NO PULP IN THE FICTION: "2"                                          Kapitel "INGLOURIOUS BASTERDS" (TEILE 1.4.1 & 1.4.2 & 1.4.3) [EXPLICIT CONTENT]

 

Kapitel dreiDeutscher Abend in Paris“ [Einblendung über schwarzem Hintergrund] – Paris, 1944. Das Kapitel „GERMAN NIGHT IN PARIS“ [Skript] beginnt damit, dass Shosanna Dreyfus, die nun, „four years after the massacre of her family“ [Einblendung], ein kleines Kino in Paris besitzt, vor ihrem Kino eine Leiter besteigt und anfängt, die Buchstaben auf dem „CINEMA MARQUEE“ [Skript; cinema marquee: „Kino-Vordach“] abzubauen, die das deutsche Bergdrama „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929; Tonfassung: 1935) von Georg Wilhelm Papst mit Leni Riefenstahl angekündigt haben, das anscheinend im Rahmen einer „GERMAN NIGHT“ [Skript] dort gelaufen ist.

Ein junger deutscher Soldat [gespielt von Daniel Brühl] taucht bei dem Kino auf und spricht Shosanna an, worauf eine Unterhaltung auf Französisch entsteht [einige Auszüge: GERMAN SOLDIER: „Ich liebe Ihr Kino. Danke für den `Deutschen Abend`. […] Schön, dass eine junge Französin die Riefenstahl verehrt“ / SHOSANNA: „Verehren ist nicht das richtige Wort für meine Gefühle gegenüber Fräulein Riefenstahl“ // SHOSANNA – angesprochen auf die Tatsache, dass sie den Regisseur G. W. Papst mit „on the cinema marquee“ getan hat: „Ich bin Französin, wir respektieren Regisseure in unserem Land“; Text gemäß den dt. Untertiteln].

Irgendwann im Laufe der Konversation, in der Shosanna dem deutschen Soldaten unter anderem auch mitteilt, dass sie das Kino von einer Tante geerbt hat, fragt dieser dann auch nach dem Namen der jungen Kinobesitzerin, woraufhin Shosanna ihm „excellently forged papers“ [QT- Skript; forged: gefälscht] überreicht, was nicht ganz der „Intention“ entspricht, die den jungen Soldaten zu der Frage bewogen hat [Skript: „That’s obviously not what he meant, but he takes them anyway to read her name“].

Emmanuelle Mimieux. Ein sehr schöner Name“ [GERMAN SOLDIER] – Nachdem er dann also den Namen der Kinobesitzerin herausgefunden hat, stellt er sich selbst dieser als „FREDRICK ZOLLER vor und verabschiedet sich in der Folge von ihr [FREDRICK: „Tja, es war schön mit jemandem zu sprechen, der die Filmleidenschaft teilt“] in die „curfew-imposed night“ [Skript; curfew: Ausgangssperre].

Shosanna blickt ihm hinterher – „She didn’t show it, but he kind of got to her. After all, for any true cinema lover, it’s hard to hate anybody who, CINEMA MON AMOUR“ [Erläuterungen im QT-Skript bezüglich des Effekts, den Zoller’s Auftritt auf „Shosanna Dreyfus“ / „Emmanuelle Mimieux“ hat].

 

 

Ein „FRENCH BISTRO“ [Skript] – Shosanna sitzt an einem Tisch und liest ein Buch [laut Skript: „The Saint in New York“ von Leslie Charteris, also: einen Simon Templar-Roman aus 1935]. Dann taucht Fredrick Zoller, „the young German soldier from the other day“ [Skript], auf und setzt sich zu ihr ins Bistro, eine Tatsache, die einen „Oh no, not this guy again“-Effekt [Quelle: Skript] bei Dreyfus auslöst und sie dementsprechend wenig begeistert [SHOSANNA: „[…] bitte hören Sie auf, mich zu belästigen. […] Wenn Sie verzweifelt eine Französin suchen, versuchen Sie es doch in Vichy“; Vichy: frz. Stadt, von der aus zw. 1940 und 1944 die nicht von den Deutschen besetzten Landesteile Südfrankreichs verwaltet wurden – „Vichy-Regime“; sämtliche Dialoge zwischen „Shosanna“ & „Fredrick“ werden im Bistro wiederum auf Französisch geführt].

Kurz darauf wird Zoller nacheinander von „TWO OTHER GERMAN SOLDIERS“ [Skript] begeistert begrüßt, wobei Zoller sogar ein Autogramm schreiben muss. Shosanna stellt fest, dass er offensichtlich „kein normaler deutscher Soldat“ [SHOSANNA] ist, und in der Folge kommt der Umstand zur Sprache, dass Zoller offenbar den Status eines „German war hero[s]“ [Skript] genießt.

You bet your sweet ass that got her attention“ [QT-Skript-Passage mit Bezug auf das plötzlich geweckte starke Interesse von Shosanna Dreyfus an Zoller] - Schließlich schildert der „Kriegsheld“, der offenbar „the most enemy soldiers in World War Two“ [FREDRICK; gemäß Skript] erschossen hat, seine „Heldentaten“ und gibt Angaben zum  „Bodycount“ [FREDRICK: „Ich befand mich im Glockenturm einer Festungsstadt, allein, mit 1000 Schuss Munition, in einem Vogelnest...gegen 300 feindliche Soldaten“; `Vogelnest`: „Scharfschützen-Jargon“ - hohes Bauwerk mit 360-Grad-Rundumsicht; // SHOSANNA: „Wie viele haben Sie getötet?“ / FREDRICK: „68am ersten Tag. 150am zweiten Tag. 32am dritten Tag. Und am vierten verließen sie die Stadt […]. Man nennt mich den deutschen Sergeant York“; `Sergeant York`: Alvin C. York: US-WKI-Kriegsheld, der in Frankreich einst ein „deutsches Maschinengewehrnest“ im Alleingang bezwungen haben soll – bekannt auch durch den Film Sergeant York von Howard Hawks aus dem Jahr 1941 mit Gary Cooper in der Titelrolle].

Shosanna meint daraufhin, dass man dann wohl bald einen Film über Zoller’s „Heldentaten“ machen wird, was allerdings bereits geschehen ist [FREDRICK – gemäß Skript: „Well, that’s just what Joseph Goebbels thought. So he did. It’s called `Nation’s Pride` […]“], und zwar mit Zoller selbst in der Hauptrolle. Die Premiere von „Stolz der Nation“ ist, wie sich dann herausstellt, auch der Grund für Zoller’s Aufenthalt in Paris, da Goebbels die Premiere eben hier stattfinden lassen will [FREDRICK: „Joseph glaubt, der Film wird sein Meisterwerk. Und dass ich der deutsche Van Johnson werde“; Van Johnson (1916-2008): US-amerikanischer Schauspieler, der nach dem 1943er-Kriegsfilm Kampf in den Wolken, wo er unter der Regie von Victor Fleming und als Co-Star von Spencer Tracy zu sehen war, zu einem der kassenträchtigsten Hollywood-Stars der 40er-Jahre aufstieg].

Der Umstand, dass Zoller Goebbels „Joseph“ nennt, rückt bei Shosanna Dreyfus die Dinge in Bezug auf den jungen Soldaten, dessen „charming manner“ [Skript] hin oder her, wieder zurecht [zugehörige QT-Skript-Passage: „[…] his referring to Goebbels as `Joseph`, like they’re friends, is all she needs to get on the right side of things. This young man is trouble with a capital T, and she needs to stay far fucking away from him“].

Sie steht auf und verlässt abrupt das Bistro [SHOSANNA: „Viel Glück für die Premiere. Alles Gute für Joseph und Sie“].

 

 

Am nächsten Tag ist Shosanna Dreyfus wieder dabei, die Buchtstaben auf dem besagten „CINEMA MARQUEE“ auszutauschen, um diesmal einen Film des französischen Regisseurs Henri-Georges Clouzot anzukündigen [Anm.: H. - G. Clouzot (1907-1977) lieferte in den 50er-Jahren dann Allzeit-Klassiker des französischen Kinos wie Lohn der Angst oder Die Teuflischen ab]. Nachdem sie, von der Leiter aus, auch ein paar Worte mit ihrem Mitarbeiter, dem „black projectionist“ [Skript] MARCEL, gewechselt hat, der dann in das Kino geht, taucht eine „BLACK NAZI SEDAN“ auf, aus der ein „GERMAN MAJOR in a black Gestapo uniform“ [Quellen: Skript; sedan: US-Bezeichnung für „Stufenhecklimousine“] aussteigt.

Der Gestapo-Major befiehlt dem Fahrer, „Mademoiselle Mimieux“ mitzuteilen, zu dem Wagen zu kommen [FAHRER - auf Französisch: „Kommen Sie runter, bitte“], bevor der Gestapo-Mann, der sich später als „Major Hellstrom“ [gespielt von August Diehl] vorstellen wird, nach kurzem Hin und Her, Shosanna dazu „eindeutig auffordert“, in den Wagen zu steigen [GESTAPO MAJOR – „plötzlich ungehalten“ & auf Deutsch: „Beweg deinen Arsch ins Auto!“].

Shosanna Dreyfus wird schließlich ins „Maxim’s“ gebracht, einem berühmten Pariser Café – „It takes the young Jewess a moment or two before she realizes she’s not being led to a Gestapo interrogation room, a railroad car, or a concentration camp, but to lunch“ [QT-Skript; interrogation: Verhör].

Dort warten an einem Tisch „DR. JOSEPH GOEBBELS The number two man in Hitler’s Third Reich“ [Einblendung] sowie dessen Französisch-Dolmetscherin & Geliebte Francesca Mondino [gespielt von Julie Dreyfus - der „Sophie Fatale“ aus dem KILL BILL-Epos], Mondino‘s „TWO BLACK FRENCH POODLES“ [Skript], die mit am Tisch sitzen dürfen, und Fredrick Zoller.

WE SEE JUST A SUPER-QUICK SHOT OF Goebbels FUCKING Francesca DOGGY-STYLE“ [Skript] – Bevor durch eine ganz kurze Sequenz nochmals „verdeutlicht“ wird, dass Mondino „Goebbels’s favorite French mistress, to act in his bed“ [Quelle: Skript] ist, stellt Zoller Shosanna dem Propagandaminister vor [FREDRICK: „Emmanuelle Mimieux, darf ich vorstellen, der Propagandaminister. Chef der gesamten deutschen Filmindustrie und nun, da ich Schauspieler bin, mein Arbeitgeber […]“; „Dr. Joseph Goebbels“ wird von Sylvester Groth verkörpert].

Shosanna muss schließlich an Goebbel’s Tisch Platz nehmen und Mondino übersetzt das, was Goebbels sagt, dann umgehend ins Französische. Goebbels gibt sich in der Folge gegenüber Zoller von dessen „Standing“ in Paris beeindruckt [GOEBBELS: „Ich reise in Frankreich an und möchte mit meinem Star zu Mittag essen. Aber nichts da. Er ist zum gesellschaftlichen Ereignis von Paris geworden und jetzt muss er Zeit für mich haben. […] Ich warte auf den Führerund den Schützen Zoller“/gemäß Skript: „For the Führer and Private Zoller, I wait“], bevor er zu dem Grund kommt, warum man Dreyfus zu ihm ins „Maxim’s“ gebracht hat, denn: Zoller hat Goebbels vorgeschlagen, die Premiere von „Stolz der Nation“ im Kino von „Mademoiselle Mimieux“ stattfinden zu lassen.

Da Goebbels skeptisch ist, „Private Zoller’s film premiere“ [Quelle: Skript] zu verlegen, und das noch dazu in ein Kino, das weit weniger Logen & Sitzplätze hat als „The Ritz“ [GOEBBELS], hält Zoller eine Art „Überzeugungsrede“, um „Germany’s minister of propaganda“ [Skript] umzustimmen [FREDRICK: „[…] Zum Teufel mit den Franzosen! Das ist ein deutscher Abend, eine deutsche Veranstaltung, […] ein deutsches Fest […]“].

Mir scheint, ich habe ein Monster geschaffen […]. Wenn der Krieg vorbei ist, dann wartet die Politik“ [GOEBBELS; Skript-Version: „It appears I’ve created a monster. […] When the war’s over, politics awaits“] – Goebbels gibt sich von den „Redekünsten“ seines „Neo-Filmstars“ begeistert und möchte, sozusagen als „Testlauf“, am Abend eine Privatvorstellung in „Mademoiselle Mimieux’s“ Kino mit deutschen Filmen.

Als er fragt, welche deutschen Filme ihr überhaupt zur Verfügung stehen,…taucht hinter Dreyfus jemand in einer grauen SS-Offiziers-Uniform auf und GOEBBELS sagt: „Ah, Landa, da sind Sie ja!

 

 

 

 

(ENDE der TEILE 1.4.1 & 1.4.2 & 1.4.3; Fassungen vom 11.02.2021 & 14.02.2021)