Ausschnitt aus "HITCHCOCK": "DAS FENSTER ZUM HOF / REAR WINDOW" (Teile 1.1 - 1.7.3)

 

DAS FENSTER ZUM HOF (1954)

(Originaltitel: REAR WINDOW)

 

 

„[W]ie sagt man auf Französisch `by whipping the camera` (wörtlich: die Kamera peitschen)?

Un filage (ein Reißschwenk)“

 

(Frage & Antwort-Abfolge zwischen Hitchcock & Truffaut in „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ mit Bezug auf ein technisches Mittel, mit dem Hitchcock, inspiriert von ähnlichen „Spielereien“ in „Rear Window“, dann des Öfteren bei Liebes- & Kuss-Szenen experimentiert hat)

 

 

 

Jimmy Stewart vom Mars

&

Ja, der Mann ist ein Voyeur, aber sind wir das nicht alle?

 

(ZITAT 1: Bezeichnung des Filmproduzenten Stuart Cornfeld (z. B. 1980: Der Elefantenmensch) für den Regisseur und deklarierten Hitchcock-Fan David Lynch – die „Lynch-Beschreibung“, die oftmals fälschlicherweise Mel Brooks zugeordnet wird, umschreibt das Phänomen, dass ein „ansonsten normaler Mensch“ wie Lynch derart „abwegige Filme“ machen kann – und auch der „volksnahe“ James `Jimmy` Stewart (1908 – 1997), der beispielsweise mit Werken wie dem Frank Capra-Epos Mr. Smith geht nach Washington (1939) & Mein Freund Harvey (1950) Erfolge feierte, war im Grunde immer dann am besten, wenn er sich in die Hände und unter die Regie des „Meisters des Abnormen“, nämlich Hitchcock, begeben hat, der, wie bereits in der Vorbemerkung erwähnt, auch für einen gewissen Image-Wandel Stewarts mitverantwortlich war; // ZITAT 2: Alfred Hitchcock zu François Truffaut in „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ über die Rolle, die der durch ein Gips-Bein an den Rollstuhl gefesselte James Stewart in Das Fenster zum Hof einnimmt)

 

 

 

Gunnison, wie konnten Sie je ein so großer Chefredakteur werden bei so einem schwachen Gedächtnis?

Durch Disziplin, Fleiß, harte Arbeit und dadurch, dass ich den Verleger mit der Sekretärin erwischt habe

 

(aus: Das Fenster zum Hof; Auszug aus dem Telefonat, das der Fotograf „L. B. Jefferies“ James Stewart zu Beginn von „Rear Window“ mit seinem Chefredakteur „Gunnison“ führt, der ihm eine Woche zu früh zur „unmittelbar bevorstehenden Gips-Abnahme“ gratuliert)

 

 

  

Ich habe einen Direktor von General Motors gepflegt. Nieren haben die gesagt, Nerven hab ich gesagt. […] Wenn General Motors bis zu 10x am Tag pinkeln muss, dann muss bald das ganze Land Wasser lassen

&

Jeder Mann kann heiraten, wenn das richtige Mädchen aufkreuzt. Und Lisa ist das richtige Mädchen für jeden Mann, der nur halb bei Verstand ist und mindestens ein Auge hat

&

Sehen Sie, Mr. Jefferies, ich bin keine gebildete Frau. Aber eines kann ich Ihnen sagen: Wenn ein Mann und eine Frau sich mögen, sollte es einen Zusammenstoß geben. PENG! Wie zwei Taxis auf dem Broadway

&

Unverbesserlicher Spanner

 

(aus Das Fenster zum Hof und aus der Kategorie „Best of Thelma Ritter“, die im Film als Jimmy Stewart-Pflegerin „Stella“ glänzt; das erste Zitat bezieht sich darauf, dass sie zur Zeit des „Großen Börsencrashs“ 1929 offenbar ein hohes Tier von General Motors gepflegt hat und von dem „Börsenkrach“ dann irgendwie nicht mehr wirklich überrascht war; das zweite Zitat bezieht sich auf die Tatsache, dass „Mr. Jefferies“ James Stewart Angst vor der Heirat mit „Lisa Fremont“ Grace Kelly hat, und das dritte Zitat erinnert Stewart daran, dass er gerade zuvor mit diversen „Ausreden“ versucht hat [L. B. zu STELLA – über LISA: „Nein, sie ist einfach nicht die Richtige für mich. Sie ist zu vollkommen. Sie ist zu talentiert. Sie ist zu schön. Sie ist zu intellektuell. Sie ist zu sehr alles, was ich nicht will“], sich vor der Ehe zu drücken; das vierte „Stella“-Zitat schlägt -quasi- in dieselbe Kerbe wie „Monsieur Hitchcock“ Jahre später im Interview mit Truffaut)

 

 

 

Und wer bist du?

Vom Scheitel bis zur Sohle: Lisa...Carol...Fremont

 

(aus: Das Fenster zum Hof; eine Art „Flirt-Dialog“ zwischen James Stewart & Grace Kelly nach Kelly’s erstem Auftritt im Film, der im Rahmen einer „Szene, die in der Nacht spielt“ stattfindet; Kelly macht nach den einzelnen „Namensteilen“ eine kleine Pause, weil Hitchcock sie im Film dabei diverse Stehlampen in Stewart’s Apartment einschalten lässt)

 

 

 

Gut, James Stewart’s Problem in Hitchcock’s Das Fenster zum Hof, einem meiner Lieblingsfilme & somit „All Time Favorites“, mag vielleicht sein, dass er eine „romantische Beziehung“ als „abschreckend“ empfindet, keine Lust darauf hat, Grace Kelly zu heiraten und sich somit, wie‘s Donald Spoto in seiner Hitchcock-Biographie ganz ähnlich ausgedrückt hat, mit „einer attraktiven Blondine, die gefühlsmäßige Anforderungen stellt“ herumschlagen muss, aber: James Stewart & Grace Kelly, die beide in dem Werk auf dem Höhepunkt ihres Könnens und Charismas sind, vollführen, und das nach nicht allzu vielen Filmminuten, gleich einmal etwas, was man als einen der besten Küsse der Filmgeschichte bezeichnen kann. 

Und diesen „ungewöhnlich gut gelungenen Film-Kuss in Technicolor“, nach welchem Kelly sich, unter anderem, nach Jimmy Stewart’s Bein & nach seinem „Liebesleben“ erkundigt (LISA: „Wie geht’s deinem Bein? […] Und dein Liebesleben?“) und bei dem Hitchcock, als sich die beiden Gesichter aufeinander zubewegen, die Kamera förmlich zittern & vibrieren lässt (Hitchcock zu Truffaut: „[…] das ist ein Zittern, das man erreicht, indem man die Kamera oder den Dolly oder beide zusammen vibrieren lässt“), ordnete Hitchcock selbst der Kategorie „Überraschungs-Kuss“ zu, welcher, ganz im Gegensatz etwa zu einem ausschließlich zwecks „intelligent dosierter Zuschauer-Irritation“ präsentierten „Suspense-Kuss“, an der Stelle in „Rear Window“ einen ganz bestimmten Zweck erfüllt: „Dahinter steckt das Bedürfnis, sofort zum entscheidenden Punkt zu kommen und keine Zeit zu verlieren“ (Hitchcock).

 

 

 

Der Inhalt von Das Fenster zum Hof:

Der Fotoreporter L. B. Jefferies hat sich bei einem Arbeits-Unfall ein Gips-Bein [Aufschrift auf dem Gips: „Here lie the broken bones of L. B. Jefferies“] eingehandelt und ist somit zur Untätigkeit in seiner New Yorker Wohnung in Greenwich Village (Manhattan) verurteilt [Anmerkung: Auch bei der „Einführung von Jimmy Stewart“ im Film sieht man sofort, dass Hitchcock stets versucht hat, seine Stories visuell zu erzählen – „Der Dialog darf nicht mehr sein als ein Geräusch unter anderen, ein Geräusch, das aus den Mündern der Personen kommt, deren Handlungen und Blick eine visuelle Geschichte erzählen“ (Hitchcock zu Truffaut); so wird Stewart hier zunächst mit seinem Gips-Bein vorgestellt, dann sieht man eine kaputte Fotokamera und der Zuschauer erfährt somit, dass er wohl Fotograf ist, worauf man in der Folge auch weiterhin schließen kann, weil dann noch das Titelbild einer Zeitschrift gezeigt wird – und das alles „Dialog-frei“ und in einer einzigen Einstellung ganz ohne Schnitt].

Aus Langeweile heraus beobachtet er das Verhalten seiner Nachbarn im Hinterhof – zu diesen Nachbarn gehören eine alleinstehende Frau auf der „Suche“ [L. B. – später zu LISA: „Miss `Einsames Herz`“ / im Original: „Miss Lonelyhearts“ – gespielt von Judith Evelyn], ein unverheirateter Komponist, der manchmal zu tief ins Glas blickt [gespielt von Ross Bagdasarian], ein „sexuell äußerst aktives“ frischvermähltes Ehepaar [die „Honeymooners“ geben Rand Harper & Havis Davenport], eine junge Ballett-Tänzerin, genannt „Miss Torso“ [gespielt von Georgine Darcy], die „von Männern belagert“ wird, ein Ehepaar mit kleinem Hund [gespielt von Sara Berner & Frank Cady] sowie eine Bildhauerin [Jesslyn Fax] und schließlich das Ehepaar Thorwald, das sich immer öfters heftige Auseinandersetzungen liefert [Anmerkung: „Who can we get on the case? / We need Perry Mason / Someone to put you in place / Calling Perry Mason again“ (aus dem Song „Perry Mason“ von Ozzy Osbourne aus dem Jahr 1995 & vom Album „Ozzmosis“) – „Lars Thorwald“ wird von Raymond Burr (1917 – 1993) verkörpert, der eben vor allem durch seine Rolle des „Criminal Defense Lawyer Perry Mason“ in der TV-Serie Perry Mason (1957 – 1966) weltweit bekannt wurde, wobei Burr zwischen 1985 und 1993, also bis zum Jahr seines Todes, dann auch noch in 26 Perry Mason-TV-Filmen zugegen war; eine zweite seinerzeit äußerst angesagte Serie mit Burr war auch Der Chef (1967 – 1975; OT: Ironside), deren populäre „Theme Music“ von Star-Produzent Quincy Jones komponiert wurde; „Mrs. Thorwald“ wird von Irene Winston verkörpert].

Nachdem Jefferies ein Telefonat mit seinem Chefredakteur hinter sich gebracht hat, bekommt er, beim „Aus-dem-Fenster-Blicken“, einen Streit des Thorwald-Ehepaares mit. Nach dem Streit geht Lars Thorwald dann in den Hinterhof und kümmert sich dort um die Blumen, wobei er von der Bildhauerin darauf angesprochen wird, dass er offenbar nicht grade den „Grünen Daumen“ besitzt [Reaktion von THORWALD: „Ach, kümmern Sie sich doch um Ihren eigenen Dreck!“].

Jefferies bekommt schließlich Besuch von der erfahrenen Krankenschwester/Pflegerin Stella, die ihn auf sein „neues Hobby“ hinweist [STELLA: „Im Staate New York werden Spanner zu sechs Monaten Arbeitshaus verurteilt“]. Anschließend gibt Stella ein paar Geschichten auf der Basis ihrer „langjährigen Berufserfahrung“ zum Besten und versucht, Jefferies‘ Zweifel bezüglich seiner Freundin Lisa Fremont, die in der Modebranche arbeitet [Hitchcock zu Peter Bogdanovich einst in einem Interview: „Sie[Lisa Fremont] ist eine typische, sehr aktive New Yorkerin. Davon gibt es viele, die für `Harper’s Bazaar` arbeiten“], aus dem Weg zu räumen [Auszüge aus einer Unterhaltung, die stattfindet, als James Stewart von der besten Pflegekraft der Filmgeschichte, nämlich Thelma Ritter, massiert wird: L. B.: „Sie erwartet, dass ich sie heirate“ / STELLA: „Das ist normal“ / L. B.: „Ah, ich will nicht“ / STELLA: „Das ist anormal“ / L. B.: „Ich...ich kann einfach noch nicht heiraten“ // L. B.: „Stella, sehen Sie, sie kommt aus dieser hochgestochenen Park Avenue-Atmosphäre, wissen Sie, teure Restaurants, literarische Zirkel, Cocktail-Partys. […] Können Sie sich vorstellen, dass sie rund um die Welt reist mit einem Kameramann, der nie mehr als einen Wochenlohn auf dem Konto hat? Wenn sie wenigstens eine ganz normale Frau wäre“; Dialoge gemäß deutscher Synchro; // Anmerkung: Hitchcock’s Tochter Pat Hitchcock O‘ Connell zum Thema „James Stewart als Identifikationsfigur für Männer“ im „Hinterhof-Klassiker“ ihres Vaters: „Mein Vater mochte Jimmy, weil er den einfachen Mann verkörperte. Männer, die den Film sehen, können sich mit Stewart identifizieren“].

Am Abend taucht bei L. B., der auch „Jeff“ genannt wird, dann seine Freundin, die besagte Lisa Fremont, auf – die beiden küssen sich, bevor sie eine Unterhaltung beginnen [Auszug: L. B.: „Ist das die Lisa Fremont, die dasselbe Kleid nie zweimal trägt?“ / LISA: „Nur weil es von ihr erwartet wird“], die damit endet, dass Lisa „Jeff“ einen Kellner aus dem Restaurant „21“ präsentiert, der vor der Tür wartet und das Abendessen quasi extra in die Wohnung bringt [Anmerkung: Grace Kelly zählt sicherlich zu den am meisten `idealisierten` Frauen der Filmgeschichte und auch Hitchcock’s langjähriger Mitarbeiter Herbert Coleman, der für „Hitch“ als Regie-Assistent, „künstlerischer Berater“ & Mit-Produzent seiner Filme agierte, geriet noch Jahrzehnte später, wenn er auf Kelly angesprochen wurde, sozusagen „ins Schwärmen“ – vor allem dann, wenn er sich an die Nahaufnahme erinnerte, mit der Grace Kelly in den Film eingeführt wird und die unmittelbar vor dem besagten „Kuss in Slow Motion mit leicht zitternder Kamera“ platziert ist: „Es gibt eine Nahaufnahme von ihr, als sie bei Jimmy Stewart ankommt. So wird sie eingeführt. Es ist die schönste Filmaufnahme einer Frau, die ich je gesehen habe“].

Nachdem der Kellner [„Carl“ wird von Ralph Smiley gespielt] alles abgeliefert und die Wohnung wieder verlassen hat, kommen Fremont & Jefferies auf das Thema „Arbeit“ zu sprechen und Lisa erzählt von ihrem Arbeitstag, der durchwegs mit „Mode & `Harper‘s Bazaar`“ zu tun gehabt hat, bevor sie „Jeff“, der das Magazin, für das er fotografiert, nicht verlassen möchte, ein paar Vorschläge zu seiner beruflichen Zukunft macht [Auszüge: LISA: „Oh Jeff, wird es nicht Zeit, dass du selbstständig wirst? Du könntest dir deine Aufträge aussuchen“ / L. B.: „Ich wünschte, es gäbe einen, den ich haben wollte“ / LISA: „Ich könnte dir morgen ein Dutzend Aufträge besorgen, Mode, Porträts […]. Nein, nein, lach nicht, das könnte ich. […] Ich sehe dich als einen gutaussehenden und erfolgreichen Mann in einem dunkelgrauen Flanell“], die ihm aber allesamt nicht sonderlich behagen [L. B.: „Nicht doch, lass uns aufhören, solchen Unsinn zu reden, OK?“].

Während Lisa sich dann um das „Meeresfrüchte-lastige“ „21“-Abendessen in der Küche kümmert, schaut Jefferies aus dem Fenster und überblickt den Hinterhof, in dem sich so einiges abspielt. So exerziert „Miss Lonelyhearts“ ein „Dinner for One“ durch, bei dem sie eben so agiert, als wäre noch eine zweite Person anwesend. Als sich Fremont wieder kurz zu L. B. gesellt, stellt er ihr die Tänzerin „Miss Torso“ vor, die gerade Besuch von mehreren Verehrern hat, und stilisiert „the Ballet Dancer“ gegenüber Lisa zu einer „Bienenkönigin mit einer ganzen Auswahl an Drohnen“ hoch, wobei Fremont den „Vergleich“, den Jefferies relativ offen zu ihrer Person und dem „wohl ebenfalls hohen Verehrer-Aufkommen in ihrem 63rd Street-Apartment“ herstellt, entsprechend kommentiert & relativiert, indem sie das, was „Miss Torso“ da macht, als „mit Wölfen jonglieren“ bezeichnet [LISA – in der Originalfassung: „I’d say she’s doing a woman’s hardest job. Juggling wolves“; // Anmerkung: Der US-Filmregisseur Curtis Hanson, der einst, mehr schlecht als recht, auf Hitchcock’s Spuren in dem Thriller Die Hand an der Wiege (1992) gewandelt ist, sich inszenatorisch nahezu genial in L.A. Confidential (1997) gebärdet hat und an den Kinokassen erfolgreich mit dem Eminem-„Beinahe-Bio-Pic“ 8 Mile (2002) war, hat einmal festgehalten, dass es zu Hitchcock’s unverwechselbaren Merkmalen zählt, dass er „verständnisvoll“ ist – sogar gegenüber „Darkest Villains“ wie dem „Chef-Psychopathen in seinem Werk“, nämlich „Psycho’s Norman Bates“, aber: in Das Fenster zum Hof bringt der „1899 geborene Macho“ Hitchcock ungewöhnlich viel „Empathie“ für die zahlreichen Frauen in seinem Film auf, die im Übrigen viel „vielschichtiger & aktiver“ daherkommen als das männliche Personal, allen voran der „passive“ James „Ich rede von Reisen ins Ausland, die Grace Kelly nicht schaffen soll, komme aber selbst nicht mal aus dem Apartment raus“ Stewart oder der letztendlich „nur wenig `Charakter-gezeichnete` & `blass` bleibende“ Mörder Raymond „I used to love her but I had to kill her“ Burr, um hier den Text eines alten Guns N` Roses-Songs (von der „G N‘ R Lies“-EP) zu strapazieren].

Anschließend werden „Jeff“ & Lisa dann Zeugen eines erneuten Streits zwischen dem Thorwald-Ehepaar, der stattfindet nachdem Lars Thorwald Mrs. Thorwald, die offenbar die meiste Zeit über irgendwie ans Bett gefesselt ist, das Abendessen serviert hat. Dann verrät ein Blick hinüber zu dem Songschreiber, der gerade am Klavier sitzt und komponiert, dass er offenbar Besuch von einem merkwürdigen Mann hat, der hinter ihm an einer Uhr herumdreht [Alfred Hitchcock bei seinem Cameo-Auftritt!].

Als sie den „Rundblick“ dann beendet haben und Lisa L. B. das „Luxus-Essen“ aus dem „21“ serviert, treibt Jefferies seine „destruktiven & `unromantic`“ Kommentare, zu Fremont‘s sichtbarer Enttäuschung, auf die Spitze [LISA: „Wenigstens kannst du nicht sagen, dass das Essen nicht gut ist“ / L. B. - sarkastisch: „Lisa, es ist perfektwie immer“].

Nach einem Zeitsprung geht die Unterhaltung zwischen Jefferies & Fremont weiter und L. B. versucht erneut, „unüberbrückbare Gegensätze“ zwischen den „Lebensweisen“ der beiden zu konstruieren [einige spezifische Momente: LISA - genervt: „Ich passe hier nicht rein, du passt da nicht rein […]“ // L. B.: „Hast du je Fischköpfe und Reis gegessen?“ / LISA: „Natürlich nicht“ / L. B.: „Nun, das müsstest du vielleicht, wenn du mich begleiten würdest. […] Diese hohen Absätze, die machen sich großartig im Dschungel. […]“ / LISA: Also, wenn ich etwas weiß, dann ist es, dass man die geeigneten Sachen trägt“], was zu dem Ergebnis führt, dass Fremont ein „ernüchterndes“ Resümee zieht [LISA: „Es ist also klar, du willst nicht hierbleiben und ich darf nicht mit dir reisen. […] Es ist deprimierend festzustellen, dass man nur über das Abonnement deines Magazins an deinem Leben teilhat“], bevor sie dann Jefferies‘ Wohnung verlässt, um, entgegen ihres ursprünglichen „Leb wohl, Jeff“-Plans, „morgen Abend“ wiederzukommen.

Der „zurückgelassene“ L. B. wendet sich schließlich wieder seinem Hinterhof zu – plötzlich schreit irgendwo eine Frau auf und irgendwo zerspringt Glas [Anmerkung: Manchmal wird in diversen „Rear Window“-Dokus der Frauenschrei, den man in der „Mord-Szene“ hört, mit einem „NICHT!“ untertitelt, wobei er aber im Grunde „unverständlich“ ist].

Jefferies überblickt den Hof – auf der Suche nach der Quelle des Schreies…ohne Erfolg. Mitten in der Nacht wacht L. B., der offenbar dann doch in seinem Rollstuhl eingeschlafen ist, wieder auf und beobachtet zunächst das Ehepaar mit dem Hund, das, auf dem Balkon schlafend, vom sommerlichen Regen überrascht wurde. Das Paar greift sich die Schlafsachen samt Matratze und flüchtet zurück in die Wohnung [Anmerkung: Die ganze Komik, die die Situation hat, denn der Mann „plumpst“ beim „Vom-Balkon-mit-dem-Bettzeug-Flüchten“ dann samt Matratze sogar noch durch das Fenster zurück hinein in das Apartment, entstand vor allem auch dadurch, weil Hitchcock den beiden Schauspielern über Funk zuvor absichtlich „voneinander abweichende“ Regieanweisungen erteilt hatte, was dazu führte, dass die Frau die Matratze in die eine und der Mann in die andere Richtung zog, ein Umstand, der in letzter Konsequenz dann sogar zu dem „Slapstick-artigen Sturz durchs Fenster“ führte].

Kurz darauf sieht L. B. Lars Thorwald, wie dieser das Apartment, dessen Jalousien zugezogen sind, mit einem Koffer verlässt und hinunter in Richtung Straße geht – und ein Blick auf die Uhr zeigt Jefferies, dass es 5 Minuten vor „2 AM in the Morning“ ist. Nach einem Zeitsprung ist es schließlich 2:53 AM und Thorwald kommt mit dem Koffer zurück und betritt wieder das Apartment. Nachdem Jefferies beobachtet hat, wie der Songschreiber betrunken nach Hause gekommen ist und mit der Hand wütend etwas vom Klavier gestoßen hat, sieht er erneut Thorwald, der sich abermals mit dem besagten Koffer aufmacht.

„Jeff“ schläft wieder ein und als er wieder aufwacht, wirkt das Thorwald-Apartment verlassen, während „Miss Torso“ offenbar gerade von einem Date zurückkehrt und einen „mittlerweile verärgerten Verehrer“ mühsam davon abhalten muss, mit ihr die Wohnung zu betreten [Anmerkung: Die „Miss Torso“-Darstellerin & professionelle Tänzerin Georgine Darcy über die Arbeit mit Hitchcock am „Rear Window“-Set und über die „künstlerischen Freiheiten“, die ihr „Hitch“ beim „Tanzen im Apartment“ gelassen hatte: „Hitchcock saß wie in einem großen Puppenhaus“ / „Hitchcock überließ mir die Choreografie. Es war ihm nicht wichtig, dass es perfekt aussah. Er mochte alles, was ich ihm zeigte“].

Nur wenig später ist auch Thorwald mit dem Koffer „back“ und Jefferies schläft wieder ein, während „Miss Torso“ duscht und anschließend das Licht in ihrer Wohnung ausmacht. Als Jefferies schläft und somit nichts mitbekommt, verlässt Thorwald dann mit einer Frau sein Apartment.

Bei Tageslicht gehen die Bewohner dann wieder den üblichen Tätigkeiten nach – so arbeitet etwa die Bildhauerin an einer Skulptur weiter, „Miss Torso“ tanzt in ihrer Wohnung und das kleine Hündchen des Ehepaars wird mit einem Korb vom Balkon hinunter in den Garten gelassen. Während „Jeff“ von Stella massiert wird, spielt diese auf sein derzeitiges „Hobby“ an [STELLA: „Die Augen sind ganz blutunterlaufen. Sie müssen stundenlang aus dem Fenster gestiert haben“], was ihn schließlich von Thorwald’s „nächtlichen Aktivitäten im Regen“ erzählen lässt [L. B.: Er ist heute Nacht bei dem strömenden Regen ein paar Mal mit seinem Musterkoffer hinausgegangen. […] Ich nehme an, er hat irgendwas aus der Wohnung weggeschafft“], die allesamt, so Jefferies, auch bei „runtergezogenen Jalousien“ stattgefunden hätten. Stella merkt an, dass die Jalousien mittlerweile aber wieder hochgezogen seien, was dann dazu führt, dass sie und Jefferies vom Fenster zurückweichen, da sie sehen, dass Thorwald plötzlich aus seinem „Fenster zum Hof“ blickt [Kommentar von L. B.: „Das ist kein normaler Blick. Das ist der Blick eines Mannes, der Angst davor hat, dass man ihn beobachtet“].

Der kleine Hund des Ehepaars setzt währenddessen dazu an, bei dem Blumenbeet eine „Ausgrabung“ zu beginnen, wird aber dabei von der Bildhauerin gestört und weggejagt. Stella verlässt in der Folge die Jefferies-Wohnung und reicht ihm davor aber noch, auf seine Bitte hin, ein Fernglas [aus den diversen Kommentaren von STELLA: „Ärger...ich rieche ihn“]. Ein Blick durch das Fernglas hinüber zu dem Thorwald-Apartment verrät Jefferies, dass dieser gerade seinen Musterkoffer mit Modeschmuck vollpackt. Um noch besser sehen zu können, holt sich L. B. dann eine seiner Foto-Kameras und schraubt ein riesiges Objektiv drauf [Anmerkung: Alle großen Filmemacher „verstecken“ sich in ihren Werken hinter diversen Figuren oder „Alter Egos“ und bei Das Fenster zum Hof fungiert als „Hitchcock-Ersatz“ natürlich der voyeuristische, durch die Kamera blickende und „beobachtende“ James Stewart – „Seit seinen frühesten Jahren war Alfred Hitchcock ein Einzelgänger und Zuschauer, immer eher ein Beobachter als ein Teilnehmer“ (Quelle: „The Dark Side of Genius“)]. Schließlich fokussiert er mit der Kamera Thorwald in dessen Küche, wo dieser gerade ein großes Fleischermesser sowie eine Säge in Zeitungspapier packt, bevor er sich dann auf die Couch legt.

Am Abend (Aktivitäten der diversen L. B.-Nachbarn: der Songwriter wischt, „spärlich bekleidet“, in seiner Wohnung Staub und komponiert dabei immer wieder nebenbei etwas auf dem Klavier - die Hundebesitzerin pfeift nach dem Hündchen, das dann mit dem Korb wieder zur Wohnung hinaufgezogen wird - die Ballett-Tänzerin bürstet ihr Haar - die Bildhauerin arbeitet an der Skulptur - die „Honeymooners“ haben, wie eigentlich fast die ganze Zeit über, die Jalousie vors Fenster gezogen) hat L. B. wieder Besuch von Lisa Fremont, die zunächst bei ihm auf dem Schoß im Rollstuhl sitzt und ihn küsst [Anmerkung: Hitchcock kam in „Rear Window“ und in „Vertigo“, ganz im Gegensatz zu Cocktail für eine Leiche oder „The Man Who Knew Too Much“ (in dem Stewart ja das einzige Mal bei Hitchcock einen -mit Doris Day- verheirateten Mann spielt), offenbar nicht umhin, relativ ausgedehnte und irgendwie „intensive“ Kuss-Szenen zu drehen, soll heißen: „Hitch“ hat Jimmy Stewart in den beiden Filmen und bei seinen beiden Partnerinnen Grace Kelly & Kim Novak zu einem „echten Silver Screen-Schmuser“ umfunktioniert, und das ist etwas, was er mit seinem zweiten viermaligen „Leading Man“ Cary Grant nicht in diesem Ausmaß getan hat]. 

„Jeff“ erwähnt dann gegenüber Lisa, dass er seit letzter Nacht ein „Problem“ mit Thorwald hat und wirft eine berechtigte Frage in den Raum [L. B.: „Warum könnte ein Mann 3x in einer verregneten Nacht seine Wohnung mit einem Koffer verlassen und 3x zurückkommen mit dem Koffer?“ / LISA – unernst/„desinteressiert“: „Es gefällt ihm, wie seine Frau ihn zuhause willkommen heißt“ / L. B.: „Nein, nein, nein...nein, nein...oh nein, die Frau dieses Vertreters nicht“], bevor er dann das „Fleischermesser“ und die „kleine Säge im Zeitungspapier“ erwähnt. Nachdem Jefferies seinen Befürchtungen bezüglich Thorwald Nachdruck verliehen hat [Auszüge: L. B.: „Hör zu, die Sache ist mir nicht geheuer. Es ist...es muss etwas ganz Schreckliches sein. […] Wie kann man es nur anstellen, einen menschlichen Körper zu zerlegen?“], setzt sich Fremont auf ein Bett, zündet sich eine Zigarette an und betont, dass sie L. B.‘s Vermutungen langsam zu ängstigen beginnen. Kurz darauf erblickt Jefferies wiederum Lars Thorwald [L. B.: „Pster kommt zurück“].

Thorwald’s Rückkehr lässt Jefferies sofort wieder zum Fernglas greifen, doch Fremont dreht ihn samt Rollstuhl vom Fenster weg, um ihn von seinem Tun abzuhalten, in welchem sie mittlerweile „etwas Krankhaftes“ sieht [LISA: „Jeff, wenn du dich doch bloß sehen könntest! […] Es ist krankhaft“]. Nach Fremont’s Drohung, dass sie die Wohnung sofort verlässt, wenn er „damit“ nicht aufhört, erklärt ihr Jefferies, um was es ihm hier eigentlich geht [L. B.: „Ich will nur herauskriegen, was mit der Frau von dem Vertreter ist. Das ist alles. Muss ich deshalb ein Verrückter sein?“], bevor er dann die Frage in den Raum stellt, warum Thorwald, der in der Nacht zuvor eben „verdächtige Ausflüge“ gemacht und anschließend mit Messer & Säge in seinem Apartment herumhantiert hat, sich den ganzen Tag über nicht um seine Pflege-bedürftige Frau gekümmert hat. Lisa bemüht sich schließlich um ein paar Theorien [Beispiel: LISA: „Sie schläft vielleicht unter Beruhigungsmittel“], um letztendlich Thorwald’s Verhalten als „idiotisch & untypisch für Mörder“ abzutun [LISA: „Ein Mörder würde nie sein Verbrechen an einem offenen Fenster zur Schau stellen“].

Plötzlich scheint aber etwas Lisa’s Aufmerksamkeit zu erregen und einen regelrechten „Sinneswandel“ einzuleiten – und L. B., der „Lisa’s New Vibes“ nur allzu gerne aufnimmt, greift sich das Fernglas und stellt fest, dass in Thorwald’s Wohnung und in Mrs. Thorwald’s Schlafzimmer mittlerweile ein großer Schrankkoffer steht, der mit einem Strick/einem Seil zusammengebunden wurde [Anmerkung: „Dachten Sie, Sie wären ein Gott, Brandon?! Hielten Sie sich für ein höheres Wesen, als Sie das Leben dieses Menschen auslöschten?! Oder fühlten Sie sich wie ein Teufel, als Sie diese Party neben seinem Grab gaben!?“ (James Stewart am Ende von Cocktail für eine Leiche in Richtung der von ihm des Mordes überführten „Brandon“ John Dall & „Phillip“ Farley Granger) - ein Strick/Seil spielt natürlich auch in „Rope“ eine große Rolle, wo mit dem Strick/Seil, mit dem das Opfer „David Kentley“ erdrosselt worden ist, dann, im Rahmen eines „zusätzlichen sadistischen Scherzes der Gastgeber“, auch noch ein paar Bücher zusammengebunden werden, die dem Vater des Opfers im Laufe der Party übergeben werden, bei der sein toter Sohn, auf den er vergeblich wartet, die ganze Zeit über in einer Kiste mitten im Raum liegt; und dieses um die Bücher gewickelte „Rope“ ist es dann auch, das bei dem Party-Gast „Rupert Cadell“ James Stewart in dem Film von 1948 endgültig gewisse „Wahnvorstellungen“ bezüglich eines „möglichen Mordes“ auslöst – „Es ist doch seltsam, dass man manchmal die einfachsten Tatsachen in seiner Fantasie zu wilden Wahnvorstellungen steigert“ (Copyright: Jimmy Stewart in Cocktail für eine Leiche)].

Der Anblick des „zusammengebundenen Koffers“ scheint nun auch Lisa zu überzeugen und sie bittet „Jeff“ darum, für sie die ganze Sache noch einmal „von vorne“ aufzurollen [LISA: „Fangen wir wieder ganz von vorne an, Jeff. Sag mir alles, was du gesehen hast, und meinst, was es bedeutet“ / Originalfassung dieses von Grace Kelly gesprochenen und wohl zentralen Satzes in „Rear Window“: „Tell me everything you saw and what you think it means“].

Etwas später am Abend starrt Jefferies wieder von seiner Wohnung hinüber zur ebenfalls abgedunkelten Wohnung von Thorwald. Dann bekommt er einen Anruf von Lisa, die sich mittlerweile „an den Ermittlungen beteiligt“ und auch die Adresse der Thorwalds „ausspioniert“ hat [LISA – übers Telefon: „9. Straße West 125“]. Anschließend wird Fremont von Jefferies sozusagen „für heute nach Hause geschickt“ und die beiden sagen sich via Telefon „Good Night“.

Am nächsten Tag ist auch Stella wieder bei Jefferies, der zunächst ein Telefonat mit einem Freund von der Kriminalpolizei führt, Thomas Doyle [verkörpert von Wendell Corey (1914-1968), der von 1961 bis 1963 sogar Präsident der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ war und 1958 unter Hitchcock’s Regie auch in „Poison“, der 118. Folge der Serie „Alfred Hitchcock Presents“, zu sehen war], der nicht sonderlich begeistert scheint von Jefferies‘ Wunsch, dass er sich Lars Thorwald mal näher ansehen soll. Irgendwann ist Doyle aber von der „Wichtigkeit“ der ganzen Sache so halbwegs überzeugt [L. B. – ins Telefon & ironisch: „Es ist wahrscheinlich überhaupt nichts Wichtiges. Nur ein kleiner Mord in der Nachbarschaft, weiter nichts“] und verspricht vorbeizukommen.

Kurz nach dem Telefonat serviert Stella L. B. Jefferies Frühstück, das sie ihm aber sogleich wieder „verleidet“, weil sie einige morbide Kommentare zum „Fall Thorwald“ abgibt [STELLA: „Sagen Sie, wo glauben Sie hat er sie auseinandergenommen? Natürlich...in der Badewanne. Das ist der einzige Ort, wo er das Blut wegspülen konnte. Der soll lieber den Schrankkoffer wegschaffen...bevor es anfängt durchzusickern“; // Anmerkung: Die gebürtige New Yorkerin Thelma Ritter (1902-1969), die im Laufe ihrer Karriere auch in Meisterwerken wie John Huston’s berührender Marilyn Monroe & Clark Gable-„Abschiedsvorstellung“ Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (1961) oder in Komödien wie dem Tony Curtis & Jerry Lewis-Lacherfolg Boeing-Boeing (1965) zu sehen war, ist mehr oder weniger für den Humor in Das Fenster zum Hof zuständig, spiegelt aber an der Stelle im Film auch ganz gut jene Art von „Dark Humor“ wider, den auch Hitchcock selbst im Zusammenhang mit „Tötungsarten“ hatte, denn bei der Kooperation mit Drehbuchautoren soll folgender „Monsieur Hitchcock“-Satz mitunter am häufigsten vorgekommen sein: „Wäre es nicht amüsant, wenn er[oder sie] auf diese Weise umgebracht würde?“ (Quelle: F. Truffaut)].

Dann schlägt Stella gleichsam Alarm [STELLA: „Sehen Sie! Sehen Sie, Mr. Jefferies!“], denn Thorwald lässt den Schrankkoffer mit dem Seil offenbar von einer Spedition abholen, was sich L. B., der bedauert, dass Doyle noch nicht da ist, in der Folge auch mit seinem Fernglas näher ansieht. Stella steigt, wie Fremont in der Nacht zuvor, „aktiv“ in die Ermittlungen ein und läuft aus dem Apartment, um nachzusehen, welcher Name auf dem Speditions-Wagen steht. Thorwald führt, nachdem der Koffer seine Wohnung verlassen hat, ein Telefonat. Kurz darauf erscheint Stella unten im Durchgang, durch den man einen begrenzten Blick hinaus auf die Straße sowie auf ein Restaurant werfen kann, und deutet Jefferies, von dem sie weiß, dass er sie im „Fokus“ seines Fernglases hat, dass sie den Speditions-Wagen offenbar verpasst hat – L. B. ist „frustrated“.

Später am Tag ist Doyle dann in Jefferies‘ Wohnung zu Gast und beobachtet mit „Jeff’s“ Fernglas die Thorwald-Wohnung, wobei er nicht mit Zweifel an L. B.‘s Theorien bezüglich Thorwald spart, obwohl ihm „der Fotograf“ sämtliche „verdächtige Aspekte“ inklusive der „fehlenden Mrs. Thorwald“ noch einmal vor Augen führt [L. B. – auf den „Schrankkoffer mit Seil“ Bezug nehmend: „Also, Doyle, jetzt erzähl mir nicht, dass er ein arbeitsloser Zauberkünstler ist, der die Nachbarschaft mit seinen Kunststücken unterhält, komm mir nicht so“]. Der „Detective“ schlägt zunächst in dieselbe Kerbe wie einst Fremont vor ihrem „Sinneswandel“ [DOYLE: „Es ist eine zu offensichtliche und dumme Art, einen Mord zu begehen. Von 50 Fenstern aus zu beobachten. […] Jeff, du musst noch viel lernen über Mord und Totschlag. Schwachsinnige haben Morde so raffiniert begangen, dass es Hunderte der intelligentesten Polizisten bedurfte, um sie zu stellen“], verspricht aber Jefferies dann, dass er persönlich, ohne jedoch [wie’s im Film bei der dt. Synchro heißt] „die Kripo“ zu informieren, ein bisschen „herumschnüffeln“ wird [Nachsatz von DOYLE: „Ich sehe keinen Sinn darin, dass du dich unnötig lächerlich machst“], primär um herauszufinden, wohin die Frau verschwunden ist.

Nachdem Doyle gegangen ist [aus dem „Abschieds-Dialog“ zwischen den beiden einstigen World-War-II-US-Air-Force-Kumpanen, die bei der „vermeintlichen Mord-Sache“ nicht so recht auf einen „grünen Zweig“ gekommen sind: DOYLE: Hattest du in letzter Zeit Kopfschmerzen?“ / L. B.: „Nicht bis du aufgetaucht bist“; // Anmerkung: James Stewart, der „lizensierter Amateur-Pilot“ war, war ab 1941 tatsächlich im Zweiten Weltkrieg als Bomber-Pilot & Luftwaffenoberst im Einsatz, was ihn seinerzeit auch zum „first major American Movie Star“ gemacht hat, der in World-War-II kämpfte; von Stewart’s „Flugkünsten“ konnte man sich, wenn man so will, dann auch 1957 in Billy Wilder’s Charles Lindbergh-„Biography Film“ The Spirit of St. Louis (OT) überzeugen, im dem Jimmy Stewart im „einsamen“ Cockpit als „Dialog-Partnerin“ lediglich eine Fliege hat, die als „Passagierin“ zufällig mit ihm den Atlantik überquert und sich dabei „Lindbergh’s Lebenserinnerungen“ anhören muss], wird Jefferies Zeuge davon, wie das kleine Hündchen im Hinterhof bei dem Blumenbeet herumgräbt. Kurz darauf taucht aber Thorwald im Hinterhof auf und verjagt das grabende Hündchen wieder [THORWALD: „Haub ab!“], bevor er dann die von dem Hund ausgegrabene Erde wieder zurück ins Beet befördert.

Nach einem Zeitsprung befindet sich Doyle wieder bei Jefferies in der Wohnung und berichtet diesem davon, dass der „Vertreter für Modeschmuck“ Lars Thorwald „gestern Vormittag um 6“ zusammen mit seiner Frau die Wohnung verlassen hat, was einen Zeitpunkt darstellt, bei dem „Jeff“ eben eingeschlafen war. Nach einem kurzen „Intermezzo“, bei welchem Doyle, sichtlich „entzückt“, kurz die wieder einmal in ihrem Apartment tanzende „Miss Torso“ im Auge hat [L. B. – angesichts von DOYLE’s „Miss Torso-Reaktion“: „Wie geht’s deiner Frau?“ / DOYLE: „Ooh, danke, gut“], präsentiert ihm der „Detective“ auch noch Augenzeugen für den „Weggang der Thorwalds“, nämlich den Hausverwalter sowie zwei Mieter, wobei Lars Thorwald zu dem Hausverwalter gesagt haben soll, dass er seine Frau „mit der Bahn aufs Land geschickt“ hat.

Jefferies spricht in der Folge von einer „unbelegten Geschichte“ und von einer „Version aus zweiter Hand“, da ja schließlich keiner Mrs. Thorwald in den Zug hat steigen sehen, und will, dass Doyle die Thorwald-Wohnung durchsucht – was irgendwie mit den „Grundrechten“ nicht vereinbar ist und außerdem einen Richter benötigt [aus den diversen Reaktionen von DOYLE: „Kein Polizist in diesem Land kann in eine Wohnung gehen und sie durchsuchen. […] Er[der Richter] würde mir das Strafgesetzbuch des Staates New York um die Ohren hauen. Und das sind 6 Bände. […] Du hast mich um Hilfe gebeten und jetzt benimmst du dich wie ein Steuerzahler“].

Angesichts der „leicht angespannten Atmosphäre“, die zwischen Jefferies & Doyle nun herrscht, verlässt Doyle, der in den Augen von L. B. kein „Good Detective“ ist, bald wieder die Wohnung, jedoch tut er das aber nicht, ohne „Jeff“ vorher noch „die nicht unwesentliche Tatsache“ mitzuteilen, dass in Thorwald’s Briefkasten eine Postkarte angekommen ist, die „gestern Nachmittag 3:30 in Merrittsville in der Nähe von New York“ abgeschickt worden ist und von einer gewissen „Anna“ stammt, von Thorwald’s Frau [DOYLE – die Postkarte vorlesend: „Gut angekommen hier. Fühle mich schon viel besser. Alles Liebe, Anna“].

Der wiederum in seiner Wohnung „Zurückgelassene“ kratzt sich dann mit einem Kochlöffel, mit dem er schon die ganze Zeit über hantiert hat, seinen großen Zeh, der vorne aus dem Gips-Bein ragt.

Am Abend beobachtet Jefferies wie gewohnt den Hinterhof, und das die meiste Zeit über durch seine „Kamera mit Teleobjektiv“ (Aktivitäten: das Hündchen wird wieder in dem Korb vom Balkon heruntergelassen - „Miss Lonelyhearts“ bereitet sich offenbar auf ein „Date“ vor und trinkt sich dafür zu Hause auch noch „Mut“ an, bevor sie dann ins Restaurant geht - bei dem Songwriter zeichnet sich eine Party ab - „Miss Torso“ übt gemeinsam mit einem Partner und unter den Augen einer Choreografin offenbar eine „Choreo“). Plötzlich, als „Miss Lonelyhearts“ ihren Sitzplatz im Restaurant eingenommen hat, taucht Thorwald auf der Straße im Fokus von L. B.‘s Kamera auf, geht mit einer Schachtel aus einer „Laundry“ zurück in seine Wohnung, wo er die Schachtel öffnet, was unter anderem ein paar Hemden zum Vorschein bringt. Jefferies zieht seine Schlüsse und ruft Doyle an, erreicht aber lediglich dessen Frau, der er eine „Nachricht an ihren Mann“ hinterlässt [L. B. – zu MRS. DOYLE ins Telefon: „Sieht aus, als würde Thorwald heute Nacht noch abhauen“], damit dieser so schnell wie möglich herkommt.

Kurz darauf beobachtet Jefferies, dass Thorwald mit der Krokodillederhandtasche seiner Frau hantiert, aus der er diverse Schmuckstücke (Ketten & einen Ring) holt, während er gleichzeitig mit jemandem telefoniert.

Schließlich taucht Lisa Fremont bei Jefferies auf und er weiht sie darüber ein, dass Thorwald offenbar „endgültig abhauen“ will [Anmerkung: Grace Kelly trägt in der Szene ein blassgrünes Kleid und einen weißen Hut mit Netzschleier, also: einen „Fascinator“; die wiederum von der legendären Edith Head, der meistausgezeichneten Kostümbildnerin in der Geschichte der Oscars, entworfenen Kleider, die Kelly in „Rear Window“ trägt, waren Hitchcock, wie schon bei „Dial M for Murder“, äußerst wichtig, da sie sozusagen auch „das verbindende Element“ zwischen seiner Hauptdarstellerin und den anderen Frauen im Film sind – so findet das besagte blassgrüne Grace Kelly-Kleid quasi eine „Fortsetzung“ in dem grünen Kostüm, das „Miss Einsames Herz“ Judith Evelyn bei ihrem „Date im Restaurant“ trägt; Hitchcock’s Tochter Pat zum Thema „Das Fenster zum Hof & Costume Design“: „Die Kostüme waren ihm äußerst wichtig. […] Die Kostüme sollten durch Farbe und Stil die Handlung stützen. Sie waren Teil der Stimmung und der Charakterisierung“].

Als Lars Thorwald dann sein Apartment wieder verlässt, macht Lisa das Licht in der L. B.-Wohnung an und berichtet ihm davon, dass sie den ganzen Tag über an den „Fall“ gedacht hat [LISA: „Den ganzen Tag hab ich [vergeblich] versucht, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren“], bei dem sich so einiges, wie sie meint, „nicht zusammenreimt“, ein Eindruck, der sich auch dadurch noch zusätzlich bestätigt, indem „Jeff“ ihr von der „zurückgelassenen Krokodillederhandtasche“ von Mrs. Thorwald und dem „zurückgelassenen Schmuck“ erzählt [aus der Unterhaltung Fremont & Jefferies: LISA: „Und dann, eines Tages, verreist sie und lässt sie zu Hause, warum?“ / L. B.: „Weil sie nicht wusste, dass sie verreist, und da, wo sie hinfährt, braucht sie keine Handtasche“ // LISA – darauf Bezug nehmend, dass die Augenzeugen angeblich „Mrs. Thorwald“ gesehen hätten: „Zugegeben, sie haben eine Frau gesehen, aber es war nicht Mrs. Thorwald. Das heißt...noch nicht“].

Im Anschluss eröffnet Fremont Jefferies, dass sie heute vorhat, „die ganze Nacht“ in seinem Apartment zu bleiben [Ausschnitte aus Grace Kelly’s Dialog-Parts: LISA: „Wir haben die ganze Nacht. […] Ich bleibe heute bei dir. […] Ich habe ein freies Wochenende“ // aus den „Reaktionen“ von L. B.: „Ein freies Wochenendeaber ich habe nur ein Bett. […] Und ich habe auch nur einen Pyjama“], wobei sie ihm dann ihren „kleinen schwarzen Stadtkoffer“ präsentiert, in dem sie erstaunlich viele Kleidungsstücke, unter anderem: ein Nachthemd, untergebracht hat.

Schließlich wird noch die Party bei dem Songwriter, auf der sich immer mehr Gäste tummeln, zum Gesprächsthema zwischen den beiden und Lisa nimmt Bezug auf den Song, den der Songwriter immer wieder, auch jetzt gerade auf der Party, am Klavier anstimmt und den sie auch schon von vorherigen Besuchen bei Jefferies kennt [LISA: „Woher hat ein Mann die Inspiration so ein Lied zu komponieren?“ / L. B.: „Nun, von seiner Wirtin am Monatsanfang, wenn die Miete fällig ist“; // Anmerkung: „Kennen Sie Franz Waxman?“ (Hitchcock zu Truffaut) – Hitchcock war mit der Musik von „Rear Window“ und deren Komponisten, nämlich Franz Waxman, mit dem „Hitch“ schon bei seinem US-Debüt Rebekka zusammengearbeitet hatte, unglücklich; so hatte er, was den von dem Musiker Ross Bagdasarian verkörperten „Songwriter“ betrifft, ursprünglich folgende Vorstellung, die aber letztendlich nicht umgesetzt werden konnte: „Auf der anderen Seite des Hofs gab es den Musiker, der sich betrank. Ich wollte, dass man hörte, wie er sein Lied komponiert, es entwickelt, und den ganzen Film hindurch sollte man die Entwicklung des Liedes verfolgen können, bis es schließlich in der Schlussszene mit Orchester von einer Platte kommt. Das hat nicht geklappt. Ich hätte dafür einen Schlagerkomponisten nehmen sollen. Ich war sehr enttäuscht“ (Quelle: F. Truffaut)].

Bevor dann tatsächlich „Detective Doyle“ bei Jefferies auftaucht, äußert Fremont, angesichts des Musikers & des Songs, noch einen Wunsch [LISA: „[…] Ich wünschte, ich könnte kreativ sein“], den L. B. aber als „erfüllt“ betrachtet [L. B.: „Oh, Liebling, das bist du. Du...du...du hast das große Talent, schwierige Situationen zu kreieren“].

Als Doyle dann in der Wohnung von „Jeff“ ist, serviert Fremont Cognac und macht noch einmal ihren & L. B.‘s Standpunkt bezüglich Lars Thorwald klar [LISA: „Wir glauben, dass Thorwald schuldig ist“], doch nachdem Doyle einen Anruf in Jefferies‘ Apartment erhalten hat, beginnt der „Detective“ die „Mord-Theorie“ des Paares auseinanderzunehmen und Jefferies‘ „Voyeurismus“ anzuprangern [DOYLE: „Lars Thorwald ist genauso wenig ein Mörder wie ich. […] Es ist nun mal eine private Welt, in die du da hineinsiehst. Die Leute tun im Privatleben vieles, das sie unmöglich in der Öffentlichkeit erklären können“ / Reaktion von LISA: „Zum Beispiel, sich ihrer Frauen zu entledigen“]. Außerdem eröffnet „Tom“, so wie Doyle mit Vornamen heißt, den beiden nicht nur, dass für ihn weder das Messer noch die Säge noch die Handtasche & der Schmuck eindeutige Beweise sind, sondern auch, dass eine Untersuchung gezeigt hat, dass das „verdächtige Seil“ um den Schrankkoffer lediglich deshalb verwendet worden ist, weil das Schloss kaputt war. Und außerdem, so Tom Doyle weiter, hätte ihm die Polizei von Merrittsville soeben mitgeteilt, dass „Mrs. Thorwald“ persönlich den Koffer vor Kurzem abgeholt hat.

Als Doyle gegangen ist, blicken „Jeff“ & Lisa, die irgendwie „enttäuscht“ wirken, wieder gemeinsam aus dem Fenster und sehen, dass „Miss Lonelyhearts“ mit einem Begleiter zurück nach Hause kommt [Kommentar von L. B.: „Hey, ganz schön jung der Knabe“]. Die beiden werden Zeuge davon, wie der „junge Mann“ „Miss Einsames Herz“ küssen will, woraufhin sie die Jalousien schließt und ihr Begleiter dann doch zu aufdringlich wird – was dazu führt, dass sie ihn ohrfeigt und somit aus der Wohnung jagt. Jefferies & Fremont wenden sich, angesichts einer nun „weinenden Miss Lonelyhearts“ von dem „Rear Window“ ab und „Jeff“ fragt sich, ob sein Tun, mit Kamera & Teleobjektiv Menschen zu beobachten, tatsächlich, so wie Doyle das ja angedeutet hat, „moralisch vertretbar“ ist [Antwort von LISA: „Ich bin nicht sehr bewandert in Hinterhof-Fenster-Moral“ / im Original sagt Grace Kelly: „I’m not much on rear window ethics“].

Die beiden besprechen noch einmal kurz die Tatsache, dass sie jetzt beide „lange Gesichter“ machen, obwohl ihnen von Doyle im Grunde „eine gute Nachricht“ überbracht worden ist [Statement von LISA: „Wir sind zwei der schrecklichsten Scheusale, die ich je gesehen hab. Meinst du nicht, dass wir uns ein bisschen freuen sollten, dass die arme Frau lebt und es ihr gutgeht?“]. Dann zieht Fremont die Jalousien runter, erklärt „die Hinterhof-Show“ für „heute Abend“ als beendet, zeigt L. B. den Inhalt ihres kleinen „Stadtkoffers“ und verschwindet dann mit diesem ins Badezimmer [LISA – bevor sie in den „Bath Room“ geht & L. B. den Koffer-Inhalt zeigend: „Vorschau auf kommende Attraktionen“ / im Original: „Preview of coming attractions“].

Wenig später kommt sie mit der „Attraktion“, nämlich einem „fashionable & glamorous“ wirkenden weißen „Night Dress“, zurück aus dem Badezimmer [LISA: „Was sagst du dazu?“ / L. B.: „Oh, ich...“] - doch dann erschüttert ein Schrei die Nacht, der schließlich von Weinen begleitet wird.

Ein Blick in den Hinterhof zeigt…das Hündchen liegt reglos in der Nähe des Blumenbeets! Während die meisten Bewohnerinnen & Bewohner inklusive der Partygäste des Songwriters in den Hof starren und die Hundebesitzerin, flankiert von ihrem Mann, oben auf ihrem Balkon weint, sieht sich „Miss Einsames Herz“, die mit ihrer Parterre-Wohnung am nächsten dran ist, das Hündchen an und gibt eine „Diagnose“ ab [MISS LONELYHEARTS: „Er ist tot. Er ist erwürgt. Das Genick ist gebrochen“; // Anmerkung: Bei der Szene, die vielleicht die grausamste Szene von Das Fenster zum Hof ist, zeigt Hitchcock, in einem Film, der ansonsten mehr oder weniger nur aus der Perspektive von James Stewart erzählt ist, erstmals den Hinterhof aus verschiedenen Blickwinkeln sowie auch durch eine Totale, soll heißen: die Kamera verlässt gleichsam das Apartment von Jimmy Stewart und wird dabei sozusagen objektiv; Hitchcock in einem Gespräch über „Rear Window“ zu François Truffaut und sein „Credo“ bezüglich der Verwendung von Einstellungsgrößen wiedergebend: „Es kommt immer wieder darauf an, die Größe der Bilder im Verhältnis zu ihrem dramatischen und emotionellen Zweck auszuwählen und nicht in der Absicht, nur einen Dekor zu zeigen. […] In einem dramatischen Moment [wie eben dem „Der-kleine-Hund-wurde-getötet-Moment“ in Das Fenster zum Hof] wird die Totale sehr nützlich sein. Weshalb wollen wir sie [schon vorher] verschwenden?“].

Die Hundebesitzerin richtet in der Folge „wütend-verzweifelte Worte an die Nachbarn“ [Ausschnitte: HUNDEBESITZERIN: „Wer hat das getan!? Wer von euch hat meinen Hund getötet!? […] [D]ass einer von euch so grausam sein könnte, einen armen, hilflosen, kleinen Hund zu töten, das hätt ich nicht geglaubt! Das einzige Wesen in der Nachbarschaft, das alle geliebt hat! Habt ihr ihn umgebracht, weil er euch gemocht hat!? Nur, weil er euch gemocht hat!?“], während ihr Mann das tote Hündchen mit dem Korb, in dem das Tier von „Miss Lonelyhearts“ zwischenzeitlich gelegt worden ist, wieder hoch zum Balkon zieht. 

Anschließend, nachdem das Ehepaar mit dem „Dead Body“ des „Little Dog“ zurück in die Wohnung gegangen ist, kehren auch sämtliche sonstige Mieterinnen & Mieter sowie Partygäste zurück in die Apartments, während Jefferies & Fremont vor allem eines bei dem Vorfall mit dem Hündchen aufgefallen ist: die „Absenz“ von Lars Thorwald [spezifische Momente aus dem Dialog Jefferies & Fremont: L. B.: „Weißt du, für einen Augenblick hätte mich Tom Doyle fast überzeugt, dass ich unrecht hatte. […] Schau, bei allen Häusern um den Hof herum hat sich ein Einziger nicht am Fenster blicken lassen“ // LISA: „Warum sollte Thorwald einen kleinen Hund töten? Weil er zu viel wusste?“ / Originalfassung: „Because it knew too much?“].

Zu einem späteren Zeitpunkt, wiederum bricht der Abend herein, blicken dann L. B., Lisa sowie auch Stella rüber zur Thorwald-Wohnung und besprechen Thorwald’s „Putz-Aktivitäten“ im Badezimmer, die als „Tatort-Reinigung“ interpretiert werden [Ausschnitte: LISA: „Macht er Hausputz?“ // STELLA: „Muss mächtig gespritzt haben. […] Er hat sie da drin abgemurkst und muss die Flecken beseitigen, bevor er auszieht“]. Jefferies lässt sich dann von Fremont eine gelbe Schachtel reichen sowie den „Diabetrachter“ und vergleicht dann 2 „zwei Wochen alte“ Fotos vom Hinterhof, die vor allem das Blumenbeet zeigen, und das zu dem Zweck, etwas zu finden, „womit er den Mord aufklären kann“ [L. B. – nachdem er „fündig“ geworden ist: „Ahich glaube, ich weiß, warum Thorwald den Hund getötet hat“].

„Der Fotograf“ teilt seinen beiden „Partnerinnen“, die er ebenfalls durch den „Diabetrachter“ blicken lässt, schließlich mit, dass die zwei Bilder vom Hof eine „wichtige Veränderung“ bei den Zinnien-Stauden dokumentieren [L. B.: „Die Blumen da, die Thorwald immer so liebevoll pflegt. […] Wo der Hund gescharrt hat. […] Seit wann werden Pflanzen innerhalb von 14 Tagen kleiner?“], wobei man sich sicher ist, dass das Blumenbeet, aus „Platz-Gründen“, nicht das „Grab“ der „gesamten Mrs. Thorwald“ sein kann [STELLA: „[…] meiner Meinung nach ist sie über die ganze Stadt verstreut. Ein Bein im East River, ein…“ // L. B.: „Nein, nein, da liegt irgendetwas drin. Die Stauden sind rausgenommen und wieder eingepflanzt worden“].

Fremont kündigt an, dass sie, „wenn es dunkler ist“, zum Blumenbeet hinuntergehen will, um zu graben, ein Plan, der Jefferies empört [L. B.: „Du hast sie wohl nicht alle! Nichts wirst du ausgraben! Damit man dir auch noch das Genick bricht…“], wobei er andererseits aber auch seinen Freund Doyle erst anrufen will, wenn er „die Leiche vorweisen kann“.

Als Stella die beiden darauf hinweist, dass Thorwald offenbar packt, verlangt „Jeff“ nach Bleistift & Briefpapier und schreibt auf den Zettel, der dann in einen Briefumschlag wandert, die Worte „WHAT HAVE YOU DONE WITH HER?“.

Kurz darauf taucht Lisa im Fokus von L. B.‘s Kamera unten auf der Straße beim Durchgang auf – sie winkt in die Kamera und geht dann hinauf zur Thorwald-Wohnung, in der Lars Thorwald gerade eine raucht. Sie schiebt den „Brief“ unter der Tür durch und macht sich davon. Thorwald, der das bemerkt hat, hebt den „Brief“ auf und liest ihn draußen im Gang [Reaktion von Jefferies auf „Thorwald’s Reaktion“: L. B.: „Du hast es getan, Thorwald, du hast es getan“]. Thorwald läuft durch den Gang und sucht nach dem „Messenger“ – Fremont kann sich jedoch vor ihm verstecken. Anschließend beginnt Thorwald, wieder in seiner Wohnung angekommen, das „Packen“ zu beschleunigen.

Stella wirft mit Jefferies‘ Kamera einen Blick in das Apartment von „Miss Lonelyhearts“ und stellt fest, dass… „Miss Einsames Herz“ anscheinend vorhat, Selbstmord zu begehen [STELLA – durch die Kamera blickend: „Das einsame Herz hat sich gerade etwas zurechtgelegt, was nach Rhodium-Tri-Eckonal-Kapseln aussieht. […] Ich hatte schon so viele von diesen roten Pillen in der Hand, dass ich halb New York in Winterschlaf versetzen könnte“ // Anmerkung: Die besagten „Rhodium tri-eckonal capsules“, die „Miss Lonelyhearts“ hier für ihre „Suicide Solution“ wählt, sind „more or less“ ein „fiktionales Barbiturat“].

Als Lisa zurück ist [Anmerkung: Obwohl „Rear Window“ eben, wie bereits erwähnt, „ein Film aus der Perspektive von James Stewart“ ist, wird er darin von Hitchcock mit nur wenigen richtigen „Close-Ups“ bedacht – eine Ausnahme macht „Hitch“ jedoch hier, nach „Lisa Fremont‘s Rückkehr von der Zettel-Aktion“, als man in einer „echten“ Großaufnahme den „Stolz“ im Gesicht von James Stewart erkennen kann, den er hier quasi in Bezug auf Grace Kelly empfindet, die ja den ganzen Film über das Problem & das Gefühl hat, dass sie Stewart imponieren muss], will sie die Reaktion von Thorwald auf den Zettel wissen [Antwort von STELLA: „Es war nicht gerade der Gesichtsausdruck, der ihm zu einem schnellen Bankkredit verholfen hätte“].

Nun beginnt Thorwald in der Wohnung mit der „Kroko-Leder“-Handtasche seiner Frau zu hantieren und Jefferies fällt ein, dass Thorwald während seiner Telefongespräche mit insgesamt 3 Ringen hantiert hat, von denen einer wohl der Ehering von Mrs. Thorwald gewesen sein muss [LISA: „Und das Letzte, was sie zurücklassen würde, wäre ihr Ehering“]. Stella schlägt vor nachzusehen, was im Garten vergraben ist, was bei Fremont für Zustimmung sorgt, während Jefferies sich aus der Sicht der beiden Frauen „zimperlich“ gibt [LISA: „Warum nicht, ich wollte sie schon immer mal treffen, diese Mrs. Thorwald“ // L. B.: „Ich will nur nicht, dass ihr wie der Hund da endet. Das ist alles“].

Schließlich will „Jeff“ Thorwald aber zumindest vor der „Ausgrabung“ aus der Wohnung rausbringen und ruft ihn an und mimt den „Erpresser mit dem Zettel“ und schlägt ein Treffen in der „Bar at the Albert Hotel“ vor [L. B. – ins Telefon: „Kleine geschäftliche Besprechung. Es geht um den Nachlass deiner verstorbenen Frau“], dem Thorwald, der angibt, „von nichts zu wissen“ & lediglich 100$ aufbringen zu können, zustimmt.

Während Fremont & Stella dann, nachdem Lars Thorwald sich auf den Weg zur [für die Zuschauer „unsichtbaren“] Bar gemacht hat, unten im Garten mit einer Schaufel ans Werk gehen, ruft „der Fotograf“, der versprochen hat, die beiden bei einer Rückkehr Thorwalds mit seinem Blitzlicht zu warnen, wiederum Doyle an und will, dass die dort in der Doyle-Wohnung lediglich anwesende Babysitterin dem „Detective“ bei dessen Rückkehr „quite a surprise“ im „Thorwald-Fall“ ankündigen soll.

Anschließend beobachtet Jefferies kurz die Wohnung des Songwriters, der dort gerade von einer mehrköpfigen Band umgeben ist und probt. „Miss Lonelyhearts“ hingegen scheint gerade einen „Abschiedsbrief“ oder dergleichen zu schreiben.

Ein Blick durch die Kamera verrät „dem Fotografen“, dass Stella & Lisa offenbar in dem Blumenbeet nichts finden – was Stella ihm dann auch in Richtung der Fotokamera signalisiert. Plötzlich läuft Fremont von der „Ausgrabungs-Stelle“ weg hin zur Feuerleiter und klettert hinauf bis zu Thorwald’s Balkon und schließlich durchs Fenster in dessen Wohnung [aus den entsetzten Reaktionen von Jefferies: L. B.: „Lisa, was machst du, um Gottes Willen!“ // Anmerkung: Das Grace Kelly macht gefährliche Sachen-Motiv hat Hitchcock dann auch „mithinüber“ in seinen nächsten Film Über den Dächern von Nizza genommen, denn dort bekommt, statt Stewart, Cary Grant die „Abenteuerlust“ von Grace Kelly zu spüren – und das vor allem bei der amüsanten „Autoverfolgungsjagd in der Nähe von Nizza“, bei der Kelly hinterm Steuer sitzt und dermaßen dem Verfolger-Auto davonrast, dass dem „völlig ausgelieferten“ Grant am Beifahrersitz leicht „mulmig“ wird].

Im Thorwald-Apartment durchsucht, so wie „Jeff“ in der Folge wiederum durch die Linse beobachtet, Lisa einen Koffer und findet die Handtasche, die aber leer ist. Die zurückgekehrte Stella meint, dass Jefferies Fremont im Falle einer „Thorwald-Rückkehr“ sofort mit einem Telefonanruf warnen, ihr jedoch bei der „Hausdurchsuchung“ aber noch Zeit lassen soll [LISA: „Geben Sie ihr noch eine Minute!“]. Außerdem bittet „die Pflegerin“ „den Fotografen“ darum, wegen „Miss Lonelyhearts“, die in ihrer Wohnung langsam ernst macht, die Polizei zu verständigen…doch „Miss Einsames Herz“ steht auf einmal vom Tisch auf, bewegt sich zu ihrem Fenster hin und scheint der Musik zu lauschen, die gerade im Apartment des Songwriters produziert wird [STELLA: „Mr. Jefferies, die Musik scheint sie davon abzuhalten“ / im Original: „Mr. Jefferies, the music stopped her“].

Dann jedoch ist auch Lars Thorwald, von seinem „sinnlosen“ Ausflug zum „Albert Hotel“, zurück! Er betritt seine Wohnung [aus den Reaktionen von L. B.: „Oh Gott, Lisa! Lisa!“], entdeckt Fremont aber nicht sofort. Jefferies informiert umgehend per Telefon die Polizei, dass gerade „eine Frau überfallen“ wird, während Thorwald dann „die Einbrecherin“ stellt, die sichtlich versucht, sich für ihre Anwesenheit zu „rechtfertigen“, doch Thorwald packt sie am Handgelenk und Lisa beginnt um Hilfe zu schreien [LISA: „Lassen Sie mich los! Jeff! Jeff!“ / L. B.: „Dieses verdammte Schwein!“]. Nachdem Thorwald auch noch das Licht in dem Apartment ausgemacht hat [LISA – in der Dunkelheit der Thorwald-Wohnung: „Hilf mir doch!“], taucht die Polizei auf und beendet das Treiben, und während sich Thorwald & Fremont „zu erklären“ versuchen, sehen Jefferies & Stella, der eine blickt durch die Kamera – die andere durch das Fernglas, dass Lisa ihnen den Ehering von Mrs. Thorwald, den sie sich an den Finger gesteckt hat, präsentiert. Thorwald jedoch beobachtet die „Präsentation“, die Lisa mit ihrer rechten Hand, die sie hinter ihrem Rücken platziert hat, macht und er blickt schließlich hinüber…direkt in Jefferies‘ Kamera [L. B. – zu STELLA: „Licht aus! Er hat uns gesehen!“].

Kurz darauf wird Lisa abgeführt und „der Fotograf“ schickt „die Pflegerin“ mit einem Großteil der Kaution für „Einbruchsdiebstahl“ los, um Lisa wieder aus dem Polizeirevier zu bekommen. Thorwald hingegen verlässt währenddessen, ohne, dass Jefferies das sieht, seine Wohnung [Anmerkung: So wie Hitchcock bereits vorher schon mal innerhalb von „Rear Window“, und zwar in jener Szene, in der Thorwald mit der „falschen Mrs. Thorwald“ am frühen Morgen das Apartment verlässt, das Publikum quasi „ins Vertrauen“ gezogen hat, so nach dem Motto „Ich zeige euch etwas, was der schlafende James Stewart nicht sieht“, tut er das auch hier, wo Stewart eben nicht mitbekommt, dass Thorwald aus der Wohnung verschwunden ist – der „Meister der Suspense“ macht, mit diesem „Suspense-Trick“, das Publikum zu nichts weniger als zu einem „Komplizen“ und dieses fragt sich unweigerlich: „Was wird passieren, wenn James Stewart herausfindet, was wir längst wissen?“].

L. B. erhält den Rückruf von Doyle [DOYLE – am Telefon & „genervt“: „Na, was ist denn nun schon wieder?“] und „Jeff“ erzählt ihm von der „Lisa im Gefängnis“-Situation sowie von den „Beweisen“, die er mittlerweile gesammelt hat, also: von dem Ehering sowie auch von dem Hund, der etwas im Beet „erschnüffelt“ hat. Dann macht er Doyle klar, dass Thorwald mittlerweile weiß, dass er beobachtet wird, und dass in dem Metallkoffer, mit dem Thorwald seinerzeit seine „nächtlichen Ausflüge“ gemacht hat, wohl doch, und das natürlich „Piece by Piece“, Mrs. Thorwald gewesen sein muss, da „Thorwald’s sämtliche Kleidungsstücke“ offensichtlich noch immer in der Wohnung sind. Schließlich beschreibt er auch Thorwald’s „Telefonier-Verhalten“ im Zusammenhang mit der Postkarte als absurd [L. B. – ins Telefon: „Wenn er ein Ferngespräch mit seiner Frau an dem Tag seiner Abreise geführt hat, nachdem sie in Merrittsville angekommen war, warum hat sie eine Karte geschrieben, auf der stand, dass sie gut angekommen ist? Warum sollte sie das tun?“], was letztendlich auch den „Detective“ überzeugt, der ihm am Ende des Gesprächs versichert, sich sofort um „Lisa’s Problem mit der Polizei“ zu kümmern.

Jetzt erst bemerkt Jefferies die Absenz Thorwalds…und kurz darauf erhält er einen weiteren Anruf und glaubt, dass abermals sein Freund Doyle in der Leitung ist [L. B. – ins Telefon: „Tom, ich glaube, Thorwald ist schon abgehauen, ichHallo?“] – stattdessen legt der Anrufer auf. Jefferies weiß, was das bedeuten kann und bald schon hört er Geräusche, die nahelegen, dass sich jemand im Treppenhaus seinem Apartment nähert. Er steuert den Rollstuhl zurück zum Fenster, nur „bewaffnet“ mit Kamera & ein paar Blitzlichtern.

Thorwald tritt ein und stellt dem -zunächst- schweigenden „Jeff“ einige Fragen [THORWALD: „Was wollen Sie von mir? […] Ein Haufen Geld? Ich hab kein Geld. Sagen Sie etwas! Sagen Sie mir, was Sie wollen? Können Sie mir den Ring wieder beschaffen?“ / L. B.: „Nein, den hat jetzt die Polizei“], bevor er sich dann, in der Dunkelheit des Apartments, auf ihn zubewegt und „der Fotograf“ beginnt, sich mit seinen Blitzlichtern zu „verteidigen“, indem er Thorwald insgesamt 4x „blitzt & blendet“ [Anmerkung: Hitchcock zu Truffaut zum Thema „L. B. Jefferies verteidigt sich am Ende mit Berufs-Equipment“: „Hier haben wir einen Fotografen. Also beobachtet er die andere Seite des Hofes mit dem Werkzeug eines Fotografen, und wenn er sich verteidigen muss, macht er es mit den Instrumenten eines Fotografen, mit dem Blitzlicht. Ich halte es für entscheidend, dass man sich immer der Dinge bedient, die eng mit den Personen und den Orten der Handlung verbunden sind, und ich habe das Gefühl, etwas zu vernachlässigen, wenn ich auf sie verzichte“].

Im Endeffekt bekommt Thorwald Jefferies aber in seine Hände und ein „ungleicher Kampf“ entsteht, bei dem Jefferies, der mitbekommt, dass Doyle & Fremont mittlerweile mit einigen Polizisten bei der Thorwald-Wohnung aufgetaucht sich [L. B.: „Lisa! Doyle!“], aus dem Rollstuhl geschleudert wird und bald quasi „mit der Gefahr abzustürzen aus dem Fenster hängt“.

Die Polizisten eilen, unter den Augen der an den Fenstern & auf den Balkonen versammelten Nachbarn, hinüber zur Jefferies-Wohnung und überwältigen Thorwald – „Jeff“ jedoch stürzt ab und landet, irgendwie „halb aufgefangen“ von zwei Polizisten, unten im Hof, wo sich Fremont, Stella & Doyle umgehend um ihn kümmern.

Ein Kriminalbeamter berichtet schließlich aus dem Fenster der Jefferies-Wohnung Doyle & Co von Thorwald’s Kooperations-Bereitschaft [Ausschnitt: KRIMINALBEAMTER: „Thorwald ist bereit, mit uns eine Rundfahrt auf dem East River zu machen“], wobei sich aber auch herausstellt, dass sich das, was das Hündchen seinerzeit ausgegraben hat, mittlerweile „in einem Hutkarton oben in der Wohnung“ befindet [DOYLE – vor allem zu STELLA: „Wollen Sie’s sehen?“ / STELLA: „Nein, danke, ich will nichts mehr davon wissen“].

Nach einem Zeitsprung sieht man zunächst noch einmal sämtliche von „Jefferies‘ Nachbarn“. So befindet sich „Miss Lonelyhearts“ nun in der Wohnung des Songwriters, der ihr dann seinen Song/seine erste Schallplatte vorspielt, während bei der Thorwald-Wohnung neu ausgemalt wird und auch klar wird, dass das Ehepaar ein neues Hündchen hat, das wiederum mit dem Korb „auf & ab-transportiert“ wird. „Miss Torso“ hingegen bekommt Besuch von einem Soldaten, der offenbar ihr „Boyfriend“ ist, und sie begrüßt ihn überschwänglich. Die Bildhauerin schläft in einem Stuhl im Hinterhof, ganz in der Nähe der Skulptur, die sie „gebildhauert“ hat. Die „Honeymooners“, deren Jalousie fast stets vor das Fenster gezogen war [Grace Kelly einmal zu Jimmy Stewart etwa zur „Halbzeit“ des Films, als Fremont Jefferies die Theorie bezüglich Thorwald noch nicht glaubt & auf das Fenster der „Honeymooners“ verweist: „Wer weiß, vielleicht passieren hinter diesem Fenster viel ominösere Dinge“], sind anscheinend im „Ehe-Alltag“ angekommen [EHEFRAU: „[…] wenn du mir gesagt hättest, dass du deinen Job aufgibst, hätt ich dich nicht geheiratet!“]. 

Der Film endet schließlich mit einem Blick in die Wohnung von L. B. Jefferies, der jetzt zwei Gips-Beine hat. Er schläft, während Lisa Fremont auf dem Bett in der Nähe liegt und in „Abenteuer-Kleidung“ einen „Abenteuer-Roman“ liest. Als sie sicher ist, dass L. B. nichts mitbekommt, greift sie dann zu einer Ausgabe von „Harper’s Bazaar“, in die sie dann mit „echtem Interesse“ blickt [Anmerkung: „Also hier bist du zu Hause. Oh, Mutter wird sich hier wohlfühlen“ (Grace Kelly zu Cary Grant in „To Catch a Thief“) – im Grunde hat der „heiratsunwillige“ James Stewart in Das Fenster zum Hof ja noch „Glück“, denn Cary Grant wird am Ende von Über den Dächern von Nizza damit konfrontiert, dass die in ihn verliebte Kelly gleich mit ihrer Mutter in sein luxuriöses Domizil in Süd-Frankreich einziehen will; aber wie auch immer: Das Grace Kelly in `Adventure-Type-Clothes` & mit `Adventure Novel` in Händen-Ende von Das Fenster zum Hof wurde von einigen mitunter auch als „zynisch“ angesehen, während aber andere Stimmen, so z. B. Curtis Hanson, meinen, dass Hitchcock damit in etwa nur Folgendes signalisieren wollte: „Lisa wird ihre eigenen Interessen & Werte für Jefferies nicht aufgeben“].

 

 

 

 

 

(ENDE der TEILE 1.1 - 1.7.3; Fassungen vom 18.12., 20.12., 22.12., 27.12., 28.12.21, 02.01., 05.01., 09.01. & 11.01.2022)