann trennt er eine Blume von dem Blumenstrauß ab, der im Zimmer herumsteht, und steckt sich diese in den Anzug. Schließlich nimmt er seinen Hut, den er nach dem „Schwager-Hinweis“ wieder an sich genommen hat, und wirft diesen dann doch noch aufs Bett [Anmerkung: Exkurs: „YOUNG WOMAN“: „Ja?“ / „ALBERT DESALVO TONY CURTIS: „Mm, der Chef schickt mich, wegen Ihres Badezimmers“ / „YOUNG WOMAN“: „[…] Können Sie nicht morgen oder so nochmal wiederkommen?“ / „ALBERT DESALVO“: „Na ja, wenn’s sein muss. Entschuldigen Sie die Störung“ / „YOUNG WOMAN“: „Augenblick! Nachher wird’s vergessen. Dann machen Sie’s lieber gleich“ – kurz nach diesem Dialog macht der „Boston Strangler“ „Albert DeSalvo“ Tony Curtis die junge Frau, die im Film als „Victim Number 11“ bezeichnet wird, zu seinem nächsten Opfer; absolut nichts „Elegantes“ im Auftreten, so wie der fiktionale Frauenmörder „Charlie Oakley“ in Im Schatten des Zweifels, hatte der US-Serienmörder Albert Henry DeSalvo, der zwischen 1962 und 1964 in Boston tatsächlich insgesamt 13 Frauen im Alter zwischen 19 und 85 Jahren umgebracht hat, wobei er einige Frauen sofort getötet hat, andere wiederum erst nach einer Vergewaltigung; als Mordwerkzeug verwendete DeSalvo jeweils Kleidungsstücke der Opfer; DeSalvo (Jahrgang 1931), der sozusagen „im normalen Leben“ auch Familienvater war und 1973 im Gefängnis ermordet wurde, verschaffte sich, wie in dem Zitat oben deutlich wird, oftmals Eintritt als Handwerker, Bote oder als „Gas-Mann“ oder dergleichen, Einbruchsspuren gab es nicht; genauso „gespalten“ wie die Persönlichkeit DeSalvos ist auch der durchaus gelungene Richard-Fleischer-Film Der Frauenmörder von Boston / OT: The Boston Strangler aus dem Jahr 1968, in dem Tony Curtis in der wohl anspruchsvollsten, abgründigsten und gewiss „deprimierendsten“ Rolle seiner gesamten Karriere zu sehen ist, denn diese „kühle Studie eines Serienmörders“ zeichnet zunächst über längere Strecken das Bild einer „Stadt in Angst“ (als Ermittler agieren: Henry Fonda, George Kennedy, Murray Hamilton), bevor Curtis dem „Schrecken“ dann ein Gesicht verleiht, und Curtis lässt DeSalvo‘s Apathie & gleichzeitige Getriebenheit am Ende, nach der Ergreifung, gekonnt „in den Wahnsinn hinübergleiten“ – „This is the story of Albert DeSalvo. The self confessed Boston Strangler“ (Einblendung im Rahmen des Vorspanns)].

„Later“ sitzen alle am Esstisch versammelt und „Uncle Charlie“ erzählt offenbar aus seinem Leben und etwas über eine Yacht. Doch dann will er schnell das Thema wechseln und spricht seine Nichte darauf an, dass sie „das hübscheste Kleid, das er je gesehen habe“ trägt.

Nachdem ihn die Angesprochene daran erinnert hat, dass… „Honey Pie / Honey Pie / […] I love you, Honey Pie“ [Copyright: The Beatles] …er es war, der ihr das Kleid einst geschenkt hat, beginnt „Charles / Onkel Charlie“ plötzlich „den Newtons“ diverse eingepackte „gifts“ zu überreichen. So erhält sein Schwager eine Armbanduhr [Kommentar von JOE: „Hey, das ist meine erste Armbanduhr. Meine Kollegen in der Bank werden ja Augen machen“], die beiden weiterhin eher „zurückhaltend“ agierenden jüngeren Kinder Spielzeug und seine Schwester „etwas um den Hals, wofür offenbar ein Tier dran glauben hat müssen“. Aber „Emmy“ bekommt außerdem noch zwei Fotos aus dem Jahr 1888, die ihre Eltern abbilden, überreicht, woraufhin „Young Charlie“ meint, dass ihre Großeltern „lieb“ aussehen würden, was wiederum Onkel Charlie dazu bringt, sich „an die Welt damals“ zu erinnern [ONKEL CHARLIE – im Original: „A wonderful world. Not like the world today. Not like the world now. It was great to be young then“; // Anmerkung: Diese Stellen in Im Schatten des Zweifels, an denen sich Joseph Cotten „gerne an früher erinnert“, wurden von Hitchcock-Exegeten unmittelbar mit dem Regisseur in Verbindung gebracht, denn „Hitch“ litt sozusagen zuweilen an einer Sehnsucht nach der Vergangenheit, die mit einer Verachtung der Gegenwart einherging].

Dann ist Charlie an der Reihe, um ein Geschenk zu erhalten, aber sie möchte keines von ihrem Onkel, da, wie sie meint, „seine Anwesenheit sie restlos glücklich mache“. Schließlich verlässt sie den Raum und geht in die Küche, was ihr einige „abwertende Kommentare“ ihrer Geschwister einbringt [ROGER: „Die hat ja wohl n‘ Knall“ / ANN: „[…] Das ist bestimmt Angabe. Das ist in meinen ganzen Büchern so. Die Mädchen, die sagen, sie wünschen sich gar nichts, die kriegen mehr als die anderen. Darauf hat sie’s ja nur abgesehen“]. Der Vater hingegen betont „Charlie’s Intelligenz“ und spricht davon, dass seine Tochter eben „brains“ besitze, „Köpfchen“ habe.

Oh darling, please believe me / I’ll never do you no harm / Believe me when I tell you / I’ll never do you no harm“ [Copyright: The Beatles] – Oakley folgt Charlie in die Küche und seine Nichte versucht ihr Verhalten damit zu erklären, dass ein Geschenk etwas zwischen ihnen zerstören würde [Kommentar von ONKEL CHARLIE: „Du bist ein merkwürdiges Mädchen. […]“].

Charlie teilt ihm dann mit, dass sie das Gefühl habe, dass „in seinem Inneren etwas verborgen sei, von dem keiner etwas weiß“ [Reaktion von ONKEL CHARLIE – vorsichtig & leicht „ertappt“ wirkend: „Etwas, von dem keiner etwas weiß...?“; // Anmerkung: Hitchcock gelingt es, wie gewohnt, in „Shadow of Doubt“ durch die Art, wie er die Gesichtsausdrücke seiner Schauspieler:innen inszeniert, sofortige Einblicke in das Innenleben der einzelnen Figuren zu geben, und der Gesichtsausdruck von Joseph Cotten lässt einem an der Stelle sofort spüren, dass Teresa Wright „einen heiklen Punkt“ angesprochen hat].

Nachdem sie dieses „Etwas“ konkretisiert hat [CHARLIE: „Etwas sehr Schönes und Geheimnisvolles. Ich werde es schon rauskriegen“], entspannt sich ihr Onkel wieder und er will schließlich von ihr, dass sie ihm ihre Hand reicht. Und als sie das tut, steckt er ihr einen Ring mit einem Edelstein an den Finger [ONKEL CHARLIE: „Es ist ein echter Smaragd. So einen findet man selten. Smaragde sind die herrlichsten Edelsteine, die es gibt“; // Anmerkung: „Die ganze Ironie der Situation lag darin, dass sie in ihren Onkel verliebt war“ (HITCHCOCK zu TRUFFAUT) – es ist evident, dass Hitchcock hier eine Art „Vermählungsszene“ präsentiert und Teresa Wright zur „Braut“ wird, wenngleich der Ring mit dem Edelstein, wie sich unmittelbar danach herausstellt, etwas von einem „perversen Präsent“ an sich hat].

T. S. von B. M.“ [CHARLIE] – die Nichte entdeckt auf dem Ring „someone’s initials“, und der Onkel tut so, als ob er „vom Juwelier betrogen worden sei“, doch Charlie möchte den Ring trotzdem unbedingt behalten [CHARLIE: „Irgendwer war sicher einmal sehr glücklich über den Ring“].

Man will in der Folge zum „Rest der Familie“ zurückkehren, aber als Charlie die Küche wieder verlassen hat, scheint sich Oakley’s Gemüt abermals zu verdüstern und er denkt offenbar… „Let’s get up and dance to a song / That was a hit before your mother was born“ [Copyright: The Beatles] …an Paare in einem Ballsaal, die zu „flotter“ Musik tanzen [Anmerkung: „SHERIFF THOMAS MCALLISTER alias `RED JOHN`“ XANDER BERKELEY: „Sie haben bestimmt viele Fragen an mich. Wir haben Zeit, wenn Sie wollen“ / „PATRICK JANE SIMON BAKER: „Ich habe keine Fragen. Sie sind ein ekelhafter, sexuell perverser Menschenhasser mit einem erbärmlichen Größenwahn. Der Rest sind nur Kleinigkeiten“ / „SHERIFF THOMAS MCALLISTER alias `RED JOHN`“: „Ein `ekelhafter, sexuell perverser Menschenhasser`? Den Schuh muss ich mir anziehen, aber `erbärmlicher Größenwahn`? Nein, ich bin nicht größenwahnsinnig. Ich habe ein geheimes Imperium errichtet, ich kontrolliere das Leben von Tausenden. Mein Wort entscheidet über Leben und Tod, und niemand weiß, wer ich bin. Na, wenn das nicht wahre Größe ist, wie wollen Sie’s dann nennen?“ / „PATRICK JANE“: „Ich nenne es das Gefasel eines armseligen Egomanen“ (aus der The-Mentalist-Episode „Das Spiel ist aus“, der 8. Folge von Staffel 6, in welcher es zunächst in einer Kirche zum Showdown zwischen „Patrick Jane“ & „Red John“ kommt) – einen ganz anderen und viel unrealistischeren „Serienmörder-Approach“ als Alfred Hitchcock (in Im Schatten des Zweifels, Psycho oder Frenzy) haben vor einigen Jahren die Macher der TV-Serie The Mentalist (2008 – 2015) gewählt, denn der zunächst als „geheimnisvoller Serienmörder, der Blut-Smileys an die Wand malt“ eingeführte „Red John“, der einst die Frau & die Tochter des nun für eine kalifornische Polizeibehörde namens CBI arbeitenden Mentalisten „Patrick Jane“ ermordet hat, gerät im Laufe der Staffeln zu einer Art „Super-Super-Guru mit einstigem Sektenhintergrund, der darüber hinaus noch als Kopf einer Geheimgesellschaft korrupter Cops, Richter & FBI-Agenten namens `[William] Blake-Gesellschaft` agiert“; und als wäre diese um den Killer herum gebastelte „Mythologie“ nicht schon „too much“, haben es die Macher auch noch verabsäumt, am Ende einen das Publikum wirklich zufriedenstellenden „Red John“ zu präsentieren, und die Aussage von Simon Baker, die er dann ebenfalls in der Episode „Das Spiel ist aus“ an seinen bis zu diesem Zeitpunkt „unsichtbar gebliebenen“ Gegenspieler richtet, nämlich an „Sheriff Thomas McAllister alias `Red John`“, könnte nicht akkurater sein: „Sie sind Red John. Ich muss sagen, ich bin etwas enttäuscht“ („PATRICK JANE“ zu dem von ihm gerade angeschossenen „`RED JOHN` SHERIFF THOMAS MCALLISTER“); Xander Berkeley, ein sicherlich versierter Nebendarsteller, der auch Auftritte in Filmklassikern wie Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991), Apollo 13 (1995), Heat (1995) oder Air Force One (1997) hatte, ist zwar als „Sheriff McAllister“ absolut keine Fehlbesetzung, dafür aber in der „Zweitidentität“ als „Red John“ umso mehr – hier hätte es einen „wirklich gruseligen abschließenden Serienmörder-Auftritt“ à la „John Doe“ Kevin Spacey in David Fincher’s Sieben (1995) gebraucht, um den besagten Grusel und vor allem die „Schlüssigkeit“ sowie die „Akzeptanz“ des Ganzen aufrechtzuerhalten; allerdings, diese „verrückte“ Lösung des „Red-John-Stranges“, dieses „Red-John-Desaster“, ändert nichts daran, dass im Laufe der Jahre großartige Red-John-Folgen präsentiert wurden, so wie zum Beispiel „Die rote Scheune“ (Episode 13 von Staffel 5), in der ein „alter Mehrfachmord in einer Scheune“ zu den Sekten-Anfängen von „Red John“ zurückführt, oder auch „Sieben Namen“, die 22. und letzte Folge der fünften Staffel, in welcher „Red John“ nicht nur „eine glückliche Kindheitserinnerung“ von „Patrick Jane“ durch einen Frauenmord quasi „auslöscht“, sondern am Ende noch per Videobotschaft (in der er sich einer bei ihm im Ungnade gefallenen Mitstreiterin namens „Lorelei Martins“, die einen Text vorlesen muss, bedient) wie durch „Gedankenleserei“ jene sieben Personen enthüllt, die „Patrick Jane“ selbst zu seinen „finalen Red-John-Verdächtigen“ gemacht hat – „Ich fange wieder an zu morden. Oft. Bis Sie mich erwischen. Oder ich Sie erwische“ (Abschlussworte von „LORELEI MARTINS EMMANUELLE CHRIQUI in der an „PATRICK JANE gerichteten Videobotschaft von „RED JOHN“)].

Wieder beim Esstisch scheint Charlie eine gewisse Melodie nicht aus dem Kopf zu gehen, die sie vor sich hin summt [Reaktion von ANN auf das Gesumme ihrer Schwester: „Wer beim Essen singt, kriegt n‘ grässlichen Mann“].

Onkel Charlie hingegen gibt bekannt, dass er vorhabe, „some money“ „hierher“ nach Santa Rosa überweisen zu lassen, und er gedenkt das Geld dann in Joe’s Bank zu deponieren, wobei die… „How does it feel to be / One of the beautiful people / […] Baby you’re a rich man / Baby you’re a rich man“ [Copyright: The Beatles] …Summe von „30.000$ oder 40.000$“ dann die Newtons doch ein wenig erstaunt. So spricht „Father Joe“ davon, dass das „n‘ ganzer Haufen Geld“ sei, während der kleine Roger meint, dass sich das Geld „sowieso die Regierung“ schnappe, also der „Taxman“ [Kommentar von ANN: „So redet man nicht über die Regierung, Roger“].

„I can’t get that tune out of my head“ – Charlie summt abermals die Melodie, die die Mutter dann als „möglichen Walzer“ klassifiziert, doch Oakley scheint… „Boy, you‘re gonna carry that weight / Carry that weight a long time“ [Copyright: The Beatles] …etwas zerknirscht über „das Lied im Kopf seiner Nichte zu sein“ [CHARLIE: „Ich glaube, Lieder übertragen sich leichter als Gedanken“]. Nachdem weiter am Tisch über den „tune“ nachgedacht wurde, spricht Onkel Charlie davon, dass es der „Blue Danube Waltz“ sein könnte, doch die Nichte kommt plötzlich auf die wahre Quelle der Melodie, nämlich „The Merry Widow“, aber kaum hat Charlie die Worte „Die lustige…“ ausgesprochen, wirft ihr Onkel „aus Versehen“ ein Glas um [„Er möchte nicht, dass man sagt: `Das ist Die lustige Witwe`, weil das der Wahrheit zu nah kommen würde. Das ist wieder eine dieser Telepathie-Geschichten zwischen Onkel Charlie und dem Mädchen“ (HITCHCOCK zu TRUFFAUT); Anm.].

Nach dem gelungenen Ablenkungsmanöver wird Oakley von seiner Schwester mit der Abendzeitung auf die Couch im Wohnzimmer „navigiert“ [EMMA zu ONKEL CHARLIE: „Du darfst heute mal leben wie ein Pascha“].

Joe Newton geht währenddessen mit seinem Nachbarn und Freund Herb Hawkings, der nebenan mit seiner kranken Mutter wohnt und eine Reihe von „Unsolved Crime Stories“-Hefte bei sich hat, raus vors Haus [Anmerkung: Der Krimi-begeisterte „Herbert Hawkings“ wird von Hume Cronyn (1911 – 2003) gespielt; Im Schatten des Zweifels war das Leinwand-Debüt des Kanadiers, der mit Hitchcock’s späterem Die-Vögel-Star Jessica Tandy verheiratet war; Cronyn, welcher in „Hitch’s“ „Shadow…“ sozusagen die Leidenschaft Hitchcocks für gelöste/ungelöste Kriminalfälle sowie für Mordmethoden teilt, adaptierte für den Regisseur die literarischen Vorlagen zu Cocktail für eine Leiche (1948) & Sklavin des Herzens (1949) für die Leinwand; natürlich kommt bei „Nachbar Herb“ das berühmte Hitchcock’sche „Mother“-Motiv zum Tragen, denn der etwas schrullige „HERB“ lebt allein mit seiner Mutter, nur bleibt „Herb’s Mutter“ in Im Schatten des Zweifels die ganze Zeit über quasi „unsichtbar“].

Kommt sich ein bisschen wichtig vor“ [JOE zu HERB über ONKEL CHARLIE] – „outside the house“ teilt Joe Herbert mit, was er wirklich über seinen „brother-in-law“ denkt. Anschließend beginnen die beiden „Hobby-Literaturkritiker“ eine angeregte Diskussion über Mordmethoden, die sie unter anderem auch auf „Inee“, auf „indianisches Pfeilgift“, bringt. Herb kritisiert im Rahmen dieser „Mordmethoden-Diskussion“, bei der es in der Folge auch darum geht, wie sie sich gegenseitig ermorden könnten, aber Joe’s „unsubtile Vorschläge“ und merkt an, dass ihm da „der Faden“ fehle [aus dem zugehörigen Dialog: JOE: „Ich will doch keinen Faden. Ich will dich ermorden. Wozu brauch ich da n‘ Faden?“ / HERB: „So? Und wie willst du ohne Faden n‘ Buch schreiben?“ / JOE: „Ach, wer spricht denn davon, ein Buch zu schreiben? Ich spreche davon, dich umzubringen“]. Am Ende spricht Herb Hawkins davon, dass er Joe auf eine Weise ermorden würde, die nicht „nach Mord“ aussieht [Anmerkung: Die Aussage scheint an der Stelle klar zu sein: „Joe & Herb“ lockern ihre „geordnete bürgerliche Welt“ durch ein „morbides“ Hobby auf, nämlich durch die Lust an fantasievollen Mordgeschichten, und Hitchcock präsentiert einem gleichzeitig ein wenig den Grund, warum in einer Welt, in der es ohnehin „dermaßen viel Schreckliches“ gibt, der „fiktionale Schrecken“ dennoch so beliebt ist und, wenn man’s so ausdrücken möchte, als eine Art „Katharsis“ fungiert].

I read the news today, oh boy / […] And though the news was rather sad / Well I just had to laugh“ [Copyright: The Beatles] – währenddessen ist Charlie auf der Couch mit der Abendzeitung beschäftigt und…er scheint irgendwie über einen bestimmten Inhalt „beunruhigt“ zu sein. Daraufhin spielt er plötzlich den „heiteren und netten Onkel“ und zeigt Ann & Roger, „wie man aus einer Zeitung ein Papier-Haus bastelt“ [Kommentar von ANN: „Erstens bin ich kein Baby mehr und zweitens ist das Vater’s Abendzeitung“; // Anmerkung: Der „ANN“-Darstellerin Edna May Wonacott fiel es bei den Dreharbeiten schwer, Joseph Cotten vor der Kamera so abweisend zu behandeln, wie sie es gemäß der Rollen-Vorgabe musste, denn sie war sozusagen „ein echter Joseph-Cotten-Fan“, der aber „absolut kein Onkel-Charlie-Fan“ sein durfte].

Selbst Charlie, die aus der Küche zurückkommt, wo sie ihrer Mutter gerade beim Abwasch geholfen hat, scheint die Tatsache, dass ihr Onkel derart „respektlos“ mit „Father’s paper“ umgegangen ist, für einen kurzen Moment zu stören. Bei der „Rekonstruktion“ der „Newspaper“ fällt ihr aber auf, dass die Seiten 3 und 4 fehlen. Und genau diese zwei Seiten…hält „Uncle Charlie“ in seinen Händen, die er hinter seinem Rücken postiert hat [Anmerkung: Apropos „etwas vortäuschen“: „DEXTER MORGAN MICHAEL C. HALL: „Ich heiße Dexter, Dexter Morgan. Ich weiß nicht, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Aber was es auch war, es hat eine Art Hohlraum in mir hinterlassen. Menschen neigen dazu, sich gegenseitig etwas vorzutäuschen. Ich aber täusche alles vor, und ich bin nicht mal schlecht darin“ (Voiceover aus der Pilotfolge der TV-Serie „Dexter“ während Michael C. Hall mit seinem Boot „Slice of Life“ vor der Küste Miamis herumkurvt); meine „zweitliebste Fernsehserie aller Zeiten“ ist sicherlich „Dexter“ (2006 – 2013; 2021: Spin-off: „Dexter: New Blood“), jene Emmy- und Golden-Globe-gekrönte Serie, in der Michael C. Hall, im Übrigen einer meiner Lieblingsschauspieler, in der Titelrolle des „Spezialisten für Blutspritzer-Analyse der Miami Metro Police, der gleichzeitig ein Serienkiller ist, der aber nur Leute eliminiert, die selbst Böses getan haben“ brilliert; das Interessanteste an „Dexter“, neben tollen Gegenspielern wie John Lithgow (Staffel 4) oder Jonny Lee Miller (Staffel 5), waren aber über die Jahre definitiv seine Frauen bzw. „Gefährtinnen“, von denen hier zwei ganz zentrale angeführt seien; als Freundin und spätere Ehefrau in den ersten vier Staffeln agierte, und das wirklich gekonnt, Julie Benz (auch bekannt aus John Rambo von 2008), die als „etwas naive“ „RITA BENNETT / RITA MORGAN“ einen „Crack-süchtigen Ex-Mann“ aufzuweisen hat, mit dem sie noch dazu zwei Kinder hat: „[…] Und nachdem ich jahrelang versucht habe, als normal zu erscheinen, habe ich, glaube ich, die perfekte Frau gefunden. Debra* hat ihr bei einem Einsatz gegen häusliche Gewalt das Leben gerettet. Dadurch lernten wir uns kennen und wir gehen jetzt seit 6 Monaten miteinander aus. Sie ist perfekt, denn Rita ist auf ihre Art genauso geschädigt wie ich“ (Voiceover von „DEXTER“ Michael C. Hall in der Pilotfolge; *„DEBRA MORGAN“, Dexter’s Stiefschwester, gespielt von Jennifer Carpenter); in der siebenten Staffel, „Rita Morgan“ wird am Ende der vierten vom „Trinity Killer“ (gespielt eben von Lithgow) brutal ermordet, wurde „Dexter“ dann sozusagen aber eine „ungleich adäquatere Partnerin“ zugewiesen, nämlich die Floristin „HANNAH MCKAY“, die, wie ich finde, ganz wunderbar von der Australierin Yvonne Strahovski verkörpert wird; „Hannah“ ist deswegen sozusagen „die wirklich perfekte Frau“ für den „serial killer“ „DEXTER“, weil sie selbst einen „Dark Passenger“ / einen „dunklen Begleiter“ [einen „intensiven Zwang zum Töten“] hat und nachweislich selbst einige „murder victims“ aufzuweisen hat, einerseits „in ganz jungen Jahren“ als Komplizin an der Seite des Killers „Wayne Randall“ und andererseits dann als „Giftmörderin“, denn sie hat, unter anderem, auch ihren Ex-Mann vergiftet, nämlich mit „Aconite“/Eisenhut; die Chemie und die „Anziehung“ zwischen Hall & Strahovski jedenfalls stimmt und die 7. Staffel ist meines Erachtens, nach der 2., die allerbeste der Serie; in der 8. Staffel wird „HANNAH“, die ja zunächst sogar in das „Ich-töte-nur-böse-Menschen-Beute-Schema“ des Killers „Dexter“ passt, dann sogar die Stiefmutter für „Dexter’s“ leiblichen Sohn „HARRISON“ (gespielt von Jack Alcott), den er gemeinsam mit „RITA“ gezeugt hat; hier ein Ausschnitt aus einem der besten Dialoge zwischen Michael C. Hall & Yvonne Strahovski aus der Folge „Die Sehnsucht nach Schnee“, der 6. Episode von Staffel 7, welcher stattfindet, bevor die beiden endgültig „romantically involved“ sind: HANNAH MCKAY: „Also gut, Dexter, ich versteh Sie nicht. Ich versteh nicht, was Sie eigentlich von mir wollen“ / DEXTER MORGAN: „Nichts, ich will gar nichts“ / HANNAH: „Offensichtlich doch. Sie erfinden immer wieder neue Ausreden, um zu mir rauszukommen“ / DEXTER: „Das sind keine Ausreden“ / HANNAH: „Ehrlich. Ich finde es unheimlich, dass Sie hier immer wieder auftauchen“ / DEXTER: „Unheimlich? Gestern waren Sie doch bei mir[sie hat ihm, ohne Vorankündigung, eine Orchidee gebracht bzw. geschenkt; Anm.]“ / HANNAH: „Warum ersparen Sie uns nicht beiden die Mühe und spucken es aus?“ / DEXTER: „Ich hab was Tolles mit Ihnen vor“ / HANNAH: „Oh, ein Date“ / DEXTER: „Sowas in der Art*“ / HANNAH: „Wie süß von Ihnen. Ich gehe nicht auf Dates. Ich werde zu schnell anhänglich“ (aus: Episode 7.6 – OT: „Do the Wrong Thing“; / *bei diesem „Date“, zu dem es schließlich doch kommt, landet „Hannah“, da sie, wie bereits angedeutet, als Mörderin ins Profil von „Dexter“ passt, zunächst „auf seinem Tisch“ und er setzt sozusagen schon „the big knife“ an, doch die ganze „Aktion“ endet dann in einer der besten „love-scenes“ der gesamten Serie)].

Später am Abend bringt „Young Charlie“ „Uncle Charlie“ auf einem Tablett Wasser auf sein Zimmer, wo er gerade beim Schuhe polieren ist. Er wünscht ihr „pleasant dreams“, während sie allerdings, als sie einen Blick auf seine Anzugjacke wirft, die „vermissten“ Zeitungsteile dort in einer Seitentasche sichtet. Die Nichte spricht dann davon, dass sie „eines seiner Geheimnisse“ wüsste [CHARLIE: „[…] Du hast keine Ahnung, dass ich es weiß“].

Oakley…stoppt das Schuhe-Polieren, und Charlie spricht davon, dass er einfach nichts vor ihr verheimlichen könne und dass sie wisse, dass etwas „in the Evening-Paper“ über ihn gestanden sei. Außerdem, so „the niece“ weiter, wäre „das Kunststück für Ann & Roger“ reine Ablenkung gewesen [CHARLIE: „Du hast die Zeitung nur deshalb zerrissen, damit wir‘s nicht lesen können“].

Du hast mich überführt, Charlie“ [ONKEL CHARLIE] – Oakley lächelt und behauptet, dass „etwas über einen alten Bekannten von früher“ in der Zeitung gestanden sei. Daraufhin zieht sie die Zeitungsteile aus der Jackentasche und „präsentiert“ sie ihm.

„It’s none of your business!“ – Oakley wird wütend und schnappt sich grob ihre Handgelenke, was… „What goes on in your heart? / What goes on in your mind? / You are tearing me apart / When you treat me so unkind“ [Copyright: The Beatles] …Charlie schockiert. Daraufhin bemüht sich Oakley wieder um einen sanften Touch in seiner Stimme und er schwört, dass das „nur Spaß“ gewesen sei und er ihr „nicht weh tun wollte“ [Nachsatz von ONKEL CHARLIE: „[…] Das weißt du doch“].

Der „Uncle“ behauptet dann, dass da „nichts zu lesen für sie sei“ und es ohnehin nur um „`Gossip` über jemanden gehe, mit dem er früher mal befreundet war“. Als sich die beiden dann voneinander verabschiedet haben, also: „Good Night“ gesagt haben, und Charlie, wieder „beruhigt“, das Zimmer verlassen hat, hebt Oakley die Zeitungsseiten vom Boden auf und scheint nachzudenken [Anmerkung: „SGT. JAMES DOAKES ERIK KING: „Das war’s Arschloch. Es ist vorbei“ / „DEXTER MORGAN MICHAEL C. HALL: „Wie haben Sie mich gefunden?“ / SGT. DOAKES: „GPS-Sender an Ihrem Boot. Herrgott, Morgan, Herrgott im Himmel! Sie sind der Bay-Harbor-Metzger!“ / DEXTER: „Ehrlich, ich hasse diesen Namen“ / SGT. DOAKES: „Herrgott, Mann!“ / DEXTER: „Das sagten Sie schon“ / SGT. DOAKES: „Ich wusste, dass Sie nicht ganz dicht sind. Aber das hier?“ / DEXTER: „Was soll ich sagen? Sie haben vollkommen Recht. Ich hab Ihnen nie einen Vorwurf deswegen gemacht. Tu ich auch jetzt nicht“ (aus der „Dexter“-Episode 2.9 „Widerstand ist zwecklos“) – „Charles Oakley“ Joseph Cotten wird im Hitchcock-Film ja als „Lustige-Witwen-Mörder“ tituliert, und in der weiter oben bereits erwähnten wirklich großartigen Staffel 2 von „Dexter“ wird „Dexter Morgan“ Michael C. Hall praktisch zum „Bay-Harbor-Metzger“ / „Bay Harbor Butcher“, denn auf dem Meeresgrund werden zunächst von Hobbytauchern einige seiner „im Meer versenkten Müllsäcke mit Leichenteilen von Schwerverbrechern“ entdeckt; „Dexter“, der sich dann absurderweise, als Blutexperte der „Miami-Metro-Homicide-Division“, sozusagen „an der Jagd nach ihm selbst“ beteiligen muss, die von einem FBI-Agenten (toll gespielt von Keith Carradine) angeführt wird, wird schließlich in der 9. Episode der Staffel von seinem Arbeitskollegen „Sgt. Doakes“ Erik King, dem er schon immer „unheimlich“ vorgekommen ist („Manchmal sind Sie mir wirklich unheimlich, wissen Sie das? […] Sie sind ein Wichser“ – SGT. DOAKES zu DEXTER bereits in Folge 1.1), gestellt, nämlich in einem Moment, in dem „DEXTER“ gerade mit ein paar gefüllten Mullsäcken samt „body parts“ in der Nähe einer Hütte in den Everglades hantiert, die ein paar Drogenhändlern gehört; diese „Enthüllung von Dexter’s Doppelleben“ durch „DOAKES“ und der anschließende Mann-gegen-Mann-Kampf zwischen Erik King & Michael C. Hall, den Hall für sich entscheidet, gehören ebenfalls zu den ganz großen Highlights der außergewöhnlichen TV-Serie; aber diese „Enthüllung der Dexter’schen Serienkillerexistenz“ erweist sich letztendlich als „sinnlos“, denn am Ende, in Episode 2.12, nachdem „Doakes“ quasi 3 Folgen lang in der besagten Everglades-Hütte festgehalten wurde, steht, durch die Verkettung einer Reihe von „für den Police-Sgt. äußerst unglücklichen Umständen“, „Dexter“ quasi „aus der Asche seines Gegenspielers“ wieder auf].

Im Zimmer der kleinen Ann. Ann und ihre Schwester Charlie, die nun, für die Dauer des Onkel-Charlie-Aufenthalts, zu ihrer Zimmernachbarin geworden ist, sprechen über den „Guest“ im Haus, wobei Ann sich fragt, wie lange „er eigentlich noch bleibt“ und ob er „kein eigenes Haus zur Verfügung habe“, während Charlie hofft, dass Oakley „für immer“ bleibt.

Say your prayers, little one / Don’t forget, my son / To include everyone / Tuck you in, warm within / Keep you free from sin / Till the sandman he comes“ [Copyright: Metallica] – „Daughter Ann“ geht in der Folge ins Abendgebet über und sie schließt darin auch den „Präsidenten der Vereinigten Staaten“ sowie sogar „Onkel Charlie“ ein. Nachdem die „Lights“ ausgegangen sind, fängt Charlie Newton im Bett wieder die besagte Melodie zu summen an… „Lend me your ears and I‘ll sing you a song / And I’ll try not to sing out of key“ [Copyright: The Beatles]. Der Onkel hingegen liegt in seinem Zimmer im Bett und formt mit dem Rauch seiner Zigarre beim Ausatmen einen „Ring“. 

„The Next Day“ bringt Emma Newton ihrem Bruder das Frühstück ans Bett [EMMA: „So, jetzt kommt dein Frühstück“; // Anmerkung: „CHIP SUTPHIN MATTHEW LILLARD (sieht sich mit „some friends“ gerade einen Horrorfilm zuhause in seinem Zimmer an und kommentiert diesen): „Der Citizen Kane der Splatterfilme“ / „`SERIAL MOM` BEVERLY SUTPHIN KATHLEEN TURNER (hat an diesem Tag gemordet, betritt das Zimmer ihres Sohnes mit einem Tablett Kekse): „Ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich heute einfach fantastisch...Kekse?“ – ich bin kein ganz großer „John Waters Fan“, denn der „Pope of Trash“ mit seinen bewusst die „Grenzen des guten Geschmacks“ überschreitenden Werken (wie z. B.: 1981: Polyester / 1988: Hairspray) ist niemand, der „sich mir ständig aufdrängt“, aber: wenn es einen John-Waters-Film gibt, aber dies mag vielleicht auch nur an der Beteiligung von Kathleen Turner liegen, der mir so halbwegs gefällt, dann ist das Serial Mom – Warum lässt Mama das Morden nicht? / OT: Serial Mom aus dem Jahr 1994, den ich schon einmal kurz in meinem ersten Hitchcock-Buch „Six Movies To Be Murdered By“ erwähnt habe; Turner spielt in der rabenschwarzen & „bösen“ Satire „Beverly Sutphin“, die „Vorzeige-Mutter“ von zwei Kindern (gespielt von Riki Lake & eben Matthew Lillard) und „Vorzeige-Ehefrau“ eines Zahnarztes aus Baltimore (gespielt von Sam Waterston), wobei „Beverly Sutphin“, anders, als im Rahmen des Vor- & Abspanns „absichtlich“ behauptet wird, ein rein fiktionaler Character ist und keine „True-Crime-Mom“; das Problem ist nun, dass diese „perfekte Hausfrau“ „a real maniac“ ist und die „sterile `Langeweile` des Vorstadtlebens“ nicht nur dadurch „auflockert“, dass sie ihre ungeliebte Nachbarin „Dottie Hinkle“ (gespielt von Mink Stole) mit „obszönen Anrufen“ belästigt, sondern vor allem auch dadurch, dass sie sofort „mörderisch einschreitet“, wenn jemand ihren beiden Kindern „nicht wohlgesonnen“ ist, und so, um nur zwei Morde aus einer ganzen „Serie“ anzuführen, überfährt sie den Mathelehrer des Sohnes nach einer unerfreulichen Sprechstunde in der Schule und tötet den Ex-Freund der Tochter mit einer Art Schürhaken auf einer Herrentoilette, da er anscheinend „a new girlfriend“ hat; abgesehen davon, dass Turner die „Mom“ recht überzeugend spielt, ist vor allem Waters‘ satirische Hinterfragung des „US-Serienkiller-Hypes der 90er“ gelungen, denn bei der Verhaftung von „BEVERLY SUTPHIN“ in einem Club, in dem gerade die Frauen-Punk-Band L7 ein Konzert gibt, wird die „Serial Mom“, so der „Spitzname“, den sie von den Medien erhalten hat, plötzlich von der „crowd“ wie ein „Rock-Star“ mit „Sprechchören“ gefeiert; außerdem schreibt ein Autor, der dann auch noch mit ihrer Tochter „MISTY“ anbandelt, ein Buch über die „Serial Mom“, und letztendlich ist sogar eine Verfilmung ihres Lebens geplant, in der sie von einem großen Star (Suzanne Somers spielt sich hier selbst) verkörpert werden soll; besonders treffend auch für die damalige „Serienkiller-Hysterie“ in den Vereinigten Staaten: Waters lässt Sam Waterston im Schlafzimmer eine Audio-Kassette finden, auf der sozusagen die Stimme von „the famous serial killer“ Ted Bundy zu hören ist, der „Beverly“ eine Nachricht geschickt hat, und im TV läuft eine Sendung über „Serienkiller-Groupies, die sogar einen Serienkiller heiraten wollen“, was von den Frauen im TV-Interview dadurch begründet wird, dass schließlich auch diese Killer „wahre Berühmtheiten“ seien].

How do you sleep? Ah, how do you sleep at night?“ [Copyright: John Lennon] – „Emmy“ weist Charles darauf hin, dass es bereits 10:30 sei und er sich beeilen müsse, um in „Joe’s Bank“ zu kommen. Außerdem teilt sie ihm zwei Sachen mit, nämlich, dass ein „Reporter“ angerufen hätte und dass sie Oakley gerne in ihren „Women’s Club“ einladen wolle, in dem sie Mitglied sei, damit er dort eine Rede halte. Allerdings sei er „nicht die einzige `Celebrity`“ in der Stadt, denn der besagte „Reporter namens Graham“, so Oakley’s Schwester, wolle angeblich ein Interview „mit der gesamten Newton-Familie“ führen, also „everybody in the house“ interviewen [EMMA: „[…] Er hat den Auftrag, typisch amerikanische Familien aufzusuchen, die er befragt. […] Sie nennen es `Öffentliche Meinungsforschung`. Ich hab ihm gesagt, wir wären gar keine typisch amerikanische Familie“].

Oakley wirkt daraufhin ein wenig „ungehalten“ und gibt seiner Schwester zu verstehen, dass er mit der Sache nichts zu tun haben und auch nicht fotografiert werden möchte. Als sie ihm mitteilt, dass es eigentlich „gleich `Two Young Men` gewesen wären“, die sich als „Reporter“ ausgegeben haben, wird Oakley zornig und nennt seine Schwester „a fool“, denn Oakley hat eindeutig, was er „Emmy“ natürlich nicht sagt, den Verdacht, dass die zwei „Reporter“ in Wahrheit „Policemen“ sind [Anmerkung: Exkurs: Apropos „Policemen“ (die ja bei Alfred Hitchcock zumeist etwas „dumb“ agieren): „KRIMINALRAT HÄRTINGER HANS BAUR: „Is‘ dieser Bacher denn verdächtig?“ / „KRIMINALOBERINSPEKTOR MELCHIOR VEIGL“: „Mei, Herr Kriminalrat, die Ermittlungen habn doch grad erst angfangen. Natürlich habn man überprüft. Ein Heimkind, vorbestraft wegen Waffendiebstahls, wollt angeblich nach Marokko. Gewohnt hat er in letzter Zeit in Bremen. Da is‘ uns aufgfallen, dass vor Kurzem da oben auch eine Frau, so vor 10 Tagen, in einem Sanierungsgebiet vergiftet aufgfundn worden is‘. Ganz ähnliche Umstände. Ich hab das Bundeskriminalamt in Wiesbaden gebeten, ein Funkbild von dem Bacher nach Bremen zu schicken“ – jeder hat doch irgendwie einen Lieblings-Tatort-Kommissar, und meiner ist eben der Münchner Kommissar „Melchior Veigl“ Gustl Bayrhammer; neben dem Bayrhammer-Tatort-Debüt „Münchner Kindl“ aus 1972 und „Weißblaue Turnschuhe“ aus dem Jahr 1973 ist sicherlich auch „Tote brauchen keine Wohnung“, der ebenfalls im Jahr 73 entstanden ist und aus dem das Zitat stammt, ein echtes Bayrhammer-Highlight, in dem „der bayrische Übervater“ (1922 – 1993), wie er einmal in einer ihm zu Ehren gestalteten Sendung bezeichnet wurde, zusammen mit „Kriminaloberwachtmeister Lenz“ Helmut Fischer & „Kriminalwachtmeister Brettschneider“ Willy Harlander agiert; in „Tote brauchen keine Wohnung“, der insgesamt 34. Tatort-Folge, die von Wolfgang Staudte (z. B.: 1946: Die Mörder sind unter uns) inszeniert wurde, muss „Kriminaloberinspektor Veigl“ quasi feststellen, dass „die Münchner Immobilienbranche nicht nur von Dingen wie Angebot & Nachfrage, sondern auch von Rücksichtslosigkeit & Profitgier sowie letztendlich auch von Mord & Totschlag“ bestimmt wird; nachdem der aus einer Hamburger Jugendstrafanstalt entlassene „Josef Bacher“ (gespielt von Andreas Seyferth) eine Stelle bei einem Münchner Immobilienmakler (verkörpert von Walter Sedlmayr(!)) angenommen hat, für den er in alten Häusern „die Drecksarbeit“ machen muss, mit dem „Fernziel“, dass Platz für lukrativere Immobilien geschaffen wird, wird eine Mieterin, genauer: eine Rentnerin, vergiftet aufgefunden, wobei der Hauptverdächtige eben „Bacher“ ist; jedoch findet auch „Bacher“, der beim „Rentnerinnen-Vergiften“ möglicherweise ein „Wiederholungstäter“ sein könnte, wenig später den gewaltsamen Tod, woraufhin Bayrhammer, Fischer & Harlander ihre Ermittlungen neu ausrichten müssen; Bayrhammer‘s „grantige Autorität“ als Tatort-Kommissar ist stets sehenswert und sein berühmter Dackel „Oswald“ war ja ohnehin Kult, auch wenn man natürlich bei Bayrhammer immer ein wenig das gleiche Problem hat, um einen vielleicht „etwas kühnen“ Vergleich heranzuziehen, wie bei Daniel Craig, wenn dieser in einem Film eine andere Rolle als die „James Bond 007“-Rolle gespielt hat, denn Bayrhammer ist halt für meine Generation vor allem „Schreinermeister Franz Eder“ aus der Serie Meister Eder und sein Pumuckl (1982 – 1988) gewesen; so ein „Craig ist immer 007 & Bayrhammer immer Meister Eder“-Problem hat man auch im Zusammenhang mit „Dexter Morgan“-Darsteller Michael C. Hall, denn bei der Betrachtung der genialen Serie Six Feet Under – Gestorben wird immer (2001 – 2005), in der Hall einen „homosexuellen Bestatter“ spielt, hat man stets das Gefühl, dass hier „Dexter Morgan“ für ihn „völlig ungewöhnliche Dinge“ tut].

„Nichte Charlie“ taucht auf und „Onkel Charlie“ beschwert sich auch bei der Nichte über die „Öffentliche Meinungsforschung“ [ONKEL CHARLIE: „Guten Morgen, Charlie. Deine Mutter erzählt mir grade, man will euch als typisch amerikanische Trottel darstellen“; im Original: „all American-suckers“], doch Charlie findet die Tatsache „exciting“, denn dann gäbe es wenigstens mal eine… „Everytime I see your face / It reminds me of the places we used to go / All I’ve got is a photograph / And I realize you’re not coming back anymore“ [Copyright: Ringo Starr] …„Photograph“ von ihrem Onkel [Reaktion von ONKEL CHARLIE: „[…] Nein, danke, ich bin noch nie fotografiert worden. Ich leg auch keinen Wert darauf“].

Daraufhin erzählt „Emmy“, dass es sehr wohl ein Foto von ihm gäbe, nämlich aus Kindheitstagen, welches sie ihm sogleich präsentiert. Die Fotografie stamme, laut „Emmy“, von „kurz vor seinem schweren Fahrradunfall“, denn „Young Uncle Charlie“ sei nämlich „gleich bei der ersten Ausfahrt mit dem Rad gegen einen Baum gefahren“, was eine schwere Gehirnerschütterung nach sich gezogen habe. Ihre Mutter, so Emma Newton, wäre damals „full of fear“ um „Charles“ gewesen [EMMA: „Sie hatte Angst, dass du nie wieder aussehen würdest wie vorher, dass du vielleicht was zurückbehalten könntest“]. „Charles“ meint in der Folge, dass für ihn nur das „Today“ zähle und nicht das „Yesterday“ [Anmerkung: Hitchcock deutet an der Stelle von „Shadow of a Doubt“ also an, dass „Onkel Charlie’s Defekt/Störung“ irgendetwas mit dem „Unfall in der Kindheit“ zu tun haben könnte; nun, auch in der ersten Staffel von Dexter wird der Grund für den „Hohlraum in ihm“, von dem Michael C. Hall in dem bereits weiter oben zitierten Voiceover spricht, präsentiert und der (im Übrigen von dem Romanautor Jeff Lindsey kreierte) Character des „Dexter Morgan“ wird mit „Spuren der Vergangenheit“ konfrontiert; in der Episode 10 von Staffel 1, betitelt mit „Rot wie Blut“, hinterlässt der „Kühllaster-Killer“ („Ice Truck Killer“ – verkörpert von Christian Camargo), der Miami unsicher macht und der noch dazu, wie sich herausstellt, der Bruder von „DEXTER“ ist, einen schrecklichen Tatort im Raum 103 des „Miami View Hotel“, denn der Raum ist, was noch leicht untertrieben scheint, „full of blood“; obwohl „Dexter“ zuvor schon im Rahmen einer Psychotherapie in seinem Unterbewusstsein mit ersten schrecklichen Erinnerungsbildern an ein „blutiges Massaker“ konfrontiert wurde, wird der wahre Hintergrund dieser Bilder erst durch diesen morbiden „Blut-Raum“ klar (Voiceover von „DEXTER“ Michael C. Hall, bevor er das Zimmer 103 in der Episode dann allein und „privat, nicht als Blutspuren-Experte der Polizei“ betritt: „[…] Er hat mir dieses Zimmer aus einem bestimmten Grund überlassen. 5 Frauen gaben ihr Blut und mussten ihr Leben für diesen Augenblick opfern. Es gibt nur einen Weg, um das Warum zu erfahren“); schließlich tritt darin dann „aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche“, dass er als kleines Kind Zeuge davon gewesen ist, wie seine Mutter, die Polizeiinformantin „LAURA MOSER“ (gespielt von Katherine Kirkpatrick), in einem Schiffscontainer am Hafen vor seinen Augen von Handlangern eines „Drug Lord“ namens „Hector Estrada“ mit einer Kettensäge getötet wurde; im Rahmen des „Flashbacks“, in dem also dieses „Shipping Yard Massacre“ zutage tritt, das gleichsam als „Ur-Grund“ für „Dexter’s Mangel an Empathie“ eingeführt wird, richtet „LAURA MOSER“ noch einige Worte der Beruhigung an ihren kleinen Sohn „DEXTER“, bevor sie dann von einer „chainsaw“ „dismembered“ wird: „Schließ die Augen, Dexter! Guck nicht hin, Dexter! Schließ die Augen! […] Ich hab dich lieb, Dexter! Mami hat dich lieb!“ (aus: Episode 1.10 – OT: „Seeing Red“)].

Später am Vormittag sind Charlie & Onkel Charlie in der Stadt unterwegs, wo gerade „ein glücklicher Polizist“ den Verkehr auf einer Kreuzung regelt. In der Fußgängerzone kriegen die beiden Gesellschaft von „two young girls“, nämlich von Catherine und Madge. Die jungen Damen mustern Charlie’s etwas „Dandy-mäßig“ (weißer Hut etc.) gekleideten Onkel und lächeln ihn begeistert an. Er lächelt charmant zurück – „You can shine your shoes / And wear a suit / You can comb your hair / And look quite cute / You can hide your face behind a smile / One thing you can’t hide / Is when you’re crippled inside“ [Copyright: John Lennon].

„The Niece“ bringt kurz darauf dann den Stolz auf ihren Begleiter „Uncle Charlie“ zum Ausdruck [CHARLIE: „Hast du gesehen, wie sie dich anschauen? Die finden dich sicher todschick. […] Ich möchte, dass alle Leute dich sehen“].

In der Bank angekommen fällt Oakley sofort durch… „Got to be a joker / He just do what he please“ [Copyright: The Beatles] …„unangepasstes Verhalten“ sowie durch „mehr oder weniger gute Witze“ auf [Auszüge: ONKEL CHARLIE zu JOE, der hinterm Schalter steht: „Hallo. Tag, Joe, kannst du einen Augenblick deine krummen Geldgeschäfte beiseitelassen? […] Wir wissen ja, wie die Banken sind. Nach außen hin scheint alles in Ordnung zu sein, aber kein Mensch weiß, was sich hinter verschlossenen Türen tut“], ein Umstand, der nicht nur bei den Bank-Kunden und Bank-Angestellten für „Irritationen“ sorgt, sondern auch bei seiner Nichte [CHARLIE: „Onkel Charlie, sag nicht so schreckliche Sachen! Was sollen die Leute denken? […] Es ist nicht nett, dass du Vater so lächerlich machst!“]. Oakley behauptet daraufhin, dass er lediglich etwas „gegen die steife Atmosphäre“ habe tun wollen.

Im Büro von Bankdirektor Green wird Oakley dann nach seinem Beruf gefragt, und er gibt als Profession „Business Man“ an [ONKEL CHARLIE: „Man könnte vielleicht Geschäftsmann sagen. Ich beschäftige mich mit allem Möglichen. Aber komischerweise interessiert mich das Geld nicht mehr, wenn ich es verdient habe“ / BANKDIREKTOR GREEN – entsetzt: „Geld interessiert Sie nicht mehr?“; // Anmerkung: In einem völlig anderen Milieu als der Hitchcock-Film mit seinem eleganten „fictional murderer“ „Charles Oakley“ ist der einstige Skandalfilm Henry: Portrait of a Serial Killer (1986) von Regisseur John McNaughton (z. B. auch: 1993: Sein Name ist Mad Dog mit Robert De Niro & Uma Thurman) angesiedelt, den diverse Filmzeitschriften und Zeitungen als „wohl besten Serienkiller-Film, der je gedreht wurde“ oder eben als „Affront“/„Provokation“/„Skandal“ bezeichnet haben; ein „eiskalter Schocker, der tiefe Spuren hinterlässt“ ist dieser letztendlich stilprägende Film auf jeden Fall, in dem Michael Rooker (z. B.: 1991: JFKTatort Dallas von Oliver Stone) mit seiner Darstellung des berüchtigten US-Serienkillers Henry Lee Lucas (1936 – 2001) eines der wohl besten Killer-Porträts der Filmgeschichte abliefert; das Werk, das als eine Art „Horrorfilm im Art-Film-Style“ & als Gegenentwurf zu banalen Slasher-Filmen gedacht war („Ich glaube, dass mein Film abgestumpfte Fans von Slasher-Filmen wieder sensibilisieren kann, weil er wirklich das hässliche Gesicht des Todes zeigt. `Henry` ist kein Spaß aus Splatter-Effekten, er zeigt richtige Killer bei der Arbeit“ – John McNaughton), in denen Gewalthandlungen sozusagen zu reinem „Entertainment“ verkommen, beruht allerdings nur „in some aspects“ auf dem realen Serienmordfall Henry Lee Lucas, vor allem auch deshalb, weil Lucas, der auf Grund zahlreicher falscher Geständnisse sogar „The Confession Killer“ genannt wurde, nach seiner Ergreifung viele vermeintliche „Geständnisse“ widerrufen hat (die Basic-Story: Henry teilt sich mit Ottis Toole [Tom Towles], einem alten Knastkumpanen, eine schäbige Wohnung in einem heruntergekommenen Wohnviertel in Chicago; Henry arbeitet tagsüber als Kammerjäger, bringt aber „in seiner Freizeit“ wahllos Leute um; als Ottis‘ Schwester Becky [Tracy Arnold] bei den beiden einzieht, intensiviert sich die Beziehung der beiden Männer, die fortan gemeinsam durch die Gegend ziehen und töten); Henry: Portrait of a Serial Killer verstaubte in den USA aufgrund eines „X“-Ratings („ab 17“) und damit einhergehenden „Gewalt-Pornografie-Vorwürfen“ unbeachtet in den Regalen und gelangte dort erst, durch die Unterstützung des bekannten Filmkritikers Roger Ebert, 1990 in die Kinos; in die deutschen Kinos kam „Henry…“ überhaupt erst 1993; McNaughton referiert vor allem zu Beginn seines Films, wo zunächst keine Gewaltdarstellungen direkt inszeniert werden, sondern nur „die Ergebnisse von Gewalt“, soll heißen: „dead bodies“, präsentiert werden, sofort auf die Anfänge des modernen „serial killer movie“, nämlich auf Hitchcock’s Psycho, denn die Drehbewegung der Kamera, welche die Frauenleiche, die im Gras liegt, einfängt, erinnert ein wenig an das Ende der berühmten Duschmordszene, also an die Art & Weise, wie Hitchcock „Marion Crane“ Janet Leigh mit der Kamera dort „porträtierte“; wie auch immer: „Henry...“, den ich in den 90s selbst mal im Rahmen einer „Abendvorstellung“ in einem Grazer Programmkino gesehen habe, hat sicherlich ein großes Problem: er ist, wie Regisseur McNaughton einmal angemerkt hat, „zu künstlerisch für die Fans von blutigen Filmen und zu blutig für die Fans von Kunstfilmen“; wenig überraschend also, dass seinerzeit, in den 90ern, viele Zuschauer in den USA oder sonst wo, vor allem bei der wirklich absolut schonungslos inszenierten „Home-Invasion-Szene“ etwa in der Mitte des Films, fluchtartig den Kinosaal verließen, und auch „die US-Zensur“ ließ sich zunächst, wie bereits erwähnt, durch „den (scheinbaren) Anspruch & die (scheinbare) Selbstreflexivität des Werks“ nicht zu einem „R“-Rating („unter 17 mit Erwachsenen-Begleitung“) ermuntern („Die Leute, die im Filmgeschäft etwas zu sagen haben, mögen zwei Dinge nicht. Zum einen die moralische Unklarheit, der Film gibt über den Charakter von Henry kein klares Urteil ab, zum anderen den Realismus. Es ist die Wahrheit, vor der die Leute Angst haben“ – John McNaughton); Henry: Portrait of a Serial Killer war und ist sicherlich „extrem harte Kost“ und hinterlässt im Betrachter eher unangenehme Gefühle, aber neben der tristen & realistischen Milieuschilderung sind eben auch die schauspielerischen Leistungen des Trios Rooker, Towles & Arnold durchaus eindrucksvoll und das Killer-Duo „bei der Arbeit“ „Henry“ & „Ottis Toole“ verbreitet bei seinen blutigen Streifzügen durch ein schäbiges/heruntergekommenes/hässliches Chicago, das irgendwie auch das Innenleben der beiden Männer widerzuspiegeln scheint, in der Tat „den puren Schrecken“: „OTTIS TOOLE TOM TOWLES: „Scheiße, was passiert, wenn sie die Leichen finden?“ / „HENRY MICHAEL ROOKER – sitzt hinterm Steuer: „Nichts“ / OTTIS TOOLE: „Was meinst du mit nichts?“ / HENRY: „Das, was ich gesagt habe, Ottis. Nichts. Es passiert nichts, weil nichts passiert ist. Und ich weiß nichts, egal, worum es ging“ (Dialog während einer Autofahrt aus: Henry: Portrait of a Serial Killer)].

Nachdem Oakley dem Bankdirektor auch noch gesagt hat, dass „das Geld sowieso auf der Straße liege und nur darauf warte, aufgehoben zu werden“, bekundet Oakley, der außerdem meint, dass ihm, obwohl er viel reise, „noch nie Geld weggekommen sei“ [darauf bezogener Nachsatz von ONKEL CHARLIE: „Man sagt doch, dass der Himmel die Verrückten und die Halunken beschützt“], die Absicht, erst mal 40.000$ einzulegen.

Als das Geld übergeben ist, tauchen Mrs. Green, die Ehefrau des Bank-Direktors, sowie ihre Begleiterin, Misses Potter, auf. Oakley wechselt sofort in den „Charme-Modus“ über, vor allem, was Misses Potter betrifft [ONKEL CHARLIE: „Oh, entschuldigen Sie, Sie haben so etwas an sich, dass ich dachteoh, ja…“]. Mrs. Green möchte Geld von ihrem Mann, da sie, wie sie sagt, einkaufen wolle, was Misses Potter dazu bringt, sich als „Widow“ zu deklarieren, die nun gewisse Freiheiten & Vorteile genieße [MISSES POTTER – zu ONKEL CHARLIE: „Es hat was für sich, wenn man Witwe ist. Man braucht seinen Mann nicht immer um Geld zu bitten“]. Oakley mustert sie daraufhin „interessiert“ – „Eleanor Rigby / Died in the church and was buried along with her name / Nobody came“ [Copyright: der zuweilen als Bernard-Herrmann- & Alfred-Hitchcock-Film-Musik-Hommage interpretierte Song „Eleanor Rigby“ von den Beatles].

Dann verlassen die beiden Frauen das Büro, und Charlie & Onkel Charlie tun kurz darauf „the same“ [ONKEL CHARLIE zu JOE, beim Rausgehen aus dem Büro des Bankdirektors: „Ah, Joe, halt die Augen offen! Dann hast du in ein paar Jahren seinen Posten“].

Ortswechsel. Vor „The House that not Jack``, sondern `Joe built`“. Die beiden Polizisten, Jack Graham & Fred Saunders, warten schon beim Newton-Haus, sehen… [GRAHAM zu SAUNDERS: „Da is‘ er“] …Oakley & dessen Nichte und beginnen dann die „Undercover-Operation“, indem sie in ihre Rollen als „Reporter, die eine `amerikanische Durchschnittsfamilie porträtieren wollen“ schlüpfen [Anmerkung: François Truffaut war, wie bereits erwähnt, angetan von der schauspielerischen Leistung des Ensembles in Im Schatten des Zweifels, ortete aber eine Schwachstelle in diesem Ensemble, und die war eben der „Jack Graham“-Darsteller Macdonald Carey*: „Abgesehen von dem Kriminalbeamten ist die Besetzung von `Shadow of a Doubt` ganz ausgezeichnet […]“ (TRUFFAUT zu HITCHCOCK); *Carey, der später vor allem in TV-Rollen zu sehen war, hatte seinen letzten Filmauftritt 1980 in Paul Schrader’s Klassiker Ein Mann für gewisse Stunden].

„I won’t see them. I don’t want to meet them“ – Oakley betont nochmal seinen „Unwillen bezüglich der `Öffentlichen Meinungsforschung`“, und Charlie verspricht ihm, dass sie dafür sorgen werde, dass er von beiden „Government Men“ nicht behelligt wird.

Die Nichte begrüßt die beiden Männer, Oakley hingegen geht, grußlos, an ihnen vorbei ins Haus und hinauf zu seinem Zimmer. Schließlich beginnt die Befragung von „Mother Newton“ & Charlie durch Graham, der zunächst wissen möchte, ob die Familie aus insgesamt „six people“ bestehe oder nicht, wobei eben herauskommt, dass „Uncle Charlie“ „just visiting“ ist und nicht „aus Philadelphia“, sondern „aus New York“ zu ihnen gekommen ist. Nachdem Charlie betont hat, dass der Onkel „keine Fragen mag“, meint Graham, dass er aber lieber „alle Ansichten erfahren möchte“, auch die von Oakley, doch „the niece“ betont die „Exzentrik“ ihres Onkels [CHARLIE: „Die Ansichten meines Onkels sind so individuell, dass Sie damit überhaupt nichts anfangen können“] und spricht davon, dass Graham & sein Kollege sich doch besser eine andere „amerikanische Durchschnittsfamilie“ zum Befragen aussuchen sollen, wenn sie das nicht akzeptieren.

Onkel Charlie steht, währenddessen, oben im ersten Stock bei der Treppe und hat wohl alles mitgehört. Die Treppe scheint mächtige Schatten um ihn herum zu werfen [Anmerkung: Solche „Shadows“ innerhalb von Häusern sind in gewisser Weise eine Hitchcock-Spezialität; so ist auch das Haus, in dem Joan Fontaine mit Cary Grant in Hitchcock’s Verdacht wohnt, immer wieder „full of shadows“, und diese Schatten spiegeln quasi die quälenden Zweifel wider, die Fontaine bezüglich ihres „husband“ Cary Grant hegt, denn von diesem nimmt sie ja bekanntlich an, dass er sie ermorden will; die Schatten in „Suspicion“ liefern einen Blick in Fontaine’s Psyche, die sich mit der Frage quält: „Ist alles nur eine einzige Verkettung von Zufällen oder stimmt der Verdacht?“; in „Shadow of a Doubt“ beseitigen die Schatten, wenn man so will, sogar den Zweifel und betonen die „Abgründe“ von Joseph Cotten’s Character].

„Unten“ hat man sich währenddessen darauf geeinigt, dass man „Mother Newton“ in der Küche fotografieren will, wie sie am Herd steht, Eier aufschlägt und einen Marmorkuchen backt. Bei der „inszenierten Küchenarbeit“ klingt auch durch, dass… „Looking through a glass onion“ [Copyright: The Beatles] …„Emmy“ ihren Bruder im Grunde mehr bewundert als ihren „husband“ [EMMA: „[…] Mein Mann arbeitet ja in einer Bank. Aber Charles ist eben Geschäftsmann“].

„The Two Government Men“ wollen sich dann „oben umsehen“ und „Young Charlie“ sowie Graham und der mit einem Fotoapparat bewaffnete Saunders gehen „up the stairs“ zu „Onkel Charlie’s Zimmer“ [Anmerkung: „BERYL THIBODEAUX GENEVIÈVE BUJOLD: „Ich möchte herausfinden, was sich hinter Ihrer Fassade verbirgt“ / „DETECTIVE WES BLOCK CLINT EASTWOOD: „Vielleicht würde es Ihnen nicht gefallen“ / BERYL THIBODEAUX: „Vielleicht haben Sie Angst, es würde“ (aus einer Unterhaltung in einem Restaurant in New Orleans zwischen Bujold & Eastwood in Der Wolf hetzt die Meute) – einen interessanten (teilweisen) Bruch mit seinem „Dirty-Harry-`Go ahead, make my day!`-Image“ vollzog „Superstar & Starregisseur“ Clint Eastwood in dem 1984 veröffentlichten Thriller Der Wolf hetzt die Meute / OT: Tightrobe; in diesem offiziell von Richard Tuggle inszenierten Film (inoffiziell war auch Eastwood als Regisseur am Werk, da er Tuggle’s Inszenierungsstil am Set als „zu langsam“ empfand) ist Eastwood als Ermittler einem psychopathischen Frauenmörder auf der Spur, der im French Quarter von New Orleans sein Unwesen treibt; die „investigations“ führen „Detective Wes Block“ dann ins Prostituiertenmilieu, wo „Block“ aber bald nicht nur als Ermittler zugegen ist, sondern auch als „Kunde“; das Ganze wird zum tödlichen Spiel und Block vom Jäger zum Gejagten, als er merkt, dass der sadistische Mörder, der außerdem in einer Polizeiuniform umherstreift, immer näher rückt und auch seine Familie bedroht; der von Clint Eastwood im Übrigen auch produzierte Der Wolf hetzt die Meute mag kein „Meisterwerk“ oder „ein großer Polizeifilm“ sein und vieles an diesem 80er-Jahre-Werk wirkt heutzutage sogar leicht „trashig“ & „haarsträubend“, aber man muss Clint Eastwood lassen, dass er darin einen Character verkörpert, der „den Ansatz zur Vielschichtigkeit“ besitzt, denn der Schauspieler spielt im Grunde „einen alleinerziehenden Vater, der, wenn er als Polizist unterwegs ist, seine Einsamkeit mit Prostituierten´ zu bekämpfen´ versucht“; so etwas wie „Normalität“ bietet ihm nur „BERYL THIBODEUX“ an, die Selbstverteidigungskurse für Frauen abhält; auch die Kritik hat seinerzeit die Gespräche zwischen Eastwood und Geneviève Bujold positiv hervorgehoben, da „WES BLOCK“ in ihnen sozusagen „aufzutauen“ scheint, was in gewisser Weise für „ein wenig Leichtigkeit“ sowie für „leichte Anflüge von Romantik“ sorgt; einige Aspekte des Thrillers „Der Wolf…“ erinnern also sogar an die „sensibility“, die die Ikone Eastwood in seinen Regiearbeiten an den Tag gelegt hat, von denen, „by the way“, mir persönlich vor allem die rabiate Dennis-Lehane-Verfilmung Mystic River (2003; mit Sean Penn, Tim Robbins & Kevin Bacon) sowie Hereafter – Das Leben danach (2010; mit Matt Damon & Cécile de France) gefallen, ein Film, der, im Gegensatz zu Mystic River, „von Kritik & Publikum“ meines Erachtens völlig unterschätzt wurde und den ich ganz und gar nicht als „öde“ oder „banal“ empfunden habe].

Charlie’s Nichte will zunächst noch verhindern, dass Graham & Saunders an Oakley‘s Tür klopfen, und sie behauptet, dass er „sich gerade hingelegt habe“. Allerdings stellt sich wenig später, als man dann weiterhin aufs Türklopfen „insistiert“ hat, heraus, dass Oakley…gar nicht in seinem Zimmer ist, eine Tatsache, die die „Investigators“ Graham & Saunders nicht wirklich zu überraschen scheint [Anmerkung: „WAYNE GALE ROBERT DOWNEY JR.: „Heute Abend stehe ich hier am Highway 666. […] Es ist für die meisten eine wunderschöne amerikanische Landschaft, aber für Mickey & Mallory nicht. Sie sind Jäger und Gejagte. Dies ist für sie nur eine weitere Straße, die zu Mord und Gewalt führt. Straßenpolizist George Nash. Er war der erste von 12 Gesetzeshütern, die Mickey & Mallory während ihrer Terrorherrschaft ermordeten“ (aus: Natural Born Killers; Robert Downey Jr. spricht bei der zitierten Passage teilweise direkt in die Kamera und teilweise ist seine Stimme dann als Voiceover über diversen eingeblendeten Fotos und nachgestellten Szenen zu hören) – einen echten Reporter namens „Wayne Gale“ spielt „the great“ Robert Downey Jr. in Oliver Stone‘s Kult-Klassiker Natural Born Killers (1994), der auf einer Story von Quentin Tarantino beruht; in dem seinerzeit sehr umstrittenen „NBK“, der auch, wie ich mehrfach in den letzten Jahren in verschiedenen Arbeiten an diversen Stellen hingewiesen habe, von dem großartigen von Trent Reznor produzierten Soundtrack (u. a. mit Songs von: Leonard Cohen / L7 / Patti Smith / Nine Inch Nails / Dr. Dre) und der atemberaubenden Kameraarbeit von Robert Richardson lebt, zieht das Killerpärchen Mickey & Mallory Knox (Woody Harrelson & Juliette Lewis) eine blutige Spur quer durch die USA; ihnen auf der Fährte ist aber nicht nur der toughe „DETECTIVE JACK SCAGNETTI“ (Tom Sizemore), ein bekannter „Serienkiller-Jäger“, der aber dazwischen „auch nichts dabei findet“, selbst eine Prostituierte zu ermorden, sondern sind ihnen auch die Medien, allen voran der „ruthless“ Reporter „Wayne Gale“, der die Killer zu „gefeierten Stars“ gemacht hat; dem Phänomen, welchem sich eben auch John Waters in Serial Mom angenommen hat, nämlich dem besagten „Serienkiller-Hype“ in den USA, hat sich auch Stone verschrieben, denn „Bestsellerautor Jack Scagnetti“ geht während des gesamten Films mit seinem „Serienkiller-Buch“ hausieren (JACK SCAGNETTI zu einem POLICEMAN: „Es heißt `Scagnetti über Scagnetti`. Gibt’s in eurem Buchladen. Hol‘s dir!“) und „Wayne Gale“ hat eine TV-Sendung namens „American Maniacs“ (aus der das obige Zitat stammt), die, laut Vorspann, „Hosted, Written, Produced and Directed by Wayne Gale“ ist; Downey Jr., mit dem es in Natural Born Killers letztendlich kein gutes Ende nimmt, führt dann nach der Ergreifung von „Mickey & Mallory“ ein großes (und von Oliver Stone wirklich denkwürdig inszeniertes) Interview im Gefängnis mit Harrelson, das letztendlich zu einer blutigen Gefängnisrevolte führt; hier ein Dialog-Ausschnitt aus jener Szene, in der Robert Downey Jr. den ebenfalls großartig aufspielenden Harrelson zu dieser „conversation“ überreden will: WAYNE GALE: „Ich arbeite an einer Fernsehshow. Wir senden alle paar Wochen unter dem Titel `Das aktuelle Amerika`. Zurzeit laufen Porträts von bekannten Serienkillern“ / „MICKEY KNOX WOODY HARRELSON: „Sagen Sie lieber Massenmördern“ / WAYNE GALE: „Oh, oh, ganz wie Sie wollen. Jedenfalls, die Folgen über Mickey & Mallory waren im ganzen Land die beliebtesten“ / MICKEY KNOX: „Wurde was über John Wayne Gacy gesendet?“ / WAYNE GALE: „Ja, ja“ / MICKEY KNOX: „Wir stehen höher im Kurs?“ / WAYNE GALE: „Na klar, den habt ihr weit übertroffen“ / MICKEY KNOX: „Was ist mit dem verrückten Wichser Ted Bundy?“ / WAYNE GALE: „Ah, dieser, dieser Wahnsinnige. Dem seid ihr haushoch überlegen. Ihr seid bekannter. […]“ / MICKEY KNOX: „Was ist mit Manson?“ / WAYNE GALE: „…Er hat euch übertroffen“ / MICKEY KNOX: „Ja, es ist schwer, den König zu schlagen“ (aus: Natural Born Killers)].

Saunders betritt daraufhin „Charlie’s/Uncle Charlie’s Room“ und beginnt diesen zu fotografieren. Während Saunders „photos“ schießt, erklärt Charlie Jack Graham, dass sie eigentlich nicht so gerne als „Durchschnittsmädchen aus einer Durchschnittsfamilie“ dastehen möchte [Reaktion von JACK GRAHAM: „[…] Aber ich halte Sie gar nicht für durchschnittlich“]. „I admit it’s getting better / A little better all the time / Yes I admit it’s getting better / It’s getting better since you’ve been mine“ [Copyright: The Beatles] – Charlie betont dann, dass sie „vor ein paar Tagen“ noch ganz trübsinnig gewesen sei, dass aber dieser Zustand durch die Anwesenheit ihres Onkels ein Ende gefunden hätte. Als ihr Graham diesbezüglich Skepsis zu signalisieren scheint, bringt sie abermals ihre „`admiration` oder `love`“ für Oakley zum Ausdruck [CHARLIE: „Komisch, aber wenn ich genau über meine Gefühle nachdenke, dann komm ich immer wieder auf Onkel Charlie zurück. Sie wollen mir doch nicht etwa einreden, dass er gar nicht so fabelhaft ist?“; // Anmerkung: Apropos „Familienmitglieder, die vielleicht gar nicht so fabelhaft sind, wie man denkt“: „DEBRA MORGAN JENNIFER CARPENTER: „Scheiße, fass mich nicht an!“ / „DEXTER MORGAN MICHAEL C. HALL: „Ich will nur wissen, ob du OK bist!“ / DEBRA MORGAN: „Nein, bin ich nicht! Und es wird nie wieder was okay sein, verdammte Scheiße!“ / DEXTER MORGAN: „Versuch dich zu beruhigen!“ / DEBRA MORGAN: „Mein Gott, ich kann das nicht glauben! Wie lange geht das schon so?! Wie lange machst du diese kranke Scheiße schon?!“ (aus den Anfangsszenen der Dexter-Episode 7.2. „Auf Schritt und Tritt“ / OT: „Sunshine and Frosty Swirl“); die siebente Staffel von Dexter bietet nicht nur die ziemlich gelungene „affair“ zwischen „DEXTER“ & „HANNAH MCKAY“, sondern sie hat auch einen weiteren zentralen Moment der gesamten Serie zu bieten, nämlich jenen, in dem „Dexter’s Stiefschwester Debra“ Jennifer Carpenter erfährt, dass ihr Bruder in Wahrheit „a serial killer“ ist („Hast du die alle umgebracht?“ – „DEBRA“ zu „DEXTER“ bereits am Ende der Folge 7.1. „Are You…?“/dt. Titel: „Erschütternde Wahrheit“ angesichts der umfangreichen „Blutprobensammlung“ ihres Bruders); diese Tatsache, und das ist wirklich brillant und vor allem völlig schlüssig von den Serienmachern durchgezogen, führt, da sich „DEBRA“ sozusagen dafür entscheidet, ihren Bruder nicht zu verraten, konsequent bis zum Ende der achten Staffel zur „Zerstörung“ des Characters „Debra Morgan“; mitreißend ist in diesem Zusammenhang vor allem dann auch jene Szene in der 12. und letzten Episode der siebten Staffel, betitelt mit „Entscheidung einer Schwester“ (OT: „Surprise, Motherfucker!“), in der Jennifer Carpenter, die in Wahrheit sogar das „heimliche Herzstück“ dieser Serie war, ihre Vorgesetzte „Captain Maria LaGuerta“ (gespielt von Lauren Vélez) erschießt, da diese ihren „brother“ enttarnt hat und somit weiß, dass „DEXTER“ in Wahrheit der „Bay-Harbor-Metzger“ war, für den man ab dem Ende der zweiten Staffel fälschlicherweise den verstorbenen „Sg. Doakes“ gehalten hat; hier ein Ausschnitt aus dem entscheidenden Dialog zwischen Lauren Vélez, Michael C. Hall & Jennifer Carpenter aus Episode 7.12., der in einem Container am Hafen stattfindet, kurz bevor „die Entscheidung einer Schwester“ dann eben so aussieht, dass „Debra“ „Captain LaGuerta“ erschießt: CAPTAIN MARIA LAGUERTA – zu DEBRA MORGAN, die ihre Pistole in Händen hält: „Sie haben mit diesem Irrsinn nichts zu tun! Sie sind eine gute Polizistin. Ein guter Mensch. Sie sind nicht wie er. Verdammt, schießen Sie schon!“ / DEXTER: „Sie hat Recht. Mit allem, was sie sagt. Du bist ein guter Mensch. Es ist OK. Tu das Richtige...“; toll auch die Schluss-Sequenzen der 12. Folge, denn nach dem „Mord“ an „LaGuerta gehen Bruder & Schwester mit ernster Miene Hand in Hand durch eine feiernde Menschenmenge und Michael C. Hall sagt in einem Voiceover folgende Worte, die ja auch irgendwie das Ende der gesamten Serie Dexter ankündigen: „Ist das ein Neuanfang? Oder der Anfang vom Ende?“ (Copyright: „DEXTER MORGAN“)].

Plötzlich…taucht „Oakley’s Schatten“ auf…und er kommt „von draußen“ und betritt das Haus wieder über eine Tür im ersten Stock. Saunders, der gerade das Zimmer wieder verlässt, fotografiert Oakley [CHARLIE – „erklärend“: „Mr. Saunders hat mein Zimmer fotografiert“].

„I don’t like to be photographed! I’m afraid I’ll have to ask you for the film!“ – Oakley besteht darauf, den Film zu bekommen, und Saunders händigt ihm, mit Graham’s Einverständnis, diesen dann aus. Bei der Nichte scheinen daraufhin erste „Schatten des Zweifels“ bezüglich ihres Onkels aufzutauchen [Anmerkung: „HELGA ULMANN MACHA MÉRIL: „Da ist etwasjemand von Ihnenoh nein, ich weiß nicht, entschuldigen Sie, es tut mir leid. […] Es war, es war fürchterlich. Etwas Scharfes, Seltsames. So wie der Stich eines Stachels. Es verwirrte mich. […] Irgendwo hier ist der Tod in diesem Raum. Ich fühle, er ist bereit zu töten. Irgendein verworrener Geist sendet mir Gedanken, abartige, mörderische Gedanken. SIE haben getötet und SIE werden wieder töten“ (aus: Dario Argento‘s Giallo-Classic „Profondo Rosso“); hat David Hemmings in Michelangelo Antonioni’s berühmtem Thriller Blow Up (1966) noch einen Fotografen gespielt, der durch Zufall in einem Park einen Mord fotografiert hat, so spielte der Brite in Dario Argento’s Profondo Rosso (OT) / internationaler Titel: Deep Red (1975) einen Musiker namens „Marc Daly“, der bei einem nächtlichen Streifzug durch die Großstadt Zeuge eines entsetzlichen Mordes an einem „Medium“ namens „Helga Ulmann“ wird, das zuvor bei einer Art „parapsychologischen Versammlung“ in einem Theater eine „bösartige, mörderische Präsenz“ im Raum gespürt hat (siehe Zitat oben); der Musiker eilt daraufhin zum Tatort und glaubt fortan, dort „irgendwas gesehen zu haben“, was den entscheidenden Hinweis auf den Täter liefern könnte, der aber in weiterer Folge auch ihm nach dem Leben trachtet; dennoch macht sich „Marc Daly“ zusammen mit der Reporterin „Gianna Brezzi“ (hinreißend: Daria Nicolodi) auf die Suche nach dem Geheimnis dieser Nacht und nach einem „lange zurückliegenden schrecklichen Ereignis“; nun, „Profondo Rosso“ kommt, geht es nach der Meinung prominenter Regisseure wie Quentin Tarantino, John Carpenter oder Clive Barker, eine Art Schlüsselstellung im modernen Horrorkino zu, und sicherlich war der Film seinerzeit durchaus „kraftvoll & irritierend“; der „Argento-Stil“ wurde hier quasi geboren und das Werk weist sicherlich „Formen extremster Gewalttätigkeit“ sowie „wuchtige Musik“ (performt von der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin) und eine „Affinität zur bildenden Kunst“ auf (Argento stellt beispielsweise zu Beginn Edward Hopper’s klassisches Diner-Bild „Nighthawks“ aus 1942 nach); das, was „Deep Red“ aber ein wenig von anderen Argento-Werken wie dem Klassiker Suspiria (1977), dem genialen Tenebre (1982) oder dem wüsten Phenomena (1985; mit Jennifer Connelly) unterscheidet, sind die fast „Screwball-Comedy-artigen“ Einlagen und „Wortgefechte“, die sich das „Ermittler-Duo“ Hemmings & Nicolodi „zwischen all dem Horror & all der Gewalt“ liefert (z. B.: MARC DALY: „[…] Anscheinend gibt es ein paar Dinge, die man mit emanzipierten Frauen nicht ernsthaft angehen kann. Also werden sich jetzt unsere Wege trennen“ / GIANNA BREZZI: „Hören Sie, machen Sie doch, was Sie wollen, Sie Dummkopf! Ich werde meine eigenen Nachforschungen anstellen. Und dann werden wir ja sehen, wer weiterkommt“); sogar diverse Hommagen an Alfred Hitchcock hat Dario Argento in sein Werk von 75 eingebaut, denn es finden sich in „Profondo Rosso“ nicht nur Großaufnahmen von Abflüssen, sondern auch Szenen mit Vogel-Attacken sowie ein grausamer Mord in einem Badezimmer].

Nachdem sich der Film in Oakley‘s Händen befindet, kann gleichsam „weitergemacht“ werden, doch zu weiteren „Aktionen im Rahmen der Befragung“ im Newton-Haus kommt es gar nicht mehr, außer zu jener, dass Graham „Mother Newton“ fragt, ob er „ihre Tochter“ „heute Abend“ zu einem „Date“ in die Stadt „entführen“ darf. Emma tut spaßhalber so, als ob es bei der Anfrage um die kleine Ann gehen würde, aber Graham meint, „of course“, „Young Charlie“ [Nachsatz von EMMA – augenzwinkernd: „Ann wär aber besser. Sie weiß über alle Leute genau Bescheid“].

Im Endeffekt verabschieden sich „the two men“ von den „the two Newtons“ mit dem „Ausblick“ auf ein „Date“ zwischen Charlie & Jack Graham um 18:30 [Auszug: JACK GRAHAM: „Also, um halb sieben“ / CHARLIE: „Einverstanden“]. Charlie und ihre Mutter blicken den beiden „Government Men“ hinterher und die Mutter empfindet Graham offenbar durchaus „als gute Partie“ für ihre Tochter [EMMA: „Scheint ein netter junger Mann zu sein. Ich dachte, du wolltest mit Catherine ins Kino gehen…“ //; Anmerkung: Exkurs: „And I will love you, baby, always / And I’ll be there forever and a day, always / […] / And I know when I die, you’ll be on my mind / And I’ll love you, always“ (aus dem Song „Always“ von Bon Jovi) – Hitchcock bereitet hier quasi, als Gegensatz zu der, wenn man’s so ausdrücken will, „eher traurigen innerfamiliären `Love Story`“ zwischen Teresa Wright & Joseph Cotten, eine „echte Love Story“ in seinem Film vor, nämlich zwischen dem „nice girl“ „CHARLIE“ und dem „Normalo, der Verbrecher & `Freaks` wie Onkel Charlie jagt“ „JACK GRAHAM“, welcher auf Anhieb von „MOTHER NEWTON“ als „adäquat“ & eben als „einer bürgerlichen Familie angemessen“ empfunden wird; nun, einige sehr bekannte Songs, die vom Publikum auf den ersten Blick als „Love Songs, die eine Love Story erzählen“ wahrgenommen wurden, sind es in Wahrheit gar nicht, sondern haben einen „sick & twisted background“, und so verhält es sich auch mit Bon Jovi’s Megahit „Always“ aus dem Jahr 1994, der eigentlich, ganz im Gegensatz etwa zu „Bed of Roses“, ein „Song about Stalking“ ist und im Übrigen ursprünglich für ein „B-Movie“ namens Romeo Is Bleeding (1993; Regie: Peter Medak) geschrieben wurde – und das ist auch der Grund, warum ich ihn z. B. im Rahmen meines letzten „Projekts“ „Hitchcock Vol. 2 – More Movies To Be Murdered By“ lediglich an einer Stelle im Kapitel zu Berüchtigt eingesetzt und einem Bösewicht („Alexander Sebastian“) „zugeordnet“ habe, da das ansonsten sozusagen der „Real Love“ zwischen dem „echten Liebespaar“ in Berüchtigt, nämlich Ingrid Bergman & Cary Grant, zuwidergelaufen wäre; Bandleader Jon Bon Jovi hat einmal versucht, mit diesem „Irrtum“ bezüglich der Ballade „Always“, die sogar „the biggest selling Bon Jovi single“ war, im Rahmen eines Live-Konzerts aufzuräumen, „and those were his words“: „This is a little somethin‘ I wrote for a movie, a long time ago, I guess it was 94. […] I wrote it for a B-movie called `Romeo Is Bleeding`. It was a Gary Oldman-movie. It’s a sick little twisted lyric that so many people have taken this song and really felt `Oh, it’s so romantic, it’s so wonderful`, but truthfully, this guy is practically a stalker, he is a sick human being. So, I’m glad that you guys see: The glas is half full. […] It’s a little somethin‘ that I wrote in that twisted place that I get to some time. It’s called `Always`“ (Copyright: Jon Bon Jovi); übrigens: ein weiterer Song, der „aufs Erste nach einem schönen Love-Song klingt“, ist „Every Breath You Take“ von The Police, aber auch bei „Every Breath You Take“ ist „das Glas mehr als nur halbvoll“, weil der Song eher negative Gefühle ausdrückt – „Every Breath You Take / And every move you make / […] / Every step you take / I’ll be watching you“ usw.].

„Down at the not `Sunset`, sondern `Gunner’s Grill`“; am Abend verlassen Charlie Newton & Jack Graham dann ein Grillrestaurant, und das tun sie… „Say the word I’m thinking of / Have you heard the word is love?“ [Copyright: The Beatles] …lächelnd. Unterwegs treffen sie auf die „Kinogeherinnen“ Catherine & Madge, die sich über Charlie’s „spontane Genesung“ wundern, denn ihre Mutter hat den beiden jungen Frauen erzählt, dass Charlie „erkältet“ sei. Nachdem Catherine ihr mitgeteilt hat, dass „ein Junge namens Bill Forest nach ihr gefragt habe“, werden Charlie & Graham wieder „allein gelassen“ und beide… „It’s the word I’m thinking of / And the only word is love“ [Copyright: The Beatles] …lächeln wieder.

Später…scheint sich Charlie’s Stimmung aber urplötzlich gewandelt zu haben und es findet sich, als sie und Graham sich „irgendwo in der Stadt & in der Nähe der `Bank of America`“ unterhalten, „ein Ausdruck des Entsetzens“ in ihrem Gesicht [CHARLIE – zu JACK GRAHAM: „Jetzt weiß ich, was Sie wirklich sind. Sie sind ein Detekiv(im Original klarerweise: „Detective“). Irgendwas stimmt nicht und Sie sind Detektiv“; // Anmerkung: „DETECTIVE CONSTABLE ENDEAVOUR MORSE SHAUN EVANS: „Wie kriegen Sie das hin, das alles an der Haustür zu lassen?“ / „DETECTIVE INSPECTOR FRED THURSDAY ROGER ALLAM: „Das ist der einzige Weg. So ein Fall würde einem sonst das Herz aus dem Leib reißen. Suchen Sie sich einen Ausgleich. Etwas, das wert ist, verteidigt zu werden“ / DC ENDEAVOUR MORSE: „Ich dachte, das hätte ich. Ich habe doch was gefunden“ / DI FRED THURSDAY: „Musik? Ich denke, Musik ist dafür genau das Richtige. Gehen Sie nach Hause, legen Sie Ihre beste Schallplatte auf, drehen Sie auf volle Lautstärke und bei jeder Note denken Sie fest daran: Das ist etwas, das Ihnen die Finsternis nicht nehmen kann“ (aus der Folge 1.3 „Mord nach Noten“ / OT: „Fugue“ der 1. Staffel der TV-Serie Der junge Inspektor Morse) – sicherlich eine der besseren TV-Krimi-Serien der letzten Jahre war „Endeavour“ (OT; 2012 – 2023), in der eben Shaun Evans in die Rolle des „jungen Inspektor Endeavour Morse“ schlüpfte, und somit ist diese Serie also eine Art Prequel zu der vor allem in Großbritannien einst sehr bekannten/beliebten TV-Serie „Inspector Morse“ (OT; 1987 – 2000; dt. Titel: Inspektor Morse, Mordkommission Oxford) mit John Thaw in der Titelrolle und basierend auf den Inspektor-Morse-Romanen von Colin Dexter; das obige Zitat stammt aus der „Schlussunterhaltung“ des Ermittler-Duos Evans & Allam auf dem Dach eines höheren Gebäudes, auf dem es gerade zum Showdown zwischen ihnen und dem sogenannten „Opera-Phantom-Killer“ gekommen ist, der in Oxford eine ganze Reihe von Morden begangen hat (FRED THURSDAY zu ENDEAVOUR MORSE an einem Tatort: „Das hier ist Bösartigkeit, Morse. Ich verstehe noch Gier, Eifersucht, Rache sogar. Aber Leute zu töten nur aus reinem Vergnügen, das ist mir neu“); seinen Namen hat der besagte „Opera-Phantom-Killer“ der Tatsache zu verdanken, dass er an Tatorten verschiedene Zitate aus bekannten Opern wie z. B. aus Otello von Guiseppe Verdi hinterlassen hat; Unterstützung erhalten der „Musik- und Opern-Fan“ „Endeavour Morse“ und sein älterer Partner „Fred Thursday“ dabei auch von einem Psychiater namens „Dr. Cronyn“, der angeblich gerade an einer Studie über „Serientäter“ arbeitet und gleichsam „Täterprofile“ erstellt, die im Grunde herrlich „klischeehaft“ sind und wohl irgendwie von den Machern auch ein wenig als „Parodie“ auf das „Profilertum“ gedacht waren: „Ich nehme an, dass er der dunklen Triade der Persönlichkeit aus Narzissmus, aus Machiavellismus und Psychopathie entspringt […]. Ich würde erwarten, dass er hochintelligent ist, auch wenn sich das vielleicht nicht zwingend in akademischen Leistungen niederschlagen mag. […] Mitte 20 bis Mitte 30, 40 aber höchstens“ („DR. CRONYN GEOFFREY STREATFEILD in Richtung MORSE & Co); die Serie „Endeavour“ besticht in ihren besten Momente durch die leicht melancholische Atmosphäre, die entscheidend durch großartige klassische Musik mitgeprägt wird, sowie durch die feine & sehr sensible Darstellung von Shaun Evans, der zumeist „einen anderen Ansatz“ bei den Ermittlungen als seine Kollegen wählt und deswegen „in der Hierarchie auf der Arbeit“ weniger schnell vorankommt als die „angepassteren Naturen“ um ihn herum, und das wird auch durch den „Running Gag“ ausgedrückt, dass seine Kollegen nach gelösten Fällen stets Belobigungen etc. erhalten, während er selbst praktisch von seinem Chef „Chief Superintendent Bright“ (toll gespielt von Anton Lesser) nur ein „Gut so, Morse, äh, weitermachen“ erhält].

„You just wanted to get in our house!“ – nachdem Charlie Jack Graham als Polizisten enttarnt hat, wirf sie ihm vor, dass er nur mit ihr ausgegangen sei, damit er sie habe „aushorchen“ können [Antwort von JACK GRAHAM: „Also schön, ich bin Detektiv. Offenbar kein sehr guter“].

Graham erzählt Charlie dann, dass er nach Santa Rosa gekommen sei, um einen bestimmten Mann zu finden, von dem die Polizei aber im Grunde „nicht viel“ und nicht mal „das Aussehen“ wüsste [JACK GRAHAM: „Der Mann, den wir suchen, könnte Ihr Onkel sein“].

Dieses „How much do you know about your uncle?“ bringt Charlie aus der Fassung [CHARLIE: „Das glaub ich nicht! Gehen Sie und lassen Sie uns in Ruhe!“], aber Graham merkt gleichzeitig auch an, dass Oakley nicht der einzige „Suspect“ sei, sondern, dass es noch einen zweiten gäbe, nach dem „the Police“ währenddessen „in Massachusetts & Maine“ suche.

„He knows it would kill my mother if he did“ – die junge Frau besteht darauf, dass ihr Onkel das ihrer Mutter „niemals antun“ würde, und verlangt sozusagen, dass „der zweite Mann“ verhaftet und ihre Familie in Ruhe gelassen wird. 

„Detektiv Graham“ betont daraufhin, dass das „ein ernsthaftes Date“ mit „ernsthaften Absichten“ gewesen sei [JACK GRAHAM: „[…] Wenn Sie nicht wären, wäre es mir vollkommen gleichgültig, wann oder wie ich Ihren Onkel Charlie fassen würde. Und wenn er der Gesuchte ist, dann werde ich ihn fassen. Glauben Sie mir […]“].

Dann bittet er sie zu schweigen, weil sie… „She’s a good girl, loves her mama / Loves Jesus, and America too“ [Copyright: Tom Petty] …ein „nice girl“ sei und außerdem, so Graham, sicherlich der Polizei helfen würde, wenn sie wüsste, dass ihr Onkel tatsächlich „der Gesuchte“ sei. Aber wenn ihr Onkel wirklich der Mörder ist, so deutet Graham ebenfalls an, wird er ihn, sozusagen als Gegenleistung, „nicht hier in Santa Rosa verhaften“.

Im Endeffekt verspricht ihm die junge Frau „The Silence not `of the Lambs`, sondern `of Charlie Newton`“ und sie bittet ihr „Date“, sie zurück nach Hause zu bringen. Im Rahmen der Verabschiedung der beiden vor dem Newton-Haus [JACK GRAHAM: „Gute Nacht, Charlie“] kündigt ihm Charlie gleichsam „einen Irrtum bezüglich ihres Onkels“ an [CHARLIE: „Ich freue mich schon auf Ihr Gesicht, wenn Sie merken, dass Sie sich geirrt haben. Gute Nacht“], doch Graham sieht das natürlich… „Get away from the blind side of life / Honey, I want you to be by my side“ [Copyright: Doyle Bramhall II & John Mayer / Stevie Ray Vaughan] …völlig anders.

Als sie wenig später das Haus betreten will, „Detective Graham“ ist mit seinem Wagen bereits weggefahren, wirft sie einen Blick durch ein Fenster und sieht, wie ihre Mutter und… „Here comes the Sun King / Ev’rybody‘s laughing“ [Copyright: The Beatles] …Oakley sich angeregt miteinander unterhalten [Anmerkung: Exkurs: Apropos „Serien“-„Killer“ oder „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine `Serienkiller` sind“: „MADELEINE SWANN LÉA SEYDOUX: „Was in Anbetracht aller verfügbaren Optionen bewegt einen Mann dazu, Berufskiller zu werden?“ / „JAMES BOND 007 DANIEL CRAIG: „Na ja, das oder Priester werden“ / MADELEINE SWANN: „Ich meine es ernst, ist es wirklich das, was Sie wollen? Ein Leben im Schatten. Jagen. Gejagt werden. Immer über die Schulter schauen. Immer allein“ / JAMES BOND 007: „Ich bin nicht allein“ / MADELEINE SWANN: „Beantworten Sie die Frage…“ / JAMES BOND 007: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich je eine Wahl hatte […]“ / MADELEINE SWANN: „Ich glaube, Sie haben unrecht. […] Wir haben immer eine Wahl“ (aus: Spectre) – ja, das war auch ein gutes „Date“ zwischen „`a man and a woman`, die wirklich zusammenpassen“, wenngleich es zwischen Daniel Craig & Léa Seydoux vielleicht „etwas konventioneller“ zuging, als zwischen den beiden „tatsächlichen Serienkillern“ Michael C. Hall & Yvonne Strahovski in Dexter; in Spectre, dem 24. Film der Bond-Serie, führt also „die Tochter eines Killers, die als Psychiaterin tätig ist“ einem „bezahlten Killer“ (DR. SWANN: „Was machen Sie beruflich?“ / JAMES BOND 007: „Tja, nichts, was auf einem Formular besonders gut aussieht. […] Ich bringe Menschen um“) vor Augen, dass es vielleicht doch „eine alternative Lebensplanung“ für ihn gäbe (der Bodycount: Bond tötet in Spectre 17 Menschen „directly“ und 8 „indirectly“), und irgendwie war „MADELEINE SWANN“ ein so komplexes & interessantes „main Bond girl“, dass man sofort gewillt war zu glauben, „that Bond would ride off with her at the end“; abgesehen von der „gelungenen Paarbildung“ zwischen „James Bond 007“ & „Dr. Madeleine Swann“ und den wahrlich „kreativen Familienverhältnissen“, die der Bond-Film zu bieten hatte, punktete das Sam-Mendes-Werk vor allem durch die Rückkehr der annähernd originalen „opening gunbarrel“-Sequenz, durch eine fantastischen Verfolgungsjagd durch Mexiko-City am „Dia de los Muertos“, am „Day of the Dead“, durch den wirklich „beautiful“ daherkommenden Thomas-Newman-Score und, nicht zu vergessen, durch die „participation“ von Monica Bellucci, die eine „Bond Woman four years older than Craig“ war – „Dann sind Sie offenbar verrückt, Mr…“ („LUCIA SCIARRA MONICA BELLUCCI zu „JAMES BOND DANIEL CRAIG)].

Charlie beschließt, über die Hintertür das Haus zu betreten, doch sie trifft zunächst auf ihren Vater sowie auf dessen „Brother-in-Crime-Novels“ Herb Hawkins. Nachdem der Vater seiner Tochter mitgeteilt hat, dass „Onkel Charlie noch gerne mit ihr geredet hätte“, geht Charlie hinauf in den ersten Stock, da sie offiziell „zu müde“ für eine Unterhaltung ist. Als die beiden „Krimi-Fans“ wieder zu zweit sind, besprechen sie abermals begeistert „Mordmethoden“, und Herb teilt Joe mit, dass sein „Kaffee von vorhin“ in Wahrheit „vergiftet“ gewesen sei, nämlich mit…Sodawasser [JOE: „Hast du was reingetan?“ / HERB: „Ne Prise Soda. Etwa die gleiche Menge, die ich genommen hätte, wenn ich Gift reingetan hätte“ / JOE: „[…] Ich fand ihn nicht schlechter als sonst“].

„Meanwhile“ durchsucht Charlie oben im ersten Stock das Zimmer ihres Onkels und nimmt die am Tag zuvor aus der Abendzeitung entfernten Zeitungsseiten, die er ihr partout nicht zeigen wollte, mit auf ihr Zimmer, wo sie diese neben Ann überfliegt. Der gesuchte Artikel ist aber nicht dabei und Ann, die glaubt, dass es nur um ein „Kochrezept“ gehe, rät ihr, doch die städtische Bibliothek aufzusuchen, „wo man sämtliche Zeitungen finde“.

Daraufhin verlässt Charlie wieder das Haus und bewegt sich… „You better run for your life if you can, little girl“ [Copyright: The Beatles] …eiligen Schrittes zur besagten Bibliothek, wo die Lichter aber gerade abgedreht werden – „the library closes at 9:00 PM“. Dennoch klopft sie energisch an die Tür [Anmerkung: Teresa Wright’s „mädchenhafte Teenager-Verzweiflung“ beziehungsweise ihr „Shadow of a Doubt“, den sie im Gesicht hat, sind in diesen Sequenzen, in welchen sie sich durch die Stadt zur Bibliothek hinbewegt und in denen sie dann an die Tür der Bibliothek klopft, wirklich großartig; die Schauspielerin hat sich oftmals über die Arbeit mit Alfred Hitchcock geäußert, so z. B. auch über den Umgang des Regisseurs mit Toneffekten: „Er verwendete den Ton wie niemand sonst, den ich je gekannt habe. Wenn irgendein anderer Regisseur einen Schauspieler bat, eine Teetasse abzusetzen, ging es um nichts anderes. Bei Hitch geschah aber alles aus einem bestimmten Grund. Wenn ein Schauspieler mit den Fingern trommelte, war das nicht ein zweckloses Trommeln, es hatte einen Rhythmus, ein musikalisches Muster – es war wie ein Geräusch-Refrain. Ob jemand nun ging oder mit Papier raschelte oder einen Umschlag zerriss oder vor sich hin pfiff, ob das Flattern von Vögeln oder ein Geräusch von draußen war, alles wurde sorgfältig von ihm orchestriert. Er komponierte die Toneffekte wie ein Musiker Instrumentenstimmen“ (Copyright: Teresa Wright)].

Die Bibliothekarin, Mrs. Corcoran, will zunächst, mit Hinweis auf die „regulären Öffnungszeiten“, nicht aufmachen und bezeichnet Charlie‘s Verhalten als das einer „madwoman“ [CHARLIE: „Es tut mir leid, Mrs. Corcoran, aber es steht was in der Zeitung, das muss ich unbedingt lesen“], bevor sie sie dann aber doch in die Räumlichkeiten der Bibliothek lässt und ihr „3 Minuten Zeit zum Finden & Lesen“ gibt. Charlie findet schließlich die gewünschte Zeitung und…auf „Seite 3“ sieht sie die Schlagzeile, die Oakley vor ihr verstecken wollte: „WHERE IS THE MERRY WIDOW MURDERER?“.

In dem Artikel ist von einem „`Nation-wide Search` beziehungsweise `Coast-to-Coast Search`“ nach einem „Strangler of Three Rich Women“ die Rede [Anmerkung: „Der ist auf keinen Fall ein Serienkiller, glaub mir...ich...er hat sicher nicht mehr als ein oder zwei Menschen umgebracht“ sagt Woody Allen einmal zu Scarlett Johansson in Allen’s Komödie Scoop – Der Knüller (2006), in der die beiden in London den sogenannte „Tarot-Karten-Killer“ (als Verdächtiger: Hugh Jackman) stellen wollen; nun, „three’s a crowd“ und Allen spielt in seiner Aussage darauf an, dass man sozusagen erst ab drei Opfern von einem „Serienkiller“ sprechen darf oder soll, und insofern ist der, wie’s in dem im Hitchcock-Film gezeigten Zeitungsartikel außerdem heißt, „strong handed strangler of three wealthy women“ Joseph Cotten tatsächlich als ein solcher zu betrachten]. Das „latest victim“, so steht es ebenfalls in der Zeitung, soll eine „Mrs. Bruce Matthewson“, eine ehemalige „Musical-Sängerin & Komödiantin“, gewesen sein, die früher, zu ihrer aktiven Zeit, offenbar als „The Beautiful Thelma Shenley“ bekannt war.

Charlie zieht sich sofort den Ring, den Onkel Charlie ihr geschenkt hat, vom Finger und…sie betrachtet die Initialen: „T. S. from B. M.“.

Die junge Frau steht auf und bewegt sich in der nicht mehr allzu stark beleuchteten Bibliothek hin und her… „Slow Dancing in a Burning Room“. Der „Blick“ auf „ihren geliebten Onkel Charlie“ scheint nun… „It’s not a silly little moment / It’s not the storm before the calm / This is the deep and dying breath of / This love that we’ve been working on“ [Copyright: John Mayer] …„ein völlig anderer“ zu sein und…die zahlreichen Tanzpaare, die zur Musik der „Lustigen Witwe“ tanzen, scheinen sich wieder in Charlie’s Bewusstsein zu graben [Anmerkung: Hitchcock illustriert hier zum wiederholten Mal in seinem Film die Melodie aus der „Lustigen Witwe“ durch tanzende Paare; der Regisseur verwendet dieses Bild der tanzenden Paare in Wahrheit ja bereits „unter dem Vorspann“ von „Shadow of a Doubt“ und er hat gegenüber François Truffaut betont, dass es sich bei diesen „Tanzpaaren“ nicht um „Archivmaterial“ handelte: „Nein, ich habe das selbst gedreht“ (HITCHCOCK zu TRUFFAUT)]. 

Am nächsten Tag steht Charlie, nach der sich ihr Onkel schon mehrfach erkundigt hat, sehr spät auf und sie will ihrer Mutter schließlich in der Küche beim Zubereiten des Abendessens helfen. „Whatever you do, please don’t hum that tune anymore!“ – als Emma dann plötzlich den „Waltz“ aus „The Merry Widow“ in der Küche zu summen beginnt, bittet Charlie sie, das sein zu lassen, da sie diese Melodie nicht mehr hören könne. „Her Mother“ ist daraufhin kurz irritiert, aber dann ruft sie alle zum „Dinner!“ [EMMA: „Joe! Charles! Dinner!“; // Anmerkung: „HELEN CRUGER ELLEN BARKIN: „Sie stehen auf Wald, ich aufs Meer. Sie auf Kino, ich aufs Theater. Sie sind Drucker*, ich führ ein Schuhgeschäft. Und ich habe keine Lust, noch weiter meine Zeit zu verschwenden. Wir kennen uns jetzt, also lassen wir es“ / „DET. FRANK KELLER AL PACINO: „Lassen wir was?“ / HELEN CRUGER: „Sie sind einfach nicht mein Typ. […] Ich glaube an Liebe auf den ersten Blick und an die animalische Anziehungskraft. Ich glaube an das hier!(schnippt dabei mit den Fingern) Doch bei Ihnen fühl ich nichts“ / DET. FRANK KELLER: „Ich bin der Traummann, Sie merken’s bloß nicht“ (aus einer abendlichen Unterhaltung „auf der Basis einer Kontaktanzeige“ in einem New Yorker Restaurant in dem „Suspense-vollen“ Thriller Sea of Love – Melodie des Todes aus dem Jahr 1989; *Pacino ist in Wahrheit eben ein New Yorker Police-Detective); einer meiner persönlichen „Lieblingsfilme aus den 80ern“ ist und bleibt Harold Becker’s Sea of Love (OT) mit Al Pacino & Ellen Barkin; das Werk markierte die erfolgreiche Rückkehr Pacinos auf die Leinwand nach der „Revolutions-Gurke“ Revolution aus dem Jahr 1985 und das Pacino-Comeback hätte nicht gelungener sein können, denn er und Ellen Barkin, die ich, wegen des genialen „Polizeifilms“ The Big Easy – Der große Leichtsinn (1987; Regie: Jim McBride; Co-Starring: Dennis Quaid) und eben wegen Sea of Love – Melodie des Todes, zum erweiterten Kreis meiner Lieblingsschauspielerinnen zähle, geben, wie ich vor ein paar Jahren an anderer Stelle und im Zusammenhang mit einem Christopher-Nolan-Film mal angedeutet habe, eines der besten Leinwand-Paare der 80er-Jahre ab, das, meiner Meinung nach, nur durch die „sexy“ Paarung Barkin-Quaid in The Big Easy (OT) „geschlagen“ wird; zur Story von Sea of Love: In New York kommt es zu rätselhaften Serienmorden, denn drei Männer werden nackt und mit Kopfschuss in ihren Betten aufgefunden, wobei auch der Song „Sea of Love“ von Phil Phillips aus dem Jahr 1959 während des ersten Mordes auf einem Plattenteller gefunden wurde – „Come with me, my love / To the sea, the sea of love“ usw.; der desillusionierte Workaholic Detective Frank Keller und sein Partner Sherman Touhey („good as always“: John Goodman) heften sich an die Fährte des Serienkillers und die Spur führt bald schon in die „Lonely Hearts“-Dating-Szene, wo quasi über Kontaktanzeigen nach Partner:innen gesucht wird, wobei die drei toten Männer ihre jeweiligen Kontaktanzeigen offenbar in „gereimter Form“ verfasst haben, soll heißen: sich im Dichten von „Kontaktanzeigen-poems“ versucht haben; im Rahmen der Ermittlungen, in denen die Detectives Pacino & Goodman selbst „gefakte Dates in einem Restaurant“ durchführen und schauen, wer sich auf ihr „selbst gereimtes Machwerk“ in der Zeitung hin meldet, lernt „Frank“ die schöne „Helen“ kennen, mit der er sich letztendlich, von ihrer Unschuld überzeugt, auf eine leidenschaftliche Affäre einlässt; aber auch gegen die geschiedene „Helen“ scheinen sich die Beweise zu häufen, und außerdem findet sich in ihrer Plattensammlung die „Schnulze“ „Sea of Love“ (FRANK: „Sea of Love“ / HELEN: „Was?“ / FRANK: „Du hast `Sea of Love`“ / HELEN: „Ja, kann sein. Ich hab diese Platten schon lange nicht mehr gehört. Magst du diesen Song?“ / FRANK: „Ja, ich finde ihn gut“); ich weiß nicht, ob man Sea of Love – Melodie des Todes jetzt, insgesamt betrachtet, unbedingt als „knisternden Erotik-Thriller“ bezeichnen muss, so wie das damals in der Werbung teilweise der Fall war, aber zwischen Pacino & Barkin „knistert“ es auf jeden Fall ganz gewaltig und einige der Szenen, so wie zum Beispiel jene, in der sich Pacino & Barkin quasi spontan „in einem Supermarkt“ verabreden, gehören sicherlich zu den „erotischsten Szenen im ansonsten nicht gerade `subtilen` US-Mainstream-Kino der 80er-Jahre“ – wie gesagt: nur zusammen mit Dennis Quaid gab Barkin im „Big Easy“ ein noch besseres „Silver-Screen-Couple“ ab, wobei in dem Jim-McBride-Film natürlich auch toll war, dass Dennis Quaid keine „Plattenspieler-Unterstützung“ brauchte, sondern darin gleich selbst „seine Liebste angesungen“ hat – „You used to call me in the morning / You used to call me late at night / Now you don’t call me anymore“ usw. (der singende Quaid in Richtung Ellen Barkin in Der große Leichtsinn); Sea of Love – Melodie des Todes ist, um aber darauf wieder zurück zu kommen, auf jeden Fall ein durchaus „stilvoller Suspense“, der eine überraschende Auflösung bietet und in dem sich im Übrigen auch Michael Rooker, der „Henry“ aus Henry – Portrait of a Serial Killer, in einer Nebenrolle tummelt; ein „abschließendes Highlight“ des Films ist sicherlich, dass beim Abspann dann eine Tom-Waits-Cover-Version von „Sea of Love“ zu hören ist].

Bevor sich alle am „Dinner-Tisch“ versammeln, bittet Ann in der Küche ihre Mutter noch, am „Dinner-Table“ nicht neben Onkel Charlie sitzen zu müssen [was wieder für „ANN’s kindlichen sechsten Sinn“ bezüglich des „unangenehmen Onkels“ spricht (Anm.)], und diese Bitte wird ihr nach kurzer Diskussion darüber, wie „unhöflich das wahrgenommen werden könnte“, auch gewährt.

„Have I lost my little girl?“ – dem „unheimlichen Onkel“, also: Oakley, fällt dieser „Platztausch“ sofort auf und er merkt, dass sein Charme… „Had a laugh and over dinner / Told her I would really like to see her again“ [Copyright: The Beatles] …bei der kleinen Ann offenbar absolut nicht wirkt [ONKEL CHARLIE – zu ANN: „Na, was ist denn hier los? Wird mir meine Freundin untreu?“].

Als Oakley dann in der Abendzeitung blättert [Kommentar von ONKEL CHARLIE: „[…] Steht wirklich nichts Besonderes drinnen. Nichts Besonderes los“], gesellt sich auch Charlie, die anscheinend wirklich „den ganzen Tag geschlafen hat“, zum Dinner-Tisch, wobei sie betont, dass sie „schlecht geschlafen“ und „dreams to remember“ gehabt habe [CHARLIE: „Ich hab furchtbare Träume gehabt. Von dir, Onkel Charlie. Richtige Alpträume“ / Reaktion von ONKEL CHARLIE: „Alpträume? Von mir?“].

Charlie erklärt ihm dann, dass er in diesem Traum „in einem Zug saß und fliehen wollte“, aber gerade dieses Szenario, dass sie Oakley in einem Zug sitzen gesehen hat, habe sie, so Charlie, „auf einmal erleichtert“.

Ihre Mutter ist daraufhin empört [EMMA: „[…] Ich hoffe, dass er gar nicht mehr wegfährt“], doch Charlie meint, dass man der Tatsache schließlich ins Auge blicken müsse, dass… „Get back, get back / Get back to where you once belonged“ [Copyright: The Beatles] …„Onkel Charlie eines Tages wieder weggehe“ [ONKEL CHARLIE: „Ja, das stimmt. Ganz meine Meinung“].

Nachdem ihm Charlie auch noch gesagt hat, dass er „die heutige Abendzeitung“ einfach weglegen solle und keine „Papier-Häuser“ mehr daraus zu basteln brauche, scheint Oakley nachdenklich zu werden und erste „Schatten des Zweifels & Misstrauens“ scheinen sich bezüglich seiner Nichte in seinem Gesicht „breitzumachen“.

Schließlich lenkt „Emmy“ die Tischkonversation auf die Rede im „Women’s Club“, die ihr Bruder halten soll, und „Charles“ schlägt vor, im Rahmen der Rede über „Reisen“ und über „aktuelle Dinge“ sprechen zu wollen, woraufhin seine Schwester meint, dass er „aktuelle Dinge“ bitte „außen vor“ lassen solle, da diese „nicht erfreulich wären“ [damals, Anfang der 40er-Jahre, als „Shadow…“ gedreht wurde, wütete schließlich noch der Zweite Weltkrieg, der ja auch Hitchcock selbst von Reisen in seine Heimat England abhielt (Anm.)].

Oakley erkundigt sich dann nach dem Publikum in diesem „Santa Rosa Women’s Club“ und „Emmy“ spricht von einer „audience full of housewives“ [EMMA: „Ach weißt du, alles Hausfrauen so wie ich. Frauen, die in ihrer Familie aufgehen“].

In der Folge berichtet „Charles“ dann von den „Frauen in Großstädten“ und von „Frauen, deren Männer tot seien und die man dann zu `Tausenden` in Hotels antreffe, wo sie ihr Geld verprassen würden“ [Nachsatz von ONKEL CHARLIE: „Sie brüsten sich mit ihrem Schmuck, bilden sich was auf ihren Reichtum ein und sind stolz darauf“; // Anmerkung: Die Stelle, an der sich Joseph Cotten quasi gegenüber Teresa Wright & Co unverhohlen als wahrer „mysogynist“ outet, ist sicherlich eine der „visuell intensivsten“ innerhalb des Films, denn Hitchcock’s Kamera nähert sich dem sprechenden „Women-Hater CHARLES OAKLEY“ ganz langsam und „verweilt“ dann in einer eindrucksvollen Großaufnahme von Cotten, der fast direkt in die Kamera blickt, als er, und das zum Entsetzen seiner Nichte, im Zusammenhang mit seinen „victims“ andeutet, dass er diese nicht zwingend als „human beings“ betrachtet, ein Motiv, das später bekanntlich in zahlreichen „Serienkiller-Filmen“ zu einem ungeheuren Klischee oder zu einer regelrechten „Serienkiller-Plattitüde“ ausgebaut wurde – „Für ihn sind seine Opfer nur wie Schafe oder Rinder“ wäre z. B. eines dieser „Klischees“, die Drehbuchautoren allzu oft einem „Psychiater/Profiler“ in einem „Serienkiller-Film“ der 80er oder 90er „haben sagen lassen“; einige der Aussagen, die „Hitch’s screenwriter“ Thornton Wilder Joseph Cotten da in Im Schatten des Zweifels in den Mund gelegt hat, könnte man, abgesehen davon, dass sich „in unseren Breiten“ natürlich auch das Frauenbild im Zusammenhang mit irgendwelchen „frei herumlaufenden `Lustigen Witwen`, die das einst hart verdiente Geld ihrer Männer verprassen“ drastisch gewandelt hat, im „politisch superkorrekten Kino“ von heute niemals mehr „so einfach bringen“].

„Don’t talk about women like that in front of my club!“ – „Emmy“ rügt ihren Bruder, wenngleich auch wie immer „liebevoll“, dass er das vor ihren Freundinnen im „Women’s Club“ bitte sein lassen soll, so über Frauen zu reden [EMMA[…] Sonst wirst du geteert und gefedert“]. Dann teilt sie ihm mit, dass „die nette Mrs. Potter“ sich nach ihm erkundigt habe, die auch zu seinem Vortrag kommen werde und anschließend außerdem zu ihnen ins Newton-Haus zum Essen eingeladen sei [Anmerkung: „CHARLES HILDEBRANDT JAMES GANDOLFINI – Voiceover, gelegt über eine Szene, in der „Ray Fernandez“ Jared Leto zu sehen ist: „Hätte einer n‘ Buch über Hochstapler geschrieben, wäre Ray Fernandez die beste Vorlage gewesen. Er war nicht der erste miese Blutegel, der sein Spiel mit den einsamen Herzen getrieben hat. Aber vielleicht war er der schmierigste. […] Verflucht, er war so aalglatt und hielt sich selbst für einen tollen Don Juan“ (aus: Lonely Hearts Killers von Regisseur Todd Robinson aus dem Jahr 2007) – im Amerika der ausgehenden 40er-Jahre erschütterte einst der spektakuläre Fall der „Lonely Hearts Killers“ / „Honeymoon Killers“ das Land; Martha Beck & Raymond Fernandez, die sich über eine von Fernandez‘ „Kleinanzeigen“ trafen, entdeckten sofort eine „Seelenverwandtschaft“ und täuschten von da an gemeinsam einsame Frauen und nahmen diese „nach Strich und Faden“ aus, ein „modus operandi“, der die beiden aber bald auch nicht mehr vor diversen brutalen Morden zurückschrecken ließ, von denen ihnen aber im Endeffekt nur drei wirklich nachgewiesen werden konnten, für die sie aber letztendlich dann auf dem elektrischen Stuhl landeten; aber selbst vor der Hinrichtung sollen sich die beiden „murderous soulmates“ noch intensive „Liebesschwüre“ ausgerichtet haben – „Remember me / Martha my love / Don’t forget me / Martha my dear“ (Copyright: The Beatles); der Film Lonely Hearts Killers / OT: Lonely Hearts, in dem Superstar & Filmlegende John Travolta den Ermittler „Elmer Robinson“ spielt und James Gandolfini (1961 – 2013), seit der TV-Serie Die Sopranos (1999 – 2007) ebenfalls eine Art Legende, seinen Partner, zeichnet den Weg des „mörderischen Pärchens“ Beck & Fernandez nach (Voiceover im Film zu „MARTHA“ & „RAY“: „Es ist schwer zu sagen, wer hier wen verhext hat, aber der Tag, an dem die beiden sich gegenseitig durchschaut hatten, war für viele Menschen der Anfang eines bösen Endes“); Travolta & Gandolfini geben ein im wahrsten Sinne des Wortes „gewichtiges Ermittlerduo“ ab und Travolta’s Character hat noch dazu „das Trauma im Nacken“, dass sich seine Frau vor ein paar Jahren erschossen hat und sein junger Sohn ihm seit damals nicht mehr allzu viel zu sagen hat; in der Rolle des „schmierigen Heiratsschwindlers Ray Fernandez“ glänzt Jared Leto und die „mörderische Martha Beck“ (RAY – angesichts eines Mordes mit einem Hammer an einer gewissen „Janet Long“: „Oh Gott, Martha! Du hast eine Sauerei veranstaltet!“) wird von Salma Hayek verkörpert, die, das muss man sagen, mit der echten Martha Beck, die gegenüber den Opfern meist die „Rolle der unverheirateten Schwester von Fernandez“ einnahm, rein äußerlich so absolut nichts zu tun hat, da kam ihr die Schauspielerin Shirley Stoler (z. B.: 1975: Sieben Schönheiten von Lina Wertmüller) in dem im Übrigen auch von François Truffaut einst hoch geschätzten US-Independent Film und B-Movie The Honeymoon Killers (OT; 1970; Regie: Leonard Kastle; als „Ray Fernandez“: Tony Lo Bianco) schon viel näher; Schwachstellen von Lonely Hearts Killers sind sicherlich die „lieblose“ „Love Story“ zwischen Travolta & „seiner Arbeitskollegin auf dem Revier“ Laura Dern, die da irgendwie „dazwischen“ im Hintergrund „thematisiert“ wird oder sagen wir besser „dahindümpelt“, und die zuweilen etwas „derb“ rüberkommende deutsche Synchro, die sich eben „mit der Derbheit des englischen Originals herumschlägt“ – „Na, das ist wie `ne Fliege, die auf Pfeffer scheißt, wenn Sie mir folgen können“ (Travolta zu einem Kollegen); allerdings könnte man, wenn das wirklich beabsichtigt war, sogar eine Hitchcock-Im Schatten des Zweifels-Hommage in dem Todd-Robinson-Werk festmachen, denn in einer Szene bläst Jared Leto mit seinem Zigarettenrauch eine „Ring“ in die Luft, also genauso wie „Charlie Oakley“ Joseph Cotten dies in „Shadow…“ tut].

„You folks getting pretty stylish. Having dinner later every evening“ – der Nachbar, Herb Hawking, kommt wie gewohnt zu Besuch, um mit Joe dem gemeinsamen Hobby zu frönen, und diesmal spricht Herb von der Möglichkeit, bei Joe „vergiftete Pilze“ einzusetzen, während Joe für Herb ein „simpler“ „Badewannen-Mord“ vorschwebt [JOE: „Man zieht seinem Opfer die Beine weg und hält sie hoch. War schon da, ist trotzdem gut“].

Charlie…reicht es daraufhin! Sie springt vom Tisch auf und stellt die Frage in den Raum, ob die beiden ständig „about killing people“ reden müssen, was ihren Vater zu der Rechtfertigung veranlasst, dass sie beide schließlich nur darüber „sinnieren“ würden, wie sie sich gegenseitig umbringen könnten [Ergänzung von EMMA: „Das braucht dein Vater zur Entspannung, Kind!“].

„Young Charlie“ lässt sich aber nicht beruhigen [CHARLIE: „Können wir nicht mal mehr in Ruhe essen, ohne immer nur von Mord und Totschlag zu reden!?“] und läuft schließlich aus dem „Dinner-Room“ – „Cry baby cry / Make your mother sigh / She’s old enough to know better“ [Copyright: The Beatles].

Oakley schwant, dass seine Nichte irgendeinen „Verdacht“ haben könnte oder irgendetwas weiß, und er bietet an, sie zurückzuholen [Anmerkung: Exkurs: „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine Serienkiller sind“ Teil 2: „JAMES BOND 007 DANIEL CRAIG – sitzt auf einem Stuhl im Prager Büro von MI6-Sektionschef Dryden, der dieses gerade betreten hat: „Dass Sie etwas Geld nebenbei verdienen, würde M nicht stören, Dryden. Sie hält bloß nicht viel von dem Verkauf von Geheimnissen“ / „DRYDEN MALCOLM SINCLAIR: „Soll mir Ihr dramatischer Auftritt Angst machen? Da sind Sie bei mir falsch, Bond. M würde einen Doppelnull-Agenten zu mir schicken, wenn sie einen Beweis hätte. Und ich wüsste als Sektionschef, wenn man jemanden in den Doppelnull-Status befördert hätte, oder? Es ist bei Ihnen keine Tötung aktenkundig. Nötig sind...“ / JAMES BOND 007: „Zwei [Rückblende in einen Fight zwischen Bond & einem Mann in einer Herrentoilette; der Mann-gegen-Mann-Kampf taucht dann im weiteren Gesprächsverlauf immer wieder auf]“ / DRYDEN – zückt, mittlerweile hinter seinem Bürotisch sitzend, eine Waffe und richtet diese auf Bond: „Zu dumm, wir haben uns kaum kennengelernt [Dryden drückt ab, in der Waffe ist aber keine Munition]“ / JAMES BOND 007 – zeigt ihm das Magazin: „Ich weiß, wo Ihre Waffe liegt. Das ist immerhin ein Anfang“ / DRYDEN: „Schon. Wie ist er gestorben?“ / JAMES BOND 007: „Ihr Kontaktmann? Sehr unschön“ / DRYDEN: „Ging nicht von allein, oder? Nun ja, keine Sorge, das zweite Mal ist...“ [Bond erschießt ihn, bevor er den Satz fertigsprechen kann] / JAMES BOND 007: „Ja, erheblich“ (aus Casino Royale) – in Martin Campbell’s Casino Royale (2006) konnte man sozusagen „endlich“ erfahren, wie die James-Bond-Figur den „double-0 status“ erlangte, also: die berühmte „Licence to Kill“ erhalten hat, und das dafür „two killings“ „necessary“ waren; so oder so ist diese Bond-Dryden-Szene eine meiner Lieblingsszenen in der Ära von Daniel Craig als „007“; in diesem aufregenden „Reboot“ der Bond-Serie nach der Brosnan-„Regentschaft“ bekam es „007“ aber grundsätzlich mit „Le Chiffre“ (Mads Mikkelsen), einem Finanzier des internationalen Terrorismus, zu tun und fand sich mit diesem letztendlich in einem Pokerturnier in Montenegro wieder, wobei ein wichtiger Part von „Casino…“, einem der besten Bond-Filme überhaupt, eben die Tatsache war, dass sich Bond’s „love interest“ „Vesper Lynd“ (Eva Green), eine Agentin des britischen Schatzamtes, „in the end“ als „traitor“, als „Betrügerin“, entpuppte – ja, die „road“ zu „MADELEINE SWANN“ war sozusagen noch „a very hard one“ und der Craig’sche „JAMES BOND 007“ musste erst noch diverse „weltumspannende Abenteuer“ in Ein Quantum Trost & Skyfall überstehen; Casino Royale lebte aber vor allem durch Daniel Craig’s bemerkenswerte und wahrlich „jaw-dropping“ Perfomance und der damit einhergehenden Rückkehr zu einem seriöseren „more Ian-Fleming-Style-James-Bond-Film“; aber: wie in Hitchcock’s Psycho bildete auch in Casino Royale eine „shower scene“ einen der absoluten Höhepunkte, denn eine Szene wie jene, in der Craig „VESPER LYND“ Eva Green, nach seinem brutalen Kampf im Treppenhaus mit dem „mehr als `angepissten` Le-Chiffre-Kunden“ „Steven Obanno“ (Isaak de Bankolé), unter der Dusche im Hotelzimmer, angesichts der „Gewaltorgie“, die sie da grade erlebt hat, tröstet, das gab’s vorher auch noch nie im „Doppel-Null-Universum“].

„I’ll catch up with her!“ – Onkel Charlie folgt seiner Nichte durch die nächtliche Innenstadt von Santa Rosa. Schließlich läuft „Young Charlie“ auf dem Zebrastreifen [wie im Übrigen auch am Abend zuvor, als sie auf dem Weg in die Bibliothek war (Anm.)] in den an sich „sorglosen“ „happy-go-lucky“-Polizisten Mr. Norton, der sie, neben ihrem Onkel, welcher sie also „eingeholt“ hat, zur Rede stellt [POLICEMAN NORTON: „Charlie, dauernd rennen Sie nachts wie ein Huhn ohne Kopf durch die Straßen“].

Dann fragt Norton sie auch noch danach, wo sie „Yesterday“ eigentlich hinwollte, aber Charlie erwähnt die Bibliothek nicht, sondern stellt dem „glücklichen Polizisten“ ihren Onkel vor, der von Mr. Norton dann den Ratschlag bekommt, „auf seine Nichte aufzupassen“ [POLICEMAN NORTON: „Na, passen Sie mal n‘ bisschen auf, auf Ihre Nichte. Wenn es so weiter geht, muss ich sie wegen Geschwindigkeitsüberschreitung anzeigen. Sie rennt hier über die Straße, als ob der Teufel hinter ihr her ist“].

„What’s the matter, Charlie? What’s wrong?“ – als sie den Polizisten hinter sich gelassen haben, will der „Uncle“ endlich Klarheit und er packt sie am Arm, aber seine „niece“ reißt sich von ihm noch einmal los, bevor die beiden, auf Oakley‘s Initiative hin, die „`TIL TWO“-Bar betreten, eine etwas „zwielichtige“ Cocktailbar [ONKEL CHARLIE: „Komm, wir gehen hier rein“ / CHARLIE: „Das möchte ich nicht. Ich war noch nie in so einem Lokal“; // Anmerkung: „LORETTA MELANIE GRIFFITH: „Hast du’s geschafft, weniger zu trinken?“ / „MATT ROSSI TOM BERENGER: „Bist du weg vom Stoff?“ / LORETTA: „Ja“ (Dialog während einer nächtlichen Autofahrt durch die Straßen von Manhattan aus: Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts) – sicher nicht ganz auf dem Niveau seiner Regiearbeiten King of New York – König zwischen Tag und Nacht (1990; mit Christopher Walken) oder Bad Lieutenant (1992; mit Harvey Keitel) bewegt sich Abel Ferrara’s Thriller „Fear City“ (OT; 1984), in dem es um einen „Martial-Arts-affinen“ New Yorker „psycho“ geht, der Stripperinnen in der Nähe ihrer Clubs/Striplokale oder zu Hause auflauert und sie dann mit einer Rasierklinge, einem Messer oder gar mit einem Samurai-Schwert tödlich attackiert, wobei er sein „blutiges Projekt“, mit dem er, wie’s so ähnlich in einem Voiceover heißt, „die Stadt von Abschaum säubern“ möchte, auch in einem „Buch“ oder „Tagebuch“ mit dem Titel „Fear City“ festhält; die beiden Hauptfiguren, „Matt“ & „Loretta“, werden eben von Tom Berenger (z. B.: 1986: Platoon von Oliver Stone / 1987: Der Mann im Hintergrund von Ridley Scott / 1988: Mörderischer Vorsprung mit Co-Star Sidney Poitier) und Melanie Griffith (z. B.: 1988: Die Waffen der Frauen mit Co-Stars Harrison Ford & Sigourney Weaver), der Tochter von Hitchcock’s „ehemaliger Muse“ und Die-Vögel & Marnie-Star Tippi Hedren, verkörpert, und die „Liebesgeschichte zweier `milieugeschädigter Außenseiter`“ ist sicherlich „the best part of it“, denn er, „MATT“, ist ein dem Alkohol zugeneigter ehemaliger Boxer, dessen Karriere nach einem für den Gegner tödlichen Boxkampf den Bach hinunter gegangen ist und der jetzt eine Agentur, die Stripperinnen vermittelt, besitzt, und sie, „LORETTA“, ist eine „begabte“ Stripperin (STIMME ÜBER MIKROFON IM CLUB: „Applaus für Loretta, Leute! Applaus!“) mit Drogenvergangenheit, die sie aber im Laufe des Films einholt, schlicht aufgrund der Tatsache, dass auch ihre Freundin „LEILA“ (gespielt von Rae Dawn Chong, bekannt aus Phantom-Kommando mit Arnold Schwarzenegger oder aus Steven Spielberg’s Die Farbe Lila) Opfer des mitunter „Nunchaku-schwingenden“ sowie diverse „Selbstverteidigungskünste“ anwendenden Psychopathen & „Tänzerinnen-Slasher[s]“ wird, gegen den der Ex-Profiboxer Berenger am Ende dann sozusagen „noch einmal & ein letztes Mal in den Ring steigen“ muss; Ferrara hatte ja bereits 1979 mit The Driller Killer – Der Bohrmaschinenkiller eine Art „Kultklassiker“ des „Serial Killer“-Genres abgeliefert, aber Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts ist sicherlich „professioneller“ gemacht und besitzt, bei all der durchaus realistischen & „schmuddeligen“ Atmosphäre, auch so etwas wie ein wenig „80s-Starpower“, denn neben Tom Berenger & Melanie Griffith tummelt sich sogar Star-Wars-Legende & „Lando Calrissian“-Darsteller Billy Dee Williams in dem Ferrara-Werk – „Da haben wir’s also. Ein Wahnsinniger, der Tänzerinnen ermordet“ („DETECTIVE AL WHEELER BILLY DEE WILLIAMS, als er erkennt, dass die diversen Attacken auf „dancers“ keine „Rotlichtmilieu-interne“ Sache zwischen „Konkurrenten“ sind)].

Als Charlie & Onkel Charlie an einem Tisch sitzen, steuert die Kellnerin auf sie zu, die…von „Young Charlie“ als „Louise Finch“ erkannt wird, eine ehemalige „Schulkollegin“, die offenbar, im Gegensatz zur „gutbürgerlichen & verwöhnten“ Charlie [LOUISE: „[…] Ich hätt dich hier nicht erwartet“], „einen etwas anderen Lebensweg“ eingeschlagen hat und offenbar „ein wenig rastlos“ als „Servierkraft“, als „waitress“, unterwegs ist [LOUISE: „[…] Ich habe jetzt schon fast alle Läden durch“].

Oakley bestellt für seine Nichte ein Ginger Ale und für sich einen doppelten Brandy. Dann… „Well, well, well / Oh well“ [Copyright: John Lennon] …will „the Uncle“ wissen, was mit ihr los ist [Originaldialog: ONKEL CHARLIE: „Well, Charlie“ / CHARLIE: „Well?“].

„The Niece“ ist zunächst wenig „auskunftsfreudig“ und Oakley stellt „die Theorie“ auf, dass „der junge Mann“, also: Jack Graham, ihr irgendwas erzählt habe. Onkel Charlie stellt daraufhin fest, dass „etwas nicht stimme zwischen ihnen“ und er weist sie darauf hin, dass… „Don’t pass me by, don’t make me cry, don’t make me blue / `Cause you know darling I love only you“ [Copyright: The Beatles] …sie schließlich „more than `old friends`“ seien, sondern „like twins“ wären [ONKEL CHARLIE „manipulativ“: „[…] Wir sind wie Zwillinge. Das hast du selbst gesagt“].

„Don’t touch me, Uncle Charlie!“ – nachdem sie nochmals ihr Misstrauen zum Ausdruck gebracht hat, appelliert Oakley an die „Intelligenz“ seiner Nichte und an ihr „Urteilsvermögen“ [ONKEL CHARLIE: „Falls du irgendetwas über mich gehört haben solltest, halte ich dich für reif und verständig genug, das zu überhören“] und skizziert ihr eine Welt, die nicht nur „Black or White“ ist, sondern „all kinds of colours“ in sich trägt.

Anschließend beginnt er von seiner ausgeprägten Reisetätigkeit zu sprechen… „I’ve been chasing around the globe since I was sixteen“ [Anmerkung: Exkurs: „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine Serienkiller sind“ Teil 3: „M JUDI DENCH: „Hier sind Sie aufgewachsen. Wie alt waren Sie, als sie starben?“ / „JAMES BOND 007 DANIEL CRAIG: „Sie kennen die Antwort darauf. Sie kennen die ganze Geschichte/ M: Waisen waren schon immer die besten Rekruten“ / JAMES BOND 007: „Ein Sturm zieht auf“ (aus: Skyfall; „Storm’s coming“ – Craig & Dench sind aus dem klassischen Aston Martin DB5 ausgestiegen und unterhalten sich auf einer Straße in Schottland in der Nähe von Bond’s Familienanwesen `Skyfall`, auf dem es bald zum „final battle“ zwischen ihm & dem „main antagonist“ kommen wird) – Sam Mendes‘ Bond-Blockbuster Skyfall (2012) bot, bevor in Spectre im Grunde dann alles wieder sehr „Bond-ish“ wurde, zumindest schon mal eine Teilrückkehr eines „Bond-like behaviour“ an, aber, und das kann einem als Bond-Fan gleichsam bis zum heutigen Tag „mixed emotions“ bereiten, man hat die 007-Figur in Skyfall eben mit einer ziemlich detailreichen „childhood“ ausgestattet, mit einer „backstory“ sozusagen, was damals dem allgemeinen Trend entsprach, dass „alles & jede/r eine Hintergrundgeschichte“ haben muss, auch ein „British Assassin“ & „Superhero“ wie James Bond; diese „Entmythologisierung“ der 007-Figur und der „James Bond (fast) allein zu Hause“-Schlusskampf in Skyfall sind vielleicht auch die Schwächen dieses exzellent fotografierten Films (Kamera: Roger Deakins), in dem „M“ Judi Dench bekannterweise ihren letzten Auftritt hat und von einer „alten Sünde“ namens „Raoul Silva/Tiago Rodriguez“ in der Gestalt von Javier Bardem eingeholt wird – wobei in diesem Zusammenhang erwähnt werden muss, dass die „last lines“ im Film, nämlich die Unterhaltung zwischen Daniel Craig & dem neuen „M“, nämlich „MALLORY“ Ralph Fiennes, zu den „great moments“ in diesem Werk zählt, vor allem aus deshalb, weil Craig zuvor den ganzen Film über so eine Art „Hire me or fire me, it’s entirely up to you“-Einstellung an den Tag legte (MALLORY: „Also, 007. Es gibt viel zu tun. Bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen?“ / JAMES BOND 007: „Mit Vergnügen, M. Mit Vergnügen“); eindeutig großartig an Skyfall sind aber auch die mit Action vollgepackte Vor-Titelsequenz, die in Istanbul (seit Liebesgrüße aus Moskau ohnehin eine der besten Bond-Locations) spielt und im Rahmen derer Craig, bekanntlich auf Befehl von Judi Dench hin, von einem fahrenden Zug heruntergeschossen wird (späterer Original-Dialog zwischen Dench & Craig „bei `M` zu Hause“: M: „Where the hell have you been?“ / JAMES BOND 007: „Enjoying death. 007 reporting for duty“), sowie die eindrucksvolle und mit dem Oscar-prämierten Adele-Song unterlegte Titelsequenz; ein weiteres Highlight sind definitiv die gesamten Shanghai-Szenen, die wie ein gigantisches Spiel aus Licht, Schatten & Neon wirken und welche in einem „Kampf der Silhouetten“ in einem Hochhaus zwischen Bond & dem Auftragskiller „PATRICE“ (Ola Rapace) kumulieren; hervorzuheben ist aber sicherlich auch „EVE MONEYPENNY“ Naomi Harris, die sich mit Craig, ihrer großen Vorgängerin Lois Maxwell angemessen, die es mit Sean Connery, George Lazenby & Roger Moore zu tun hatte, einige gelungene „flirty dialogues“ liefert, so wie zum Beispiel den folgenden, der in einem Hotelzimmer in Macau stattfindet, als „EVE“ den „etwas `geburnoutet` wirkenden alten Hasen“ „007“ mit einem „old style“- Rasiermesser und mit Rasierschaum im Gesicht „glattrasiert“: EVE: „So ist es besser. Jetzt erfüllen Sie die Rolle“ / JAMES BOND 007: „Und welche Rolle ist das?“ / EVE: „Alter Hase, neue Tricks“ (aus: Skyfall)].

Oakley meint, dass er während seiner Reisen sicherlich auch „gewisse Dummheiten“ gemacht habe [Nachsatz von ONKEL CHARLIE: „Dummheiten, die ich mir hätte sparen können, […] aber es war nichts Schlimmes, eben nur Dummheiten“]. Schon die ganze Zeit über faltet Oakley bei seinen „Ausführungen“ gleichzeitig an einer Serviette herum, bis er daraus einen schmalen Streifen geformt hat, den er dann „fest zusammenzudrücken“ scheint…was Charlie dazu bringt, gewisse „Assoziationen, das Strangulieren betreffend“ zu haben. Der „Uncle“ merkt das und lässt die Serviette dann sofort unter dem Tisch verschwinden… „Don’t start imagining things“.

Nachdem Charlie ihm mitgeteilt hat, dass sie und ihre Familie ihn einst für „the most wonderful man in the world“ gehalten hätten, will Oakley wissen, was seine Nichte weiß [ONKEL CHARLIE: „Charlie, was weißt du?“].

Daraufhin…legt Charlie den Ring mit den Initialen auf den Tisch. Louise, „the waitress“, kommt zum „table“ zurück, entschuldigt sich bei den beiden dafür, dass das mit den Getränken so lange gedauert hat, und bestaunt sofort den Ring… „I’d just die for a ring like that“ [LOUISE: „Wirklich, für so n` Ring würd ich mein Leben geben. Für Schmuck könnt ich sterben. Für echten Schmuck“].

Der „sadly ironic touch“ dieser Worte lässt Charlie wiederum kurz erschaudern [Anmerkung: Die Blicke von Teresa Wright & Joseph Cotten sind, speziell bei dieser Tisch-Konversation, brillant & vielschichtig und bieten gleichsam erneut „blitzschnelle & wortlose Einblicke in das Innenleben eines Menschen“, aber um einen wirklichen Eindruck von den Nuancen von Wright’s „Verzweiflung“ und von Cotten’s „letztendlich vergeblichem Versuch, in der Rolle des `wonderful Uncle Charlie` zu bleiben“ zu bekommen, muss man sich den Film natürlich tatsächlich ansehen].

Oakley bestellt sich bei der [herrlich phlegmatisch wirkenden] Kellnerin Louise noch einen „Doppelten“ und beginnt anschließend, seine Nichte als „Girl“ darzustellen, welches sich für „clever“ halte, in Wahrheit aber „nichts wisse“ und außerdem „das Gras wachsen höre“… „just an ordinary little girl living in an ordinary little town dreaming peaceful and stupid dreams“ [ONKEL CHARLIE: „Und ich bringe dir Alpträume“; // Anmerkung: „JIM HALSEY C. THOMAS HOWELL – hinter dem Steuer seines Wagens: „Was willst du?“ / „THE HITCHER RUTGER HAUER – hält ihm ein Messer an die Kehle: „Ich will, dass du dir das nicht gefallen lässt“ / JIM HALSEY: „Du erstichst mich, bevor ich etwas tun könnte“ / THE HITCHER: „Das stimmt, was hast du also zu verlieren? Wehr dich doch! Die Heulerei kann dir da nicht helfen […]“ – ein alter „80er-Jahre-Videotheken-`favorite`“ meinerseits war Hitcher, der Highway Killer / OT: The Hitcher (1986) von Robert Harmon; zur Story dieses „Actionfilms mit Psychothriller-Elementen“, der für Rutger-Hauer-Fans „like me“ seinerzeit wie geschaffen schien: „THE TERROR STARTS THE MOMENT HE STOPS“ – während der Autoübersteller Jim Halsey in der Nacht im „Starkregen“, um’s mit den Worten von Bruce Springsteen zu sagen, auf so etwas Ähnlichem wie einem „rattlesnake speedway in the Utah desert“(in Wirklichkeit wurde in Twentynine Palms in der südkalifornischen Wüste gedreht) unterwegs ist, hält er an, um einen „Hitchhiker“ mitzunehmen (C. Thomas Howell zu Rutger Hauer: „Meine Mutter hat mich immer davor gewarnt, das zu tun“), was Halsey jedoch bald bereut, denn der „Autostopper“ scheint irgendwie „strange“ zu sein und bedroht ihn in der Folge mit einem Springmesser; Halsey schafft es dann, den „psycho killer“, der sich damit brüstet, „gerade eben“ einen anderen Autofahrer ermordet zu haben, aus dem Wagen zu befördern, doch für den jungen Halsey hat der Alptraum erst begonnen, und in dem „terrifying and psychotic game of cat and mouse“, in das ihn der „Hitcher“ verwickelt und das „on the road“ zahlreiche Opfer fordert, steht Halsey nur die Kellnerin „NASH“ (gespielt von Jennifer Jason Leigh) zur Seite; wer den Holländer Rutger Hauer generell mag, für den ist auch Hitcher, der Highway Killer „absolut akzeptable Ware“, wenngleich darin bei Hauer bereits eine gewisse „Routine in der Darstellung des Bösen“ sichtbar wird; manche „critics“ sahen in dem Film, der sicherlich mehr als nur „The Pros and Cons of Hitch Hiking“ präsentiert, „eine Aneinanderreihung von blutigen Massakern“ oder dergleichen, aber zum Beispiel bereits die Eröffnungsszene von „The Hitcher“ besticht dadurch, dass C. Thomas Howell’s Autofahrt durch die nächtliche „deserted road“ wie ein „Trip in die Hölle“ wirkt, was nur „logisch“ scheint, denn Rutger Hauer agiert anschließend selbst ein wenig wie „der Teufel persönlich, der das Autostoppen für sich entdeckt hat“; im Grunde ziemlich plakativ, aber irgendwie „funny, weil Horror-Movie-mäßig“, ist, darüber hinaus, jene Sequenz, in der C. Thomas Howell (z. B.: 1983: Die Outsider von Francis Ford Coppola) von Jennifer Jason Leigh (war ein Jahr zuvor, 1985, zusammen mit Rutger Hauer auch in Paul Verhoeven’s „Mittelalter-Sex-and-Crime-Orgie“ Flesh and Blood zu sehen) in einer Raststätte „ein paar Pommes“ serviert bekommt, in die der „Hitcher“ aber offenbar den Zeigefinger eines Opfers gemischt hat, auf den „Jim Halsey“ dann auch beißt, weil er beim Essen grade woanders hinschaut].

„Uncle Charlie, the bringer of nightmares and death“ erläutert der Nichte schließlich sein „Weltbild“ und bezeichnet die Welt als… „Everywhere there’s lots of piggies / Living piggy lives“ [Copyright: The Beatles] …„Schweinestall“ & „Hölle“ [ONKEL CHARLIE: „Weißt du, dass die Welt ein Schweinestall ist? […] Diese Welt ist eine Hölle. Was macht es schon, was sich darin tut. Wach auf und lern etwas!“].

„Young Charlie“ steht vom Tisch auf und läuft aus der Bar. Oakley folgt ihr, nachdem er „Louise, die Kellnerin“ entlohnt hat.

Vor dem Newton-Haus bittet Oakley Charlie, die will, dass er umgehend die Stadt verlässt, noch um „a few days“, bevor er dann die von ihr erwünschte/ersehnte „departure“ antreten will. Die Nichte willigt ein, da Oakley vom… „And the mercy seat is waiting / And I think my head is burning“ [Copyright: Nick Cave and the Bad Seeds] …elektrischen Stuhl zu reden beginnt [ONKEL CHARLIE: „Weißt du, was mich erwartet, wenn sie mich fassen? Der elektrische Stuhl“]. Nach seinen „`electric chair`-Fantasien“ geht Oakley ins Haus, wo er „den Rest der Newtons“ „mit gewohnter Heiterkeit“ begrüßt. Charlie wirkt, allein vor dem Haus stehend, angesichts des Dilemmas weiterhin „desperate“, verzweifelt.

Am nächsten Tag stehen die Ermittler Saunders & Graham vor der Kirche in Santa Rosa und unterhalten sich mit der kleinen Ann, die dann Charlie, welche mit ihrer Freundin Catherine die „church“ verlässt, mitteilt, dass Jack Graham sie sprechen möchte. Wegen der „sich offensichtlich anbahnenden Romanze“ zwischen seinem Kollegen und Charlie Newton will aber Detective Saunders diesmal mit Oakley’s Nichte reden. „Detektiv Graham“ kümmert sich währenddessen um Catherine & Ann, und regt den Bücherwurm Ann dazu an, bei einem Spaziergang mit ihrem Wissen zu glänzen [JACK GRAHAM: „Komm mit, Ann. Erzähl Catherine die Geschichte von Dracula“; // Anmerkung: Exkurs: „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine…“ Teil 4; Sean Connery hat die James-Bond-007-Figur einmal als „Frankenstein’s Monster“ bezeichnet, aber Daniel Craig mutierte dann in seinem zweiten Auftritt als „Double-0-Seven“ in Ein Quantum Trost tatsächlich zu einer „erschreckend effizienten“ „ruthless killing machine“, eine Tatsache, die auch Judi Dench in dem Film von 2008 gegenüber Craig am Telefon anspricht: „M JUDI DENCH: „Und Bond. Wenn Sie nicht gleich jeden Verdächtigen umbringen, wäre ich Ihnen zutiefst verbunden“ / „JAMES BOND 007 DANIEL CRAIG: „Ja, Ma’am. Ich tu mein Bestes“[legt auf] / „M“: „Das hab ich schon mal gehört“; während man das Craig-Debüt Casino Royale stets in den „Top Ten“ der Bond-Film-Rankings findet, so verhält es sich bei Craig’s zweitem Auftritt genau umgekehrt, denn „Quantum of Solace“ landet bei diesen Rankings meist eher in den „Bottom Five“; nun, ich persönlich habe das Werk (Regie: Marc Forster), wie ich „some years ago“ ebenfalls schon mal „schriftlich festgehalten“ habe, nie als großes „fan-disappointment“ empfunden, im Gegenteil, ich mag den „schlecht gelaunten“ & „wegen `der Sache mit Vespa Lynd` nach Rache strebenden“ 007 von „Quantum…“ und ich bin auch dem Haupt-Bond-Girl „CAMILLE MONTES“ (Olga Kurylenko), das im Grunde „noch schlechter als 007 gelaunt ist“, nicht „abgeneigt“ und einige der Dialoge zwischen Craig und Kurylenko, die „Rache für ihre einst von General Medrano getötete Familie“ will, sind einfach „quotable“ (CAMILLE: „Glaubst du, dass sie jetzt ihre Ruhe finden?“ / JAMES: „Ich denke, den Toten ist Rache gleichgültig“ – aus dem Abschiedsgespräch zwischen „Montes“ & 007 in einem Auto); ich habe auch keinerlei Problem mit dem, was meistens als die „low points“ des Films angesehen werden, denn ich mag sowohl die Vor-Titelsequenz mit dem „abstrus geschnittenen“ „car chase“, der möglicherweise etwas „Jason-Bourne-Film-like“ rüberkommt, als auch die „villains“ „Dominic Greene“ (Mathiau Amalric) & eben „Medrano“ (Joaquin Cosio), die ich als „realistischer“ empfinde als es ein „Ernst Stavro Blofeld“ im Grunde jemals sein könnte; zu den Höhepunkten von Ein Quantum Trost, in dem sich bekanntlich auch „Bond’s späterer Schwiegervater“ „MR. WHITE“ (Jesper Christensen) tummelt, zählen, natürlich, die „Tosca Opera Sequence“ in Bregenz, der „tragic Death“ von „René Mathis“ (Giancarlo Giannini), der exzellente Titelsong „Another Way to Die“ von Alicia Keys & Jack White sowie einige Szenen, in denen Bond mit dem Neben-Bond-Girl „STRAWBERRY FIELDS“ (Gemma Arterton) agiert – „Strawberry Fields Forever“ (Copyright: The Beatles)].

„I Want to Tell you“ – Saunders teilt Charlie mit, dass er ihrem Onkel vor ein paar Tagen in Wahrheit gar nicht den richtigen Film aus der Kamera zurückgegeben hat und dass das Foto, welches man von ihm gemacht hat, nach New York zur „Identifikation durch Augenzeugen“ geschickt wurde [SAUNDERS: „Sobald die Zeugen das Bild gesehen haben, wissen sie, ob Oakley unser Mann ist. Wir warten nur auf das Telegramm“ / Reaktion von CHARLIE – mit „zwiespältigen Gefühlen“: „Und dann wird Onkel Charlie sofort…“]. „Well, that’s the way it is“.

Saunders bittet sie außerdem, Oakley zu überreden, die Stadt gleich zu verlassen, und der „Uncle“ habe dafür „zwei Stunden Zeit“. Außerdem will der Detective wissen, ob sie „wirklich nicht mehr wisse, als sie sage“ und er ruft ihr „den monströsen Aspekt ihres Onkels“ in Erinnerung [SAUNDERS: „Sie wissen doch, was er getan hat, nicht?“ / CHARLIE: „Nein, ich wills auch nicht hören“; // Anmerkung: „AILEEN WUORNOS CHARLIZE THERON: „Oh Mann, auf den Song steh ich“ / „SELBY WALL CHRISTINA RICCI: „Ja, den find ich auch gut“ (aus: Monster; Theron & Ricci unterhalten sich beim gemeinsamen Rollschuhlaufen in einer Halle); der Song, von welchem da zwischen Charlize Theron & Christina Ricci die Rede ist, nämlich „Don’t Stop Believin‘“ (1981) von Journey, der ein ziemlicher „catchy tune“ ist, stellt so ziemlich das einzig „Schöne“ an Patty Jenkins‘ Film Monster dar, den man auch „Aileen – Porträt einer Serienkillerin“ hätte nennen könnte, denn das Werk ist für den Betrachter in Wahrheit in etwa genauso „erfreulich“ und authentisch/grausam/hart/ungeschönt & erschreckend realistisch wie John McNaughton’s „Henry…“; zur Story dieses Films aus 2003: „Strangers waitin‘ / Up and down the boulevard / Their shadows searchin` in the night“ (Copyright: Journey) – die Prostituierte Aileen, die einst als Jugendliche „big plans“ hatte (aus einem Voiceover von Charlize Theron: „Ich hab gehört, dass Marilyn Monroe in `ner Eisdiele entdeckt worden ist, und ich dachte, dass das auch bei mir so laufen könnte“), trifft in einer Bar eine junge Frau namens Selby Wall; zwischen den beiden ungleichen Frauen entbrennt eine Art „Liaison“ und zunächst wirkt Selby für Aileen wie der Einstieg in „a new life“, idealerweise ohne Arbeit am Straßenstrich; allerdings wird Aileen eines Nachts von einem Freier brutal attackiert, sodass sie ihn aus Notwehr erschießt; und das bleibt nicht der letzte „client“, den Aileen tötet; Patty Jenkins‘ Film spürt, zumindest in den Grundzügen, der authentischen Geschichte der Serienkillerin Aileen Wuornos nach, die 1991 verhaftet und 2002 wegen Mordes an sechs Männern (ein siebenter Mord konnte ihr nicht nachgewiesen werden) in Florida mittels „Giftspritze“ hingerichtet wurde, wobei Wuornos (Jahrgang 1956) überhaupt erst die zweite „exekutierte“ Frau in diesem US-Bundestaat war; der Film lebt natürlich auch entscheidend von den beiden Hauptdarstellerinnen Charlize Theron & Christina Ricci und Theron hat für ihre schauspielerische Höchstleistung, die auch einen „Mut zur äußerlichen Hässlichkeit“ erforderte, sowohl den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ erhalten als auch den Golden Globe sowie einen „Silbernen Bären“ in Berlin – „Mit der unter die Haut gehenden Perfomance von Charlize Theron als Serienkillerin überzeugt der Film in jeder Hinsicht“ (Copyright: Blickpunkt Film); aber wie gesagt: wäre da nicht Journey’s „Don’t Stop Believin‘“ und wäre der Film nicht um eine „gewisse psychologische Nachvollziehbarkeit von Wuornos‘ Taten“ bemüht, das Werk wäre in Wahrheit eine fast genauso „`elende` Angelegenheit“ wie Henry – Portrait of a Serial Killer, der bekanntlich eine ungleich geringere „öffentliche Wahrnehmung“ erfahren hat].

Nachdem Saunders Charlie in Erinnerung gerufen hat, dass die Polizei ihr mit dem Deal, dass Oakley aus Santa Rosa „ausreisen“ darf, schließlich „einen Gefallen“ getan habe, der sie zu „absoluter Offenheit“ verpflichte, gesellt sich auch Jack Graham, welcher eben zwischenzeitlich den Aufpasser für Ann & Catherine gespielt hat, wieder zu seinem Kollegen und man geht zu dritt den Gehsteig entlang zurück in Richtung Newton-Haus.

Charlie verspricht ihren Begleitern, den Onkel nicht zu warnen und für seine Abreise zu sorgen, besteht aber gleichzeitig darauf, ihn nicht „ausspionieren“ zu müssen… „But you can’t ask me to spy on him and come running to you“ [Kommentar von JACK GRAHAM: „Denken Sie doch mal nach, Charlie! Der Mann ist gefährlich. Wenn er uns entkommt, wird er weiter…“; // Anmerkung: Exkurs: „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine…“ Teil 5: „JAMES BOND 007 DANIEL CRAIG: „Dr. Swann, guten Tag!“ [streckt ihr die Hand entgegen, aber sie lehnt den Handshake ab] „MADELEINE SWANN LÉA SEYDOUX: „Mr. Bond…“ (aus: Keine Zeit zu sterben; Craig & Seydoux treffen, nach Jahren, in den Gängen des Gefängnisses aufeinander, in dem „Blofeld“ Christoph Waltz einsitzt) – „entkommen“ durfte auch Daniel Craig nicht aus seinem fünften & letzten James-Bond-Abenteuer Keine Zeit zu sterben / OT: No Time to Die (2021); in dem von dem US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga inszenierten Werk ging es vor allem um eine Sache: um „legacy“, um das „Vermächtnis“ der 007-Figur, die Craig & die Macher im Rahmen von „five movies“ kreiert hatten, und insofern bildet „No Time…“, obwohl er meines Erachtens leider der schlechteste weil „inhomogenste“ der fünf Craig-Bonds ist, einen „significant moment“ in der Kino-Geschichte ab; Craig’s „Porträt eines legendären & bekanntlich extrem `langlebigen` britischen Auftragskillers“ hat der Rolle eine gewisse „Komplexität“ sowie, soweit das eben möglich war, eine „menschliche Note“ verliehen, und am Ende zeigte sich, um ein Resümee zu ziehen, unter der „spektakulären Agentenfilm-Oberfläche“ des Bond-Franchise das Bild eines „damaged human being“, der in seiner Kindheit „viel durchgemacht“ hat, was zu einer Art „close down“ geführt hat, das im Laufe der fünf Filme eben durch diverse Character „who touch him deeply enough“ „aufgebrochen“ wurde; diese geglückte „transition“ mit ihrer „We’re all hiding, we’re all a bit scared of love“-Identifikationsmöglichkeit ist quasi der entscheidende Unterschied zu den „alten Bonds“; mal abgesehen von den gelungenen zwei Vor-Titelsequenzen in Norwegen (Flashback in Madeleine’s Kindheit) & im italienischen Matera (Bond & Swann auf `Liebesurlaub`, der aber empfindlich gestört wird) und der Tatsache, dass „007“ eben dann „MADELEINE SWANN“, nach der „Vertrauenskrise“ in Matera und nach einer „mehrjährigen Auszeit“, wiedertrifft und letztendlich damit konfrontiert wird, dass er offenbar Vater einer Tochter ist, ist der Film ziemlich durchwachsen und Rami Malek als „Gegenspieler mit Giftgarten auf einer Dr. No-artigen-Insel“ ist für mich nicht einmal ein „Bond-Villain you love to hate“ oder dergleichen; und was „ein ganz großer Moment“ hätte werden können, nämlich der Tod von Craig’s „007-Figur“, wird durch „allzu pathetische“ Dialoge und durch eine „Überdeutlichkeit in der Darstellung seines Todes“ im Rahmen der endgültigen „Now you’re gonna go down in flames…“-Szene empfindlich gestört; aber: Craig’s „James Bond is not a Superman, he gets hurt physically and emotionally“-Ansatz macht natürlich auch den 25. Bond-Film für James Bond-Movie-Fans „indispensable“, unverzichtbar].

„Funny if he turned out to be the wrong man“ – man verabschiedet sich schließlich mit der „Erkenntnis“, dass, was Oakley betrifft, noch „alles möglich“ sei.

Als Charlie vor dem Eingangsbereich des Hauses zurück ist, sitzt… „Mean Mr. […]“ [Copyright: The Beatles] …Oakley in einem Schaukelstuhl vor dem besagten Newton-Haus und raucht, „as always“, eine Zigarre. Er erhebt sich und will von Charlie wissen, wie „die Show“ in der Kirche gelaufen sei. Doch dann biegen quasi die Hut-tragenden „Brothers not `in Arms`, sondern `in Crime-Novels`“, Joe & Herb, „um die Ecke“ und Herb erzählt Joe Newton, dass die Polizei gerade den… „Lustige-Witwen-Mörder“ gefasst hat!!

Man hätte, so Herb, den „Merry Widow Killer“ „oben in Portland, Maine“ gefasst, wobei der Nachbar klar macht, dass im Grunde „nicht viel von ihm übriggeblieben sei“ [HERB: „[…] Er war auf der Flucht vor der Polizei und sie wollte ihn grade festnehmen. Auf dem Flugplatz. Rennt er doch glatt in den Propeller eines Flugzeugs“].

Die Identifikation des Täters, so der Nachbar weiter, habe nur mehr „anhand der Kleidung“ stattfinden können, und in seinen Hemden habe man die Initialen „C. O’E.S.“ gefunden… „Well, makes a good ending“.

Joe Newton deutet daraufhin an, während er & Herb an Charlie & Oakley vorbeimarschieren, dass ihn der Fall des „Lustige-Witwen-Mörders“, der nun abgeschlossen scheint, ohnehin nie sonderlich interessiert hat [JOE: „Ja, mich hat er sowieso nie sehr interessiert“; // Anmerkung: „JERRY BLACK JACK NICHOLSON: „Ich habe versprochen, ich finde Ginny Larsen’s Mörder und ich halte mein Versprechen“ / „ERIC POLLACK SAM SHEPARD: „Weißt du, Jerry. Du musst langsam wieder an dein eigenes Leben denken. Ich meine, manchmal gibt’s im Leben große Veränderungen und die Pensionierung ist ganz sicher eine solche und das macht einem viel zusätzlichen Stress. Vielleicht wär’s da nicht schlecht, du hättest da jemanden zum Reden, am besten n‘ Profi“ (aus: Das Versprechen; Ausschnitt aus einer Unterhaltung zwischen Nicholson & seinem „ehemaligen Chef“ Sam Shepard auf dem Polizeirevier) – „Jack is back!“, das ist auch so etwas „aus meiner Erinnerung“, nur kann ich leider nicht mehr sagen, wer mit diesen Worten Jack Nicholson, „my favorite filmstar of all time“, angekündigt hat oder im Rahmen welcher Veranstaltung/Preisverleihung das geschehen ist; nun, „zurück“ war Nicholson 2001, vier Jahre nach seinem Oscar-Erfolg Besser geht’s nicht (Regie: James L. Brooks; mit Helen Hunt), auch in einer für ihn zum damaligen Zeitpunkt seiner Karriere & überhaupt für seine Verhältnisse sehr „zurückgenommenen / zurückhaltenden“ Rolle in Sean Penn’s Friedrich Dürrenmatt-Verfilmung Das Versprechen / OT: The Pledge; der Dürrenmatt-Roman „Das Versprechen“ (1958), in dem das Dürrenmatt’sche „Zufallsprinzip“ („je mehr man sich auf Zufälle vorbereitet, desto mehr wird man von ihnen getroffen“) schlagend wird, war, zumindest im deutschsprachigen Raum, der erste Kriminalroman, in dem so etwas wie „Profiling“ vorkam; vor allem auch im Vergleich mit dem deutschsprachigen Filmklassiker Es geschah am helllichten Tag (1958; Regie: Ladislao Vajda; mit Heinz Rühmann & Gert Fröbe) „plätschert“ das Erzähltempo von Penn’s „The Pledge“ (mit Robin Wright Penn & Aaron Eckhart) oftmals gar arg dahin, aber man wird letztendlich nicht nur durch die Auftritte zahlreicher „Gaststars“ (Vanessa Redgrave / Helen Mirren / Mickey Rourke / Harry Dean Stanton) entschädigt, sondern auch durch einen Nicholson, der völlig „Grimassen-frei“ und fern seiner üblichen „Manierismen“ agiert, die er in Werken wie Stanley Kubrick’s Shining (1980) oder in Die Hexen von Eastwick (1987) oder in Tim Burton’s Batman (1989) manchmal über-kultiviert hat; zur Story: der Kriminalbeamte Jerry Black, „ein alter Haudegen der Mordkommission in Reno, Nevada“, steht kurz vor seiner Pensionierung, als er zum Tatort eines entsetzlichen Mordes an einem jungen Mädchen gerufen wird; ein Verdächtiger, ein Indianer (Benicio Del Toro), ist schnell gefunden, aber dieser richtet sich, nach einem vermeintlichen Geständnis, selbst; Black hat jedoch eine eigene Theorie zu dem Fall und außerdem hat er den Eltern des Opfers versprochen, dass er den wahren Mörder finden wird (Dialog zwischen Patricia Clarkson & Nicholson: MARGARET LARSEN: „Versprechen Sie mir, dass Sie den Mörder fassen“ / JERRY BLACK: „Jaja, Mrs. Larsen, das verspreche ich Ihnen“ / MARGARET LARSEN: „Bei Ihrem Seelenheil […]“ / JERRY BLACK: „Jaja, ich schwör’s bei meinem Seelenheil“); für seine Besessenheit wird Black aber einen hohen Preis zahlen und die Suche nach der Wahrheit, bei der ihm auch die Kellnerin Lori (Robin Wright Penn) und deren kleine Tochter helfen sollen, reißt „Jerry“, der auf weitere Mädchen-Morde nach demselben Muster gestoßen ist, in ein unvorstellbares Grauen, bei dem am Ende dann auch noch „der Zufall Regie führt“; // „HARRY BLISS JACK NICHOLSON: „Wissen Sie, diese Gegend ist der Himmel auf Erden für jeden Einbrecher. Hinzu kommt, dass man hier ganz in der Nähe das fünfte Opfer des Westside-Schlitzer gefunden hat“ / „JOAN SPRUANCE ELLEN BARKIN: „Oh, davon will ich lieber nichts hören“ / HARRY BLISS: „Wie Sie meinen, aber ich kann mir vorstellen, was so eine attraktive und überaus anziehende Frau mit Männern für Probleme hat. Aber keine Panik, das bekommen wir für Sie schon alles wieder in Ordnung, denn von jetzt an haben Sie einen Schäferhund, der auf Sie aufpassen wird“ (aus: Man Trouble – Auf den Hund gekommen; Nicholson & Barkin spazieren auf Barkin’s Grundstück in einer Villengegend herum) – wenn man’s genau nimmt hatte Jack Nicholson, nur dass er eben noch fast zehn Jahre jünger war, bereits in Bob Rafelson’s „Komödie“ / „Farce“ / „filmischer Merkwürdigkeit“ Man Trouble (1992;OT) irgendwie dasselbe Aussehen wie in Sean Penn’s Das Versprechen, denn er trug darin, als zwielichtiger Sicherheitsexperte & Wachhund-Ausbilder „Harry Bliss“ (Nicholson zu Barkin: „Mit etwas mehr Strenge kommen Sie tiefer in das Bewusstsein des Hundes hinein“), ebenfalls einen „fiesen“ Oberlippenbart; Parodien sind ja im Grunde mitunter „die größten Ehren, die einem zuteilwerden können“, aber Nicholson & Ellen Barkin, die eine attraktive Opernsängerin gibt, was im Zusammenhang mit Barkin vielleicht etwas „bizarre“ scheint, spielen in diesem konfusen Werk, das im Grunde nur für Jack-Nicholson- & Ellen-Barkin-Fans & -„Komplettisten“ interessant scheint, ihre Rollen an der Grenze zur „Selbstparodie“; auf jeden Fall aber tummelt sich in Rafelson’s Film in Barkin’s Nachbarschaft der „Westside Slasher“, der auch die Schlagzeilen in den Zeitungen zu beherrschen scheint, und sie selbst wird von einem Unbekannten terrorisiert, der sich aber offenbar, wie aus dem folgenden „nächtlichen `phone call`“ hervorgeht, der von mir bereits weiter oben angesprochenen „wahren Bedeutung“ von „Every Breath You Take“ von The Police bewusst zu sein scheint: STIMME AM ANRUFBEANTWORTER von JOAN – nach dem Piepton: „Every breath you take / Every move you make / Every bond you break / Every step you take / I’ll be watching you. […]“ (aus: Man Trouble – Auf den Hund gekommen)].

Nachdem Herb‘s „Botschaft, den Killer betreffend“ bei Oakley angekommen ist, wirkt dieser gelöst und er meint zu Charlie, dass er sich nun „ready for dinner“ mache [ONKEL CHARLIE: „[…] Ich habe lange nicht mehr solchen Appetit gehabt wie heute“].

Er läuft daraufhin „beschwingt“ die Treppen hinauf zu seinem Zimmer, doch dann… „The way things are going / They’re going to crucify me“ [Copyright: The Beatles] …fällt ihm ein, dass er da noch, „der vom Propeller in Stücke zerteilte angebliche `Merry Widow Killer`“ hin oder her, „ein Problem“ hat, denn… „not `Everybody`, sondern `Charlie Knows`“.

Er dreht sich auf der Treppe um und sieht seine Nichte unten vor dem offenen Haupteingang zum Haus stehen. Sie scheint auf ihn „einen Schatten“ zu werfen.

Nach einem Zeitsprung sieht man Oakley in seinem Zimmer hin und her laufen, er raucht wiederum eine Zigarre und blickt dann aus dem Fenster. Unten vor dem Haus sieht er seine Nichte. Die Zigarre fällt zu Boden, denn seine Hände… „Just slip into the arms of the disco strangler“ [Copyright: Eagles] …scheinen sich „zusammenzuziehen“, als ob in ihm „ein Strangulationszwang“ hochkommen würde [Anmerkung: „MRS. ATWATER CONSTANCE COLLIER: „Sie wollen sicher wissen, wie die Erfolgsaussichten für Ihr Konzert aussehen? […] Wenn Sie am 16. Juli zur Welt gekommen sind, dann ist Ihr Zeichen der Krebs. Sie sind ein Mondkind. Sie werden von dem Mond beeinflusst. Darf ich mir Ihre Hände ansehen? […]“ / „PHILIP FARLEY GRANGER: „Was ist mit dem Konzert?“ / MRS. ATWATER: „Gute Finger, stark und sehr künstlerisch. […] Diese Hände verhelfen Ihnen zu großem Ruhm“ (aus: Cocktail für eine Leiche; kurz nach dem „Handlesen“ der, wie sie sich im Film selbst bezeichnet, „Hobby-Astrologin“ „Mrs. Atwater“ setzt sich der „Mörder/Würger“ Farley Granger ans Klavier und James Stewart erscheint als letzter Gast einer in Wahrheit reichlich morbiden Party); in „Rope“, so der Originaltitel von Cocktail für eine Leiche aus dem Jahr 1948, mit dem „Hitch“ erstmals auch zum „Meister des Farbfilms“ wurde, bleibt, ähnlich wie in dem nach Im Schatten des Zweifels entstandenen Werk Lifeboat (1944), die Einheit von Ort & Zeit überwiegend erhalten und die Handlung, die ausschließlich in einem New Yorker Apartment spielt, erstreckt sich „vom frühen Abend bis in die Nacht hinein“; damit die Illusion erweckt werden konnte, dass die Schauspieler:innen, gleichsam wie bei einer Theateraufführung, „durchgehend spielen“ und von der Kamera „ganz ohne Schnitt begleitet werden“, kommt Hitchcock’s Kamera, jedes Mal, wenn die Filmrolle, die in der Kamera nur 10 Minuten laufen konnte, zu Ende ist, einem Gegenstand oder einer Person sehr nah, und die nächste Rolle startet dann „in dieser Nähe“ und gibt schließlich „den Blick wieder frei“; der Umstand, dass die „actors and actresses“, die also möglichst fehlerfrei & eben „ten minutes“ durchgehend agieren mussten, von Hitchcock zusätzlich noch durch bewegliche Requisiten navigiert wurden, wird sogar in dem Klavierstück, welches im Film zum Einsatz kommt, in gewisser Weise thematisiert, denn es handelt sich dabei um „Mouvemént Perpetuel Nr. 1“ des französischen Pianisten Francis Poulenc (1899 – 1963); zur Story von „Cocktail…“, in deren Mittelpunkt ebenfalls ein „extravagantes Experiment“ steht: „Two young men“, Brandon (John Dall) & Philip (Farley Granger), erwürgen ihren Mitstudenten David, und das nur aus dem Grund, zu beweisen, dass „der perfekte Mord“ möglich ist; die „basic idea“ zu diesem unmenschlichen Vorhaben haben sie quasi „aus der Überinterpretation der eigenwilligen philosophischen Überzeugungen“ ihres Professors Rupert Cadell abgeleitet, was heißt, dass dieser Mord aus einer „rein theoretischen Überlegung“ entspringt; um diesen „murder“ gleichsam als „intellectual work of art“ zu „feiern“, geben die beiden eine Party, bei der das Essen auf einer Truhe serviert wird, in der der Leichnam versteckt ist, wobei unter den Gästen auch der Vater des Toten ist; „in the end“ durchschaut „der Professor“ seine beiden Studenten jedoch und überführt sie, entsetzt von der „Auslegung“ seiner Philosophie, des Verbrechens; „BRANDON“ & „PHILIP“ kommen, wie das bei Hitchcock oft der Fall ist, als Gegensatzpaare daher, denn während John Dall sich als „Verstandesmensch“ hervortut, den die Tat tatsächlich nicht berührt hat, wird „der Pianist, der ein Konzert vor sich hat“ Farley Granger tendenziell eher von „Angst & Schuld“ beherrscht; Hitchcock wendet sich aber deutlich, und das ist sicherlich auch im Angesicht des damals nicht allzu lange zurückliegenden Zweiten Weltkriegs zu sehen, gegen eine an Friedrich Nietzsche orientierte „Übermenschen- / Herrenmenschen-Philosophie“ und jeglichen damit verbundenen „intellektuellen Koketterien“; Cocktail für eine Leiche ist der erste Film, den „der Meister der Suspense“ mit James Stewart drehte, und Jimmy Stewart wurde, lässt man mal Der Mann, der zu viel wusste mit Doris Day beiseite, von Hitchcock bekanntlich, wenn man so will, stets mit „Defekten“ ausgestattet, denn in „Rope“ hinkt Stewart, in Das Fenster zum Hof (1954) sitzt er in einem Rollstuhl und in Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958) leidet er unter Höhenangst].

Kurz darauf fährt „Detektiv Graham“ mit dem Wagen vor und teilt „Young Charlie“ mit, dass er „great news“ für sie habe und im Übrigen mit ihr sprechen wolle. Dann erfährt Charlie von dem Polizisten, dass „ein Telegramm aus Maine“ bestätigt habe, dass man die Jagd nach ihrem Onkel endgültig abblasen könne… „Call off the Search“.

Die Unterhaltung zwischen „Jack“ & Charlie wird in der Garage fortgeführt und „certain feelings“ werden angesprochen, wobei man zunächst darüber redet, ob ein „Police-Detective“ überhaupt in der Newton-Familie willkommen wäre und welchen Mann Ann einmal heiraten sollte [JACK GRAHAM: „Nein, die heiratet mal einen Bibliothekar. Da schlägt sie zwei Fliegen mit einer Klappe. […] Sie hat einen Mann, zugleich immer was zu lesen“].

Schließlich wird Graham… „I want to tell you / My head is filled with things to say“ [Copyright: The Beatles] …konkreter [JACK GRAHAM: „Komisch, wie man ganz durch Zufall jemanden trifft, den man gernhat“] …und dann… „Love, love, love“ [Copyright: The Beatles] …sehr konkret [JACK GRAHAM – im Original: „I love you, Charlie. I love you terribly“], wobei Charlie anmerkt, dass sie „ihn doch noch gar nicht kenne“ [Anmerkung: Die Szene in der Garage samt der „Liebeserklärung“ von „JACK GRAHAM“ an „CHARLIE“ ist im Grunde ein wenig zu lang geraten und Macdonald Carey ist nicht unbedingt der Schauspieler, bei dem einem eine solche „declaration of love“ begeistert, aber Hitchcock wollte dem Publikum eine „Verschnaufpause“ gönnen und auch klar machen, dass Teresa Wright, quasi als „Entschädigung“ dafür, dass sie „das Monster bekämpfen“ muss, am Ende mit einer „bürgerlichen Ehe“ belohnt wird – „Oh I’ve been lonely but I know, I’ll be okay / Good love is on the way“ (Copyright: John Mayer) sozusagen; einige Hitchcock-Exegeten haben diese „Belohnung“, die im Grunde den „Gesetzen des Kinos & der Unterhaltung“ geschuldet ist, als durchaus „realistisch“ betrachtet, im Sinne von „Alfred Hitchcock kennt seine `Kleinbürger`, die sich zuerst `langweilen`, sich `Abwechslung` wünschen, und sich dann aber nach der `bürgerlichen Ordnung` sehnen“].

Oh please, come back!“ [CHARLIE zu JACK GRAHAM; im Original] – auf die Frage von Jack Graham hin, ob er denn zumindest „wiederkommen“ dürfe, findet Charlie jedoch eine eindeutige Antwort. Dann…plötzlich…wird die Garagentür geschlossen [Anmerkung: „Jack is back!“ Teil 2: „CHARLEY PARTANNA JACK NICHOLSON: „[…] Wie kann ich mit der Sache leben? Irgendwas muss da passieren. Ich muss das regeln. Bring ich sie um oder heirate ich sie? Was mach ich nur?“ / „MAEROSE PRIZZI ANGELICA HUSTON: „Heirate sie, Charley! Nur, weil sie klaut und eine Killerin ist, muss sie nicht auf allen anderen Gebieten eine üble Frau sein. […] Ihr beide arbeitet in derselben Branche, da könnt ihr doch von Glück sagen, dass ihr euch gefunden habt“ (aus: Die Ehre der Prizzis) – ein weiterer „80s-Favorite“ meinerseits ist sicherlich Die Ehre der Prizzis / OT: Prizzi’s Honor aus dem Jahr 1985; angeblich soll Jack Nicholson zu dem Regisseur John Huston nach der Erstlektüre des Drehbuchs des Mafiafilms gemeint haben, dass er „das Ganze einfach grauenhaft“ findet, woraufhin ihn Huston darauf hingewiesen hat, dass er den Film als „Satire“ oder als „bitterböse Mafiakomödie“ verstehen solle; und ja, Die Ehre der Prizzis ist in gewisser Weise „aberwitzig“, was vor allem den großartigen Darstellern geschuldet ist, denn zu „Jack“ gesellen sich auch noch Kathleen Turner, Angelica Huston, Robert Loggia & William Hickey, der das „Familienoberhaupt“ gibt, den „sehr alten“ und wie ein „lebender Toter, der aber noch immer weitreichende Entscheidungen trifft“ agierenden „Don Corrado Prizzi“ – „Du bist genau wie ich. Wir vergeben nichts“ (William Hickey zu seiner „Enkelin“ Angelica Huston); zur Story: dem New Yorker Mafia-Killer Charley Partanna, der der Patensohn des alten Don Corrado Prizzi ist, fällt auf der Hochzeit der Schwester seiner Ex-Freundin Maerose Prizzi eine bestimmte Frau (Kathleen Turner) auf (Nicholson zu einem Hochzeitsfotografen: „Siehst du die Kleine da oben, die Blondine in dem lavendelfarbenen Kleid, mit dem schwarzen Mantel?“), in die er sich „Hals über Kopf“ verliebt; bald sind er und die in Kalifornien lebende Irene Walker, die anscheinend polnische Wurzeln hat (Turner: „Mein Mädchenname war Maida Walcewicz“ / Nicholson: „Wie Sie auch immer heißen mögen, Sie sind eine ganz wundervolle Frau“), ein Liebespaar; dann stellt sich aber im Rahmen eines von Charley ausgeführten Auftragsmordes an einem Buchhalter namens Marxi Heller, der die Prizzis in Las Vegas abgezockt hat, heraus, dass „Irene“ in Wahrheit die Ehefrau von Heller ist und der erzürnte Charley will wissen, wo eigentlich „der Rest vom Geld“, mehrere hunderttausend Dollar, geblieben ist; Irene kann ihn aber mit „ihrer Version der Geschichte“ überzeugen (Nicholson zu Turner: „Ich kann nicht, ich kann nicht abstellen, was ich für dich empfinde. Ich seh‘ dich an und sehe genau das, was ich sehen möchte. Das ist Liebe. Wenn du jemand anders wärst, würde ich dich wegpusten!!! Ich kann’s nicht. Ich muss dir glauben, Irene“); nun, Irene ist darüber hinaus aber auch eine Berufskollegin, eine „Spezialistin“, eine „free-lance assassin“, eine „hitwoman“, und „CHARLEY“ & „IRENE“ agieren bald gemeinsam and „kill people for the mob“ (Nicholson zu seinem Vater „Angelo Partanna“ John Randolph: „Pap, was ist los mit dir? Denkst du, ich habe geheiratet, damit meine Frau wieder arbeitet?“); doch die hartnäckige Exfreundin Maerose hat es auf „Irene“ abgesehen und will eben wissen, „wo das Geld der Prizzis abgeblieben ist“, und Maerose’s Vater Dominic Prizzi (Lee Richardson), der Charley hasst, weil dieser seine Tochter verlassen hat, beauftragt letztendlich sogar Irene, um Charley auszuschalten…; „Prizzi’s Honor“ war Nicholson’s erster Film nach seinem Nebenrollen-Oscar-Erfolg in Zeit der Zärtlichkeit (1983; Regie: James L. Brooks; mit Shirley MacLaine & Debra Winger) und Nicholson hat dem Character des „Charley Partanna“, der „in seiner Euphorie“ übersieht, dass sich hinter der schönen Fassade seiner Frau einige „unangenehme Überraschungen“ verbergen, ein zusätzliches, wenn man so will, „Dödel-Aussehen“ verpasst, indem er sich quasi den Mundbereich „ausgestopft“ hat, was die Figur eben vom ganzen Ausdruck her noch „begriffsstutziger“ erscheinen lässt; ein wichtiger Teil von „Die Ehre…“ ist aber Angelica Huston, die im echten Leben bekanntlich mit Nicholson lange Zeit liiert war, und die John-Huston-Tochter hat für die Rolle der „MAEROSE“ auch verdient einen Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten; über allem im Film steht aber die amüsante „problem marriage“ von Nicholson & Turner und das Finale zwischen den beiden „Profi-Killern“, bei dem Nicholson mit einem Messer nach Turner wirft, während Turner eine Waffe mit Schalldämpfer auf ihn richtet, spiegelt im Grunde „die ganze Leidenschaft dieser Beziehung“ wider].

Charlie & „Jack“ öffnen die Garagentür und sehen, dass…sich draußen, in einiger Entfernung zur Garage, eigentlich nur… „Onkel Charlie“ befindet. Oakley spricht die beiden dann auf den „romantischen Ort“ ihres Treffens an [ONKEL CHARLIE: „In meiner Jugend saßen wir im Wohnzimmer“]. Der „Detektiv“ und „Charles“ verabschieden sich dann voneinander, aber Graham verspricht bald zurückzukommen…wegen „der Nichte“.

I’m just a jealous guy“ [Copyright: John Lennon] – „der Onkel“ berührt daraufhin Charlie’s Gesicht [wobei man durchaus auch den Eindruck hat, er würde ihr „die Hand an den Hals legen“ (Anm.)] und zeigt „Verständnis“ für Graham’s Wunsch [ONKEL CHARLIE – im Original: „Charlie’s a fine girl. She’s the thing I love most in the world“].

Oakley wünscht „Jack“ gute Reise und meint zu ihm, er solle „keine Fotos mehr `ohne Genehmigung` machen“ [Nachsatz von ONKEL CHARLIE: „Sie wissen ja. Schutz der persönlichen Freiheit. Menschenrechte“].

Anschließend fährt Graham mit seinem Wagen weg, und Charlie würde, so hat man den Eindruck, am liebsten neben ihm im Wagen sitzen, statt mit Oakley „zurückzubleiben“ [CHARLIE – ruft ihm hinterher: „Jack!“; // Anmerkung: „Jack is back!“ Teil 3: „LIEUTENANT ECKARDT WILLIAM HOOTKINS: „[…] Rechenschaft bin ich nur Grissom schuldig, keinem Psychopathen“ / „JACK NAPIER JACK NICHOLSON: „So, meinst du? Du solltest mehr an deine Zukunft denken“ / LT. ECKARDT: „[…] Sie haben keine Zukunft, Jack. Sie sind nur ein Irrer ersten Ranges. Grissom weiß das“ (aus: Batman; der korrupte Polizist „Lt. Eckhard“ unterhält sich mit dem „Joker in spe“ „Jack Napier“, der zu diesem Zeitpunkt des Films noch „die rechte Hand“ des Gangsterbosses „Carl Grissom“ Jack Palance ist) – Tim Burton’s Batman war wohl die Kinosensation des Jahres 1989, aber auch wenn die Erwartungen damals im Grunde, aufgrund der gigantischen Werbekampagne, „viel zu hoch geschraubt waren“, war das Werk, für mich persönlich zumindest, keine wirkliche Enttäuschung; Batman, nach Pee Wee’s irre Abenteuer (1985) & Beetlejuice (1988) Tim Burton’s erste „Großproduktion“, könnte man auch als „The Nicholson Show“ bezeichnen, denn „Jack’s“ Darstellung & „Energie“ treiben den Film, „without a shadow of a doubt“, an & „vorwärts“ und Nicholson’s „Joker“ ist mir, aber das ist wohl generationsbedingt, unterm Strich „der liebste `Joker` von allen“ geblieben, auch wenn natürlich Heath Ledger’s posthum Oscar-prämierte „Joker“-Darstellung in Christopher Nolan’s The Dark Knight (2008) objektiv betrachtet „die bessere schauspielerische Leistung“ ist; wie auch immer, der Film [die „basic story“: der Multimillionär Bruce Wayne alias Batman (Michael Keaton) tut sein Bestes, um das Verbrechen in Gotham City einzudämmen; die Stadt wird vor allem auch von dem Gangsterboss Carl Grissom und seiner rechten Hand Jack Napier kontrolliert, aber Napier hat hinter Grissom’s Rücken eine Beziehung zu der Geliebten von Grissom, Alicia Hunt (Jerry Hall), angefangen, was dazu führt, dass Grissom Napier bei einem Überfall auf eine Chemiefabrik in eine „polizeiliche Falle“ lockt; inmitten der Schießerei taucht auch Batman auf (Nicholson zu Michael Keaton im Fledermauskostüm: „Nette Aufmachung“) und dieser befördert Napier in einen Behälter voller Chemikalien; doch Napier überlebt und terrorisiert fortan als grinsender Joker Gotham City, unter anderem auch mich tödlichen Hygiene-Produkten; Batman, der von seinem Butler Alfred (Michael Gough) sowie von der Fotografin Vicki Vale (Kim Basinger), die hinter Bruce Wayne’s Doppelleben gekommen ist, unterstützt wird, nimmt den Kampf gegen den psychopathischen Joker auf…], der also lange Zeit vor der heutigen „Superhelden-Inflation“ in die Kinos kam, hat zahlreiche Highlights; ein Highlight ist sicherlich, neben der oben zitierten Unterhaltung zwischen William Hootkins & Nicholson, auch der „letzte Dialog“ zwischen „dem mittlerweile dank Batman zum `Joker` gewordenen“ Nicholson & „seinem Boss“ Jack Palance, in dem er mit Nicholson‘s „Wiedergeburt“ konfrontiert wird (Auszug: JACK NAPIER alias JOKER: „Wegen einer Frau hast du mich in die Falle gelockt, wegen einer Frau! Du musst wahnsinnig sein!“ / CARL GRISSOM: „[…] Dein Leben ist nichts mehr wert!“ / JACK NAPIER alias JOKER: „Ich bin schon mal tot gewesen. Es ist sehr befreiend. Du solltest es als eine Art Therapie verstehen“ / CARL GRISSOM: „Jack, hör zu. Möglicherweise können wir uns noch einigen“ [Napier/Joker tritt in Grissom’s dunklem Penthouse-Apartment „aus dem Schatten ans Licht“, sodass man sein Gesicht sieht] / JACK NAPIER alias JOKER: „Jack? Jack ist tot, mein Freund. Nenn mich einfach...Joker! Und wie du siehst, bin ich schon viel glücklicher!“ [erschießt Grissom]); einen weiteren Höhepunkt der „Nicholson Show“ stellt die „Museumsszene“ dar, in der der Joker, der im Museum Vicki Vale treffen will, zur Musik von Prince („All hail the new king in town / […] The funkiest man you’ve ever seen“ – aus dem Song „Partyman“), mit seinen Mitstreitern diverse Gemälde mit Farbe bespritzt/verunstaltet und aus seiner Sicht „verbessert“, lediglich das Bild „Figure with Meat“ von Francis Bacon aus dem Jahr 1954 wird dabei verschont, weil es dem Joker „in gewisser Weise gefällt“ (aus den Basinger-/Nicholson-Dialogen im Museum: VICKI VALE: „Sie sind ja irre“ / JOKER: „Na sowas, ich dachte, ich sei Fisch […]“); apropos Kim Basinger: für die Schauspielerin, die ja zum damaligen Zeitpunkt so etwas wie meine Lieblingsschauspielerin war, war es nach Batman ein langer Weg bis zu der wirklich großartigen James-Ellroy-Verfilmung L.A. Confidential (1997; Regie: Curtis Hanson; mit Russell Crowe & Kevin Spacey), und Getaway (1994; Regie: Roger Donaldson), ein Remake des Sam-Peckinpah-Steve-McQueen-Ali-MacGraw-Klassikers „The Getaway“ (OT) aus dem Jahr 1972, in dem Basinger an der Seite von Alec Baldwin zu sehen ist, fällt für mich eher in die Kategorie „Filme, die ich mir letztendlich nur wegen der Basinger ansehe“, denn mit der „Coolness“ und dem „aufregenden `pacing`“ des 70er-Jahre-Films hat das wenig gemein; in dem Tim-Burton-Film von 89 gibt „die Basinger“ aber eine tolle „Bruce-Wayne-love-interest“ & „Batman-Mitstreiterin“ ab; erwähnenswert ist sicherlich der Moment, in dem „Batman“ Michael Keaton „Vicki Vale“ Kim Basinger (die zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass Batman in Wahrheit ihr „boyfriend“ Bruce Wayne ist) aus den Fängen des Jokers im Museum befreit hat und sie mit seinem Batmobil in die „Bat-Höhle“ mitnimmt, weil sie ihn während eines Kampfes in den Straßen von Gotham, wo ihm fast seine Maske abgenommen wurde, fotografiert hat und er nun „den Film haben möchte“ (Auszug aus dem Bat-Höhlen-Dialog: VICKI VALE: „[…] `Ne Menge Leute halten Sie für ebenso gefährlich wie Joker“ / BATMAN: „Er ist ein Psychopath“ / VICKI VALE: „Es gibt auch Leute, die dasselbe von Ihnen behaupten“ / BATMAN: „Wer zum Beispiel?“ / VICKI VALE: „Na ja, machen wir uns nichts vor. Sie sind auch nicht gerade das, was man normal nennt, oder?“ / BATMAN: „Wir leben auch in keiner normalen Zeit, oder?“); durchaus gelungen, weil in den Dialogen nicht „zu dick aufgetragen“, ist auch der dargestellte Konflikt zwischen „Liebe & Pflichterfüllung“, in dem sich „Bruce Wayne / Batman“ angesichts der „Präsenz“ von „Vicki Vale“ in seinem Leben befindet – Hitchcock hätte damit, man denke da an Cary Grant & Ingrid Bergman in Berüchtigt, sicherlich seine Freude gehabt (Auszug aus einem zweiten Dialog zwischen Basinger & Keaton in der Bat-Höhle, in der „Vicki Vale“ bereits von „Bruce Wayne’s exzentrischem Doppelleben als geflügelter Rächer“ weiß: VICKI VALE: „Ich will nur eins wissen. Gibt es für unsere Liebe eine Chance?“ / BRUCE WAYNE – nicht als BATMAN verkleidet: „Ich fände es schön. Aber der Kerl ist irgendwo da draußen. Ich muss den Kampf aufnehmen“); ganz im Zeichen der „Nicholson Show“ wiederum ist aber eine Szene, die vor der zweiten „Batcave-scene“ und in Basinger’s Apartment spielt, denn ausgerechnet während Michael Keaton ihr erstmals gestehen will, dass er „Batman“ ist, crasht der Joker, der eben auch an „Vicki Vale“ „interessiert“ ist, die Szenerie und Keaton stellt sich ihm entgegen, woraufhin ihn der Joker mit einem „Zitat“ konfrontiert, das „Bruce Wayne“ letztendlich „ganz weit in seine Kindheit“ und sogar zum „Ur-Grund“ seines Batman-Daseins zurückführt (JOKER – bedroht BRUCE WAYNE mit einer Waffe: „Da wär noch `ne Frage, mein Freund. Haben Sie je bei blassem Mondlicht mit dem Teufel getanzt?“ / BRUCE WAYNE: „Was?“ / JOKER: „Das pfleg ich meiner Beute immer zu sagen. Ich find, das klingt so nett“); Jack Nicholson hat mit Batman bekanntlich aufgrund geschickt ausgehandelter Verträge ein wahres Vermögen verdient, und insofern konnte „Jack“, der zwei Jahre vor der Comic-Verfilmung auch mit der gelungenen „teuflischen Komödie“ „The Witches of Eastwick“ (OT; 1987; mit Cher, Susan Sarandon & Michelle Pfeiffer; literarische Vorlage: John Updike) einen Kinoerfolg landete, sich praktisch in der Folgezeit Flops wie die leider von ihm selbst und unter anderem aus den bekannten Gründen nicht von Roman Polanski inszenierte Chinatown-Fortsetzung Die Spur führt zurück – The Two Jakes (1990; mit Harvey Keitel) oder eben das bereits erwähnte „Man Trouble“ leisten].

„Young Charlie“, „the Niece“, dreht sich, als Graham mit dem Auto langsam aus ihrem Blickwinkel verschwindet, um und…sieht „den Onkel“ in der Nähe der Eingangstür stehen… „You’re lookin` for attention, darlin` / He will surely give you some“ [Copyright: Eagles]. Sie geht, mit besorgtem Gesichtsausdruck, zum Haus zurück, doch sie geht nicht an ihrem Onkel vorbei hinein ins Haus, sondern scheint „die Hintertür“ nehmen zu wollen.

Nach einem Zeitsprung ist Charlie im Begriff das Newton-Haus zu verlassen, da sie einkaufen gehen soll und Dinge wie „Butter, Gemüse & Salat“ nach Hause bringen. Als sie die große seitliche Treppe beim Haus nimmt…stürzt sie plötzlich und fällt ein Stück weit die Treppe hinunter. Oakley taucht auf, beobachtet das Ganze, von Charlie ungesehen, kurz am Fußende der besagten Treppe und verschwindet dann wieder. Die Mutter eilt herbei [EMMA: „Charlie, um Himmels Willen, hast du dir wehgetan!?“] und hilft ihrer „Daughter“, die ihr mitteilt, dass sie „abgerutscht“ sei [EMMA: „Oh Gott, du hättest ja tot sein können […]“; // Anmerkung: Exkurs: „Killer, die in Serie gegangen sind, aber keine…“ 6. und letzter Teil: MOTORCYCLE POLICEMAN: „Ist was passiert?“ / „JAMES BOND 007 GEORGE LAZENBY: „Alles in Ordnung. Es ist alles in Ordnung. Wirklich. Sie ruht sich nur etwas aus. Wir fahren gleich weiter. Wir sind nicht in Eile. Wir haben unendlich viel Zeit“ (aus: Im Geheimdienst Ihrer Majestät; Lazenby betrauert im Aston Martin DBS seine Ehefrau „Tracy“, die soeben von einer Kugel tödlich getroffen wurde) – gut, On Her Majesty’s Secret Service (OT; Regie: Peter Hunt) von 1969, in dem es hieß George Lazenby statt Sean Connery, mag, obwohl ihn „Hardcore Fans“ mittlerweile ganz weit vorne im Bond-Ranking sehen, ein Film sein, an den man sich eventuell „vor allem aufgrund des Hauptdarstellers nie wirklich gewöhnen wird“, aber das „tragic ending“ mit dem Tod von „TRACY“ und dem trauernden Bond macht vieles wieder wett und kann als erster Versuch gelten, der „Superhelden-Figur“ „James Bond 007“, lange Jahre vor Daniel Craig, so etwas wie „eine menschlichere Note“ oder gar einen „Human Touch“ zu verleihen; zur Story: James Bond rettet die schöne, aber melancholische Tracy zuerst vor dem beabsichtigten Ertrinken, dann vor der Tatsache, im Casino die Spielschulden nicht bezahlen zu können (Dialog am Restauranttisch eines Hotels zwischen Diana Rigg & George Lazenby: TRACY: „Warum sind Sie eigentlich so versessen darauf, mich zu retten?“ / JAMES BOND 007: „Das wird langsam zur lieben Gewohnheit von mir, Contessa Teresa“ / TRACY: „Teresa war eine Heilige, man nennt mich Tracy“ / JAMES BOND 007: „Also, Tracy, das nächste Mal spielen Sie auf Nummer sicher“ / TRACY: „Auf Nummer sicher spielt, wer am Leben bleiben will“ / JAMES BOND 007: „Bitte, bleiben Sie am Leben. […]“); Tracy’s Vater, Marc Ange Draco, der Boss eines Syndikats namens „Korsische Union“, versucht in der Folge Bond dazu zu bringen, Tracy zu heiraten (Auszug aus dem zugehörigen Gespräch zwischen Gabriele Ferzetti & Lazenby: MARC ANGE DRACO: „[…] Was Sie getan haben, wie Sie sich verhalten haben, könnte für Tracy der Beginn einer gewissen Therapie sein. Sie braucht Hilfe, Ihre Hilfe“ / JAMES BOND 007: „Ich finde sie faszinierend. Aber sie braucht einen Psychiater. Nicht mich“); als auch die Aussicht auf eine satte Mitgift (MARC ANGE DRACO: „Passen Sie auf, Bond. Ich gebe Ihnen an dem Tag, an dem Sie meine Tochter Teresa heiraten, eine Mitgift von einer Million Pfund in Gold“ / JAMES BOND 007: „Ein verführerisches Angebot. Aber ich brauche keine Million Pfund“ / MARC ANGE DRACO: „Dummkopf!“ / JAMES BOND 007: „Nein, bestimmt, mir ist meine Freiheit lieber“) Bond nicht dazu verleiten kann, auf das Angebot einzugehen, gibt Draco 007, damit dieser sich die Sache mit der „Teresa-Betreuung“ sozusagen doch noch überlegt, Informationen, die ihn letztendlich zum Aufenthaltsort seines Erzfeindes Ernst Stavro Blofeld (Telly Savalas) in der Schweiz führen; Bond checkt in Blofeld’s Piz-Gloria-„Allergie Klinik“ ein, wo der Chef von SPECTRE „innocent women“ einer Gehirnwäsche unterzieht, um sie letztendlich, als „Angels of Death“, mit tödlichen Zerstäubern hinaus in die Welt zu schicken; nachdem 007 von Blofeld enttarnt wurde (was eigentlich sofort geschehen müsste, da sich die beiden ja, in der Gestalt von Sean Connery & Donald Pleasence, sozusagen 1967 in Man lebt nur zweimal schon mal persönlich begegnet sind!), flüchtet er „vom Berg“ und trifft auf seiner Flucht „unten im Tal“ Tracy, die ihm hilft, Blofeld’s Schergen zu entkommen; nachdem Blofeld letztendlich besiegt scheint, heiraten Bond & Tracy, aber nur Stunden nach der Heirat wird „Teresa Bond“ von Blofeld & seiner Mitstreiterin Irma Bunt (Ilse Steppat) erschossen; „You drifted into my life / But marriages made in heaven / Can they survive in this life?“ (Copyright: Roxy Music) – der „British Assassin“ „007“ und „die Tochter eines Syndikat-Bosses“ „TRACY“ sind natürlich „a match“, aber Lazenby’s „performance“ zählt sicherlich zu den „low points“ dieses Werks, genauso wie die Tatsache, dass Telly Savalas „BLOFELD“ spielt, denn dieser ist eine klare Fehlbesetzung; zu den Pluspunkten zählen hingegen der John-Barry-Score, einer der besten der Bond-Geschichte, die Tatsache, dass „Moneypenny“ Lois Maxwell in dem Film wirklich „glamorous“ aussieht, sowie die „wedding scene“, in der es eine Menge amüsanter Dialoge gibt, und Diana Rigg als „Tracy“; augenscheinlich im Zusammenhang mit „On Her…“ ist, dass das Werk aufgrund der „auffälligen / Aufmerksamkeit-heischenden Kostüme“ wie eine Art „Fashion Magazine“ rüberkommt, vor allem auch im Vergleich zu anderen bedeutenden Filmen aus dem Jahr 1969 „like“ Midnight Cowboy (Regie: John Schlesinger; mit Dustin Hoffman & Jon Voight) oder Easy Rider (Regie: Dennis Hopper; mit Peter Fonda & Jack Nicholson), die eher mit „visuellem Realismus“ punkteten; selbst Hitchcock’s „rich colored“ 69er-Thriller Topaz (mit Frederick Stafford, John Forsythe & Karin Dor) wirkte nicht so gnadenlos „over-painted“ wie teilweise der Bond-Film].

Da Charlie glaubt, dass der Unfall auf den „39 Stufen“ kein Zufall gewesen sein kann, wirft sie in der Nacht mit einer Taschenlampe einen Blick auf jene Holzstufe, die offenbar „zufällig abgebrochen“ ist. Sie geht anschließend wieder zurück hinauf zum Nebeneingang, wo aber… „And of course Henry The Horse dances the waltz!“ [Copyright: The Beatles] …Onkel Charlie auf sie wartet.

„Die Nichte“ will vor allem wissen… „Picture yourself on a train in a station“ [Copyright: The Beatles] …wann er endlich, wie versprochen, abreist [CHARLIE: „Wann reist du ab, Onkel Charlie?“].

Oakley jedoch meint, dass „die Sache vorbei sei“ und er nicht vorhabe abzureisen [ONKEL CHARLIE: „Ich werde gar nicht abreisen“]. Außerdem sieht er sich auch in Zukunft als „family member“ [ONKEL CHARLIE: „[…] Ich werde zur Familie gehören“], welches viel für Charlie und ihre Familie tun könne [Reaktion von CHARLIE: „Nein, Onkel Charlie, wir wollen nichts von dir haben“].

Nach dieser „Absage“ ruft er seiner Nichte in Erinnerung, „wie abenteuerlich“ dies alles für die Polizei klingen würde [ONKEL CHARLIE: „Dir gefallen die Initialen in einem Ring nicht, du wirst eine Walzer-Melodie nicht los und das alles bringst du mit einem Zeitungsausschnitt in Verbindung […]“; // Anmerkung: „DAVE GARVER CLINT EASTWOOD – ins Mikrofon, in seiner Funktion als Radio-DJ: „Und jetzt kommt etwas Besonderes für einsame Herzen in einer kühlen, kühlen Nacht. Der große Erroll Garner-Klassiker `Misty`. Diese Platte spiel ich vor allem für Evelyn“ (aus: „Play Misty for Me“ (OT)) – in dem Song „Panic“ der legendären britischen Band The Smiths singt der Frontmann Morrissey ja mehrfach die Zeilen „Hang the DJ, hang the DJ, hang the DJ“, und genau das will die besagte „Evelyn“, in einem übertragenen Sinne, am Ende im Grunde auch mit dem DJ „Dave Garver“ machen; mit „Play Misty for Me“, den bescheuerten deutschen Verleihtitel Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten lassen wir mal beiseite, hat Clint Eastwood 1971 einen Thriller über „psychopathische Besessenheit“ geschaffen, und zwar über die „psychopathische Besessenheit“ einer Frau; die Story: der beliebte Radio-DJ Dave Garver wird während seiner Sendung wiederholt von einer Anruferin gebeten, den Song „Misty“ (1954) zu spielen (EVELYN – am Telefon: „Spiel `Misty` für mich“); die besagte Frau, Evelyn Draper (Jessica Walter), lässt schließlich ein Aufeinandertreffen mit Garver in dessen Lieblingslokal als „rein zufälliges Treffen“ aussehen und die beiden beginnen eine „passionate affair“; als Dave jedoch die Beziehung beenden will, vor allem auch, weil seine „künstlerisch aktive“ Exfreundin (Donna Mills) wieder aufgetaucht ist, verwandelt sich Evelyn’s „Leidenschaft“ in brutale Gewalt und alles und jeder in Dave’s Leben wird zur Zielscheibe ihres „Terrors“ – „Das Problem ist, dass ich mein Leben unkompliziert machen wollte, und jetzt trau ich mich kaum mehr vor die Tür, wenn’s klingelt“ (Eastwood zu seinem farbigen Kollegen „Al Monte“ beim Radiosender „KRML“); jener Mann, der entscheidend dafür verantwortlich war, dass Eastwood letztendlich auch auf dem Regiestuhl platznahm und seine Regiekarriere begann, nämlich Dirty-Harry-„director“ Don Siegel, spielt in Eastwood’s Debüt, das ein wenig wie ein „Vorläufer“ des 80er-Jahre-Kinohits Eine verhängnisvolle Affäre (Regie: Adrian Lyne) mit Michael Douglas & Glenn Close wirkt („Evelyn“ Jessica Walter schneidet sich sogar, ähnlich wie eben Glenn Close 1987 in „Fatal Attraction“, die Pulsadern auf), den Besitzer jener Bar, in der gleichsam „das Unheil beginnt“ („Geständnis“ von Jessica Walter dann im Laufe des Abends: „Ich hatte heute Abend kein Rendezvous. Ich wartete in der Bar, weil Sie sie ab und zu in Ihrem Programm erwähnt haben, Dave, und ich wartete auf Sie. Ich hör alle Ihre Sendungen, Dave“); Jessica Walter (1941 – 2021) spielt die „von extremen Stimmungsschwankungen“ getriebene und mitunter „verbal ausfällig“ werdende „insane Evelyn“, die im Laufe des Films zu einer „mit diversen spitzen Gegenständen wie Messern oder Scheren herumstechenden `Killer-Maschine` à la Norman Bates“ mutiert, im Grunde recht überzeugend und ihr „Geschrei“, wenn sie zusticht oder jemanden attackiert oder sich über „Dave“ plötzlich ärgert, ist wirklich „terrifying“ – „Norma Bates“ sozusagen; der Regisseur Eastwood, der an seinem Debüt laut Eigenaussage, neben einem gewissen „realism“ der ganzen „Stalkerin“-Story, vor allem den „It’s a Alfred Hitchcock kind of Thriller“-Aspekt mochte, hat in „Play Misty for Me“ aber sicherlich auch seine Liebe zur Musik/Jazz-Musik untergebracht, und so hat er eine (im Grunde völlig unnötige) längere „Liebesszene im kalifornischen Wald“ zwischen ihm und Donna Mills mit Roberta Flack‘s „The First Time Ever I Saw Your Face“ (1969) unterlegt, und zwar fast mit dem ganzen Song; des Weiteren besuchen Eastwood & Mills dann das Monterey Jazz Festival, wo sie zum Beispiel einem Auftritt des US-Saxophonisten Cannonball Adderley lauschen, der „on stage“ von dem Österreicher Joe Zawinul am Keyboard begleitet wird; gelungen sind auch die wunderschönen Aufnahmen der Küste der kalifornischen Kleinstadt Carmel-by-the-Sea, Eastwood’s Heimatort, dessen Bürgermeister er bekanntlich ebenfalls einmal gewesen ist; übrigens war auch eine weitere „insane woman“ der Filmgeschichte, nämlich „Catherine Tramell“, in Carmel-by-the-Sea „ansässig“, denn auch Teile von Basic Instinct (1992; Regie: Paul Verhoeven) mit Sharon Stone & Michael Douglas wurden dort gedreht].

„Young Charlie“ jedoch besteht darauf, dass er sein „Versprechen“ einlöst und „aus dem Leben der Newtons verschwindet“ [CHARLIE: „Also geh, sonst weiß ich nicht mehr, was ich tue. Ich weiß nicht, ob ich dann noch den Mund halten kann“].

„The Next Evening“. Oakley hat in der Garage den Motor des Newton-Wagens gestartet. Er entfernt den Zündschlüssel wieder und schließt die Garagentür und lässt die Garage sich somit mit „waste gas“, mit Abgasen, füllen.

Zurück im Haus gibt sich Emma Newton begeistert „von ihren zwei Männern in `nice suits`“, von „Charles“ und „Joe“ [EMMA: „Ich muss sagen, ich bin sehr stolz auf meine beiden Männer“].

Anschließend wird die Frage diskutiert, „in welcher Konstellation“ die Familie, also: die insgesamt sechs Personen, zu dem Vortrag von „Uncle Charlie“ vor dem „Women’s Club“ fahren wird [EMMA: „Ach Joe, wenn du doch bloß einen Führerschein hättest“; // Anmerkung: Tja, „Baby, you can drive my car“ (Copyright: The Beatles) – laut Hitchcock-Biograf Donald Spoto soll sich auch Hitchcock selbst gleichsam „geweigert“ haben, das Hitchcock’sche Familienauto zu fahren; Woody Allen hat in seinem Film Der Stadtneurotiker / OT: Annie Hall (1977) in einer Szene, in der er und Diane Keaton in einem Auto unterwegs sind, Keaton am Steuer, Allen als Beifahrer, darauf hingewiesen, dass so etwas, auch wenn man im Prinzip einen Führerschein besitzt, „gewisse Gründe“ haben kann: „ANNIE HALL DIANE KEATON: „Können Sie eigentlich auch fahren?“ / „