NO PULP IN THE FICTION: "2"                                          Kapitel "INGLOURIOUS BASTERDS" (TEILE 1.6.1 & 1.6.2 & 1.7) [EXPLICIT CONTENT]

 

Du hast nicht gesagt, dass wir uns in einer verschissenen Kellerbar treffen. […] Ein Keller bringt n‘ Haufen Schwierigkeiten, zum Beispiel: Man kämpft in einem Keller. […] Man muss kein West Point-Stratege sein...die Idee mit dem Keller war dumm“ [LT. ALDO zu LT. HICOX – über die „basement tavern La Louisiane“, welche die Basterds & Hicox von einem Haus „in the Village of Nadine“ (Quellen: Skript) aus zunächst observieren].

Tatsächlich entpuppt sich das Treffen mit „UFA diva“ Bridget von Hammersmark, die in der Taverne im Dorf Nadine auf die „Basterds“ wartet und dabei „dressed […] in a chic, forties-style woman’s suit, complete with fedora“ ist [Quellen: Skript; Fedora-Hut: weicher Filzhut mit breiter Krempe, längs an der Krone nach unten genickt sowie an der Vorderseite beidseitig eingekniffen], als wahres Desaster, denn: Die Taverne ist ganz und gar kein „abgeschiedener Ort, an dem sich keine Deutschen befinden“ [LT. HICOX zu LT. ALDO], sondern im Grunde gefüllt mit einer Reihe betrunkener deutscher Soldaten sowie einer deutschen Soldatin, die allesamt mit Bridget von Hammersmark an einem Tavernen-Tisch ein Spiel spielen, bei dem der Mitspieler eine Karte auf die Stirn geklebt bekommt, auf der sich der Name einer berühmten Person/Figur befindet, die entweder erfunden oder real ist (z. B. Winnetou oder Mata Hari), wobei man sich dann selbst mit diversen „Fragen an die Runde“ gleichsam „vortasten“ muss, um Hinweise auf die Person/Figur zu erhalten, die einem da auf der Stirn klebt - der Name der prominenten und zu erratenden Person/Figur, der auf der „Stirn-Karte“ steht, wird quasi von der Nebenfrau/dem Nebenmann, die/der mit einem am Tisch sitzt, festgelegt, da diese/dieser den Namen eben auf die Karte schreibt und die Karte dann an die Person direkt daneben weitergibt.

Hicox, Wicki & Stiglitz, gekleidet in SS-Uniformen, betreten irgendwann die Taverne und Bridget von Hammersmark setzt sich zu ihnen und informiert die drei, im Rahmen der „Operation Kino“, über die Verlegung der „Stolz der Nation“-Kino-Premiere [BRIDGET: „Das Kino ist ausgetauscht worden“], wobei sie anmerkt, dass der Sprengstoff für das „Ritz“ in dem kleineren Kino ohnehin eine „doppelte Wirkung“ [BRIDGET] haben müsste. Schließlich erwähnt sie noch etwas wahrlich Erwähnenswertes, nämlich, dass auch Adolf Hitler persönlich an der Premiere teilnehmen wird [BRIDGET – gemäß Skript: „The Führer will be attending tomorrow“].

Nachdem ein Oberfeldwebel namens WILHELM [gespielt von Alexander Fehling], der die Geburt seines Sohnes „Max“ in der Taverne feiert und mit der „German celebrity“ [QT-Skript] Hammersmark zuvor schon das besagte „Karten-Spiel“ gespielt hat, die „vier alten Bekannten/Freunde“ im betrunkenen Zustand dann „belästigt“ und Hicox’s „ungewöhnliche Art zu reden“ [WILHELM] bemerkt hat, schaltet sich plötzlich auch MAJOR HELLSTROM ein (also: derjenige, der Shosanna seinerzeit zu Goebbels ins „Maxim’s“ gebracht hat), welcher schon die ganze Zeit über etwas „versteckt“ in einem hinteren Bereich der Taverne zugegen war.

Der Gestapo-Mann Hellstrom, „the highest-ranking officer in the room“ [Skript], dem eine schließlich ausgesprochene „Zurechtweisung“ des betrunkenen & aufdringlichen Oberfeldwebels durch den sich „merkwürdig artikulierenden SS-Offizier“ Hicox irgendwie aufgestoßen hat, will in der Folge ebenfalls mehr über die Herkunft von Hicox wissen, der für ihn eher, ganz im Gegensatz zu dem eindeutig zuordbaren Deutsch von Wicki & Stiglitz, wie ein „Hauptsturmführer Heimatlos“ [MAJOR HELLSTROM] klingt.

Hicox tischt ihm die Lüge auf, dass er in einem Dorf „in the shadow of Piz Palu“ [LT. HICOX – gemäß Skript] geboren wurde, wo angeblich alle so reden, und außerdem in dem besagten „Riefenstahl film“ [Skript] mitgespielt hat [Anm.: Gemeint ist eben jener G. W. Papst & Leni Riefenstahl-Film, der im Kino von „Emmanuelle Mimieux“ im Rahmen der „German Night“ gelaufen ist].

Die ganze Situation eskaliert, als Hicox, nachdem Hellstrom alle noch zu einer Partie des „Karte klebt auf der Stirn-Karten-Spiels“ genötigt hat, auf „Anregung“ des Gestapo-Majors hin „drei Gläser“ [LT. HICOX] Scotch bestellt und die „Drei“ dabei nicht, nach deutscher Art, mit Daumen, Zeige- & Mittelfinger anzeigt, sondern mit Zeige-, Mittel- & Ringfinger, was eben ganz und gar nicht „germanischen Gepflogenheiten“ entspricht [MAJOR HELLSTROM – zu LT. HICOX: „Sie sind so deutsch wie dieser Scotch“].

Sag deinen Nazi-Eiern auf Wiedersehen!“ [STIGLITZ] – Stiglitz, ohnehin am Tisch und in der Nähe von Hellstrom bereits geplagt von Erinnerungsbildern an die Folter durch die Gestapo, die [ähnlich wie im KILL BILL-Epos] im Rahmen eines „SPAGHETTI WESTERN FLASHBACK[S]“ [QT-Skript] präsentiert werden, ist der Erste, der in der entstandenen „Mexican Standoff-Situation unter dem Tavernen-Tisch“, wo plötzlich alle ihre Pistolen aufeinander richten, loslegt.

Schließlich sterben im Kugelhagel [Auswahl zugehöriger Skript-Passagen: „STIGLITZ FIRES into HELLSTROM‘S BALLS… / As does HICOX, HITTING not only Hellstrom, but BRIDGET as well / HELLSTROM FIRES into HICOX’s BALLS and KNEECAPS / STIGLITZ then JUMPS over the table and begins STABBING HELLSTROM with the DAGGER“; dagger: Dolch] sowohl Hicox & Hellstrom als auch Wicki & Stiglitz, außerdem alle anderen deutschen Soldaten (mit Ausnahme von Oberfeldwebel Wilhelm) sowie der Tavernen-Besitzer Eric & die Kellnerin Mathilda [gespielt von Christian Berkel & Anne-Sophie Franck] – Bridget von Hammersmark überlebt mit einer Schussverletzung am linken Bein.

In der Folge entsteht eine Art zweite Mexican Standoff-Situation - und zwar diesmal mit Aldo Raine, der dort in der Taverne auftaucht, und Bridget von Hammersmark auf der einen Seite und dem sich hinter der Bar befindenden Oberfeldwebel Wilhelm, der von Aldo dann „WILLI“ genannt wird und eine Maschinen-Pistole in Händen hält, auf der anderen.

„[…] Bridget lifts up Major Hellstrom’s WALTHER and EMPTIES the remaining bullets into Sgt. Willi, who FALLS to the floor, DEAD“ – Nachdem Hammersmark also Wilhelm erschossen hat, wird die verletzte Film-Diva aus der „La Louisiane“-Taverne geschleppt, die sich den „Basterds“ eher als „Kellerbar voller Nazis“ [LT. ALDO – später zu BRIDGET] präsentiert hat.

In den Räumlichkeiten eines Veterinärmediziners wird Hammersmark in der Folge von einem misstrauischen Aldo Raine und seinen verbliebenen „Basterds“ befragt, die wissen wollen, was in der Taverne eigentlich schiefgelaufen ist. Die angeschossene Schauspielerin teilt ihnen die Neuigkeiten bezüglich der Film-Premiere mit [BRIDGET: „Der Führer erscheint zur Premiere“], was Raine zu gewissen Gedankenspielen animiert [LT. ALDO: „Ich überlege, was für ein Trip das wäre, wenn wir Onkel Adolf gleich mitabhalftern“; im Skript sagt der „US-Amerikaner“ LT. ALDO: „I’m thinking getting a wack at plantin‘ ole Uncle Adolph makes this a horse of a different color“].

Schließlich einigt man sich mit Hammersmark, deren Bein aber noch verarztet werden muss [LT. ALDO: „Der Hunde-Doktor da schneidet dir die Kugel aus deinem Huf und gipst ihn hübsch ein. Und dann denkst du dir `ne schöne Bergsteiger-Unfall-Geschichte aus. […] Wir füllen dich mit Morphium ab bist du schielst und dann humpelst du ganz schick über den `rouge teppiche`“], darauf, dass Aldo, Donny Donowitz & ein weiterer „Basterd“ namens Omar [gespielt von Omar Doom, der in Death Proof die Figur des „Nate“ spielte] gemeinsam mit Hammersmark die „Stolz der Nation“-Filmpremiere besuchen werden.

Die drei „Basterds“ werden dabei „italienische Filmschaffende in Smokings“ mimen, da Aldo sich einbildet, recht gut Italienisch zu sprechen oder zumindest noch „am besten“ von allen dreien [LT. ALDO – seinerzeit bei der „Ansprache“ an seine „Basterds“ in England über seinen „Italien-Bezug“ & gemäß Skript: „But I sure as hell didn’t come down from the goddamn Smoky Mountains, cross five thousand miles of water, fight my way through half Sicily, and then jump out of a fuckin‘ air-o-plane to teach the Nazis lessons in humanity“], gefolgt von Donowitz, der offenbar auch ein paar Worte kann. Die Bedenken von Omar, der laut Raine „am drittbesten“ Italienisch spricht, schlägt der Lieutenant in den Wind [OMAR: „Ich spreche kein Italienisch“ / LT. ALDO: „Sag ich doch, am drittbesten“].

 

 

Zurück in der „basement tavern“ – COL. LANDA wirft einen Blick auf die Leichen in der Taverne „La Louisiane“, was ihm bei der Leiche von Stiglitz ein Lächeln auf das Gesicht „zaubert“ [COL. LANDA – mit österreichischem Akzent: „Ahhh, Hugo, simmer aufgestiegen in der Welt? Da schau her, `Herr Obersturmführer`. Und mit Ihrer Geschichte an Insubordination – wirklich bemerkenswert“]. Dann wendet er sich der Leiche von Wicki zu, dem zweiten ums Leben gekommenen „deutschstämmigen Mitglied der Basterds“ [COL. LANDA - zu seinen Begleitern: „Und der heißt Wilhelm Wicki. Das ist ein österreichischer Jude, der in die Vereinigten Staaten emigriert ist, wie die Lage begonnen hat, sich für die Israeliten einzutrüben“ / Skript-Version: „[…] when things began turning sour for the Israelites“; sour: „verdrießlich“].

Kurz darauf stößt Landa auf einen auf dem Boden herumliegenden „clean shoe“ [Skript; COL. LANDA: „Mir scheint, da fehlt jemand. Jemand `fashionables`“], der Bridget von Hammersmark gehört, was der SS-Colonel umgehend vermutet, da er dann auch ein Tuch aus dem Besitz des Oberfeldwebels Wilhelm findet, auf das Hammersmark in der Taverne nach dem „Karten-Spiel“ eine Widmung & ein Autogramm für den neugeborenen Sohn des von ihr schließlich Erschossenen geschrieben hat – „Für Max Alles Liebe Bridget von Hammersmark“.

Landa betrachtet das Tuch, auf dem sich außerdem ein Lippenstift-Kussmund des deutschen Filmstars befindet, und küsst es selbst. Danach wird das fünfte & finale Kapitel angekündigt: „CHAPTER FIVE…REVENGE OF THE GIANT FACE“ [gemäß Skript].

 

 

Das finale Kapitel, „Die Rache des Riesengesichts“, beginnt damit, dass sich Shosanna auf die „last night of her life“ vorbereitet, und das in einem Raum über dem Kino und gekleidet für die Premiere in einem „attractive forties-style dress“ [Quellen: Skript] – einige kurze Rückblenden zeigen dazwischen, wie Shosanna & Marcel [gespielt übrigens von dem Die weiße Massai-Star Jacky Ido] mit ihrem Equipment den geplanten Film gedreht haben, der bei der „Stolz der Nation“-Uraufführung sozusagen seine „Überraschungs-Premiere“ erleben wird (die genauen Abläufe, an welcher Stelle von „Stolz der Nation“ die Filmrolle Nr. 4 mit der „Eigenproduktion“ zum Einsatz kommen soll, besprechen SHOSANNA & MARCEL dann später nochmal in einer Sequenz, die in der Projektionskabine des Kinos spielt – als adäquater Zeitpunkt, an dem Marcel außerdem sämtliche Türen zum Kinosaal verriegeln soll, wird von Shosanna der „big sniper battle“ [Skript] festgelegt, in dem „Der Schütze Zoller“ gegen Ende von Filmrolle Nr. 3 sozusagen seinen großen Auftritt hat).

Nachdem sie auch noch einen „very fashionable forties-style“-Hut inklusive Netzschleier aufgesetzt sowie sich mit einer „small GUN“ [Quellen: Skript] ausgestattet hat, verlässt sie den Raum, schreitet hinaus und überblickt das Premieren-Geschehen in der Lobby ihres Kinos [Anmerkung: Gleichsam als „Shosanna’s Rache-Song“, der „Shosanna“ Mélanie Laurent quasi von ihren Räumlichkeiten bis hinaus „at the top of the staircase of the lobby“ begleitet, fungiert an der Stelle im Film David Bowie’s suggestives „Cat People (Putting out Fire)“, den sich Tarantino quasi für seinen Inglourious Basterds-Soundtrack aus dem Paul Schrader-Horrorthriller Katzenmenschen von 1982 „geborgt“ hat – „And I’ve been putting out the fire with gasoline / Putting out the fire / With gasoline“].

Shosanna sichtet in der für die Premiere mit Hakenkreuzen und griechischen Nackt-Statuen „verzierten“ Lobby diverse „Nazi-Größen“ wie Hermann Göring, bevor Zoller sie dann noch kurz einer „Koryphäe der Propaganda-Film-Industrie“, nämlich dem Schauspieler Emil Jannings, vorstellt, der sich gerade mit Goebbels, dessen Dolmetscherin Francesca Mondino und eben Zoller selbst unterhält [FREDRICK – auf Französisch: „Darf ich vorstellen, der größte Schauspieler der Welt...Emil Jannings“; Anm.: Emil Jannings (1884-1950), bekannt vor allem durch den Josef von Sternberg-Marlene Dietrich-Klassiker Der blaue Engel von 1930, wurde von den Alliierten nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, wegen seines Nahverhältnisses zu den nationalsozialistischen Machthabern und vor allem zu Joseph Goebbels, mit einem lebenslangen Auftrittsverbot belegt].

„[…] the master race in all their finery“ [QT-Skript; finery: „Aufputz“] wird währenddessen aber auch von Oberst Landa beobachtet, der umgehend die „vier Saboteure“ in der Menge sichtet, nämlich Bridget von Hammersmark, Aldo Raine, Donny Donowitz & Omar Ulmer.

Landa steigt die Treppen hinunter und begrüßt in der Folge Hammersmark und die drei „Basterds“, die in Smokings gekleidet sind, wobei Landa die Film-Diva natürlich umgehend auf ihr eingegipstes linkes Bein anspricht [BRIDGET: „Oberst Landa, es ist lange her. Schneidig wie eh und je“ / COL. LANDA: „Also, was ist mit Ihrem wunderschönen Bein geschehen? Ein Nebenprodukt der Arschtritte, die Sie in der deutschen Filmwelt austeilen, zweifelsohne“ / BRIDGET: „Sparen Sie sich Ihre Komplimente, Sie alter Hund“; die Konversation zwischen Landa & Hammersmark wird natürlich auf Deutsch geführt].

Schließlich tischt Hammersmark dem SS-Colonel tatsächlich eine „Unfall beim Bergsteigen“-Geschichte auf, was Landa [COL. LANDA: „Bergsteigen? Dabei haben Sie Ihr Bein verletzt? Beim Bergsteigen?“] zu einem Lachanfall animiert [Anm.: Das „UPROARIOUS LAUGHTER“, wie es im Skript heißt und in das Landa ausbricht, ist eines der Höhepunkte der COL. LANDA-Szenen des Films. Kommentar der „Bridget von Hammersmark“-Darstellerin Diane Kruger dazu in der Doku „Tarantino – The Bloody Genius“, wo sie, Drehbuch hin oder her, den „Überraschungseffekt“ beschreibt, den Waltz’s Lachen für sie hatte: „Diese Szene hatten wir nie geprobt. Ich war sehr überrascht, als er so verrückt wurde und übertrieben lachte. Ich glaube, das sieht man mir an. Christoph hatte sich gerade in seiner Rolle gefunden. Er wusste, wie er den Oberst spielen wollte“].

Als Landa gleichsam seine „Fassung“ wiedergefunden hat, setzt er das „Verhör“ fort, wobei Hammersmark, auf Landa’s Nachfrage hin [COL. LANDA: „Vergeben Sie mir, gnädiges Fräulein, ich wollte mich nicht über Ihr Unglück lustig machen. […] Jetzt bin ich aber neugierig. […]. Der Gips ist so frisch wie mein alter Onkel Gustav. Wann habns den Berg bestiegen, gestern Nacht?“], als Bergunfall-Zeitpunkt „gestern Vormittag“ angibt, ein Umstand, der den SS-Mann nochmal zusätzlich bezüglich des „Standortes des Berges“ nachfragen lässt [COL. LANDA: „Wo genau in Paris ist dieser Berg?“] – der verunsicherten Film-Diva fällt darauf keinerlei Antwort mehr ein.

Ich mach doch nur Scherze. Gnädiges Fräulein, Sie kennen mich doch, meine Scherze sind a bissl grob. Wer sind denn Ihre drei feschen Begleiter?“ – COL. LANDA lässt Hammersmark dann gleichsam wieder „off the hook“ [Skript], welche folglich auch ihre „ausschließlich italienisch sprechenden Begleiter“ vorstellt, nämlich die Filmschaffenden „Enzo Gorlomi“ (Aldo Raine), „Antonio Margheriti“ (Donny Donowitz) & „Dominick Decocco“ (Omar Ulmer).

Landa, der offenbar auch ganz gut Italienisch spricht, geht dann den „Italienisch-Kenntnissen“ der drei „Basterds“ auf den Grund, indem er vor allem deren Aussprache testet, was dadurch geschieht, dass er sie zum Beispiel ihre Namen einfach wiederholen lässt [COL. LANDA – auf Italienisch & als Donowitz seinen Namen „Margheriti“ mehrmals hintereinander aussprechen muss: „Nochmal. Aber diesmal möchte ich die Musik darin hören“].

Schließlich entlässt der SS-Mann Donowitz & Ulmer in den Kinosaal, wo sich bereits diverse weitere „Nazi-Größen“ wie Martin Bormann tummeln [Anm.: Auf „Martin Bormann“ wird, wie auf „Hermann Göring“ zuvor in der Lobby, mit der Hilfe eines im Bild eingeblendeten „Pfeils inklusive Namens des Top-Nazis“ hingewiesen]. Unter ihren Anzughosen, um Waden & Schienbeine geschnallt, tragen Donowitz & Ulmer, wie kurz enthüllt wird, Sprengstoff.

Als LT. ALDO & BRIDGET ebenfalls in den Saal wollen, da die Vorstellung eben bald beginnt, nötigt sie Landa noch zu einem Glas Champagner, bevor er plötzlich den Wunsch äußert, mit Hammersmark unter vier Augen sprechen zu wollen [COL. LANDA: „Gnädiges Fräulein, dürft ich Sie unter vier Augen sprechen?“].

Landa & die Film-Diva gehen in der Folge in „Shosanna’s cinema manager‘s office“, während Aldo Raine in der mittlerweile fast leeren Lobby zurückbleibt – umgeben von „Nazi guards/ushers“ [Quellen: Skript; ushers: Platzanweiser].

Hammersmark muss auf einem Stuhl Platz nehmen und Landa setzt sich ebenfalls auf einen Stuhl direkt gegenüber. Dann hat er ein Ansinnen bezüglich ihres rechten Fußes, welches sie in „Verlegenheit“ [BRIDGET] bringt: „Lassen Sie mich Ihren Fuß sehen. Legen Sie Ihren Fuß auf meinen Schoß“ [COL. LANDA].

Nachdem „[t]he nervous fräulein“ das gemacht hat, entfernt Landa ihren Schuh, „[l]eaving only the fräulein’s bare foot“ [Quellen: Skript]. Dann muss Hammersmark in die rechte untere Manteltasche Landas greifen, in der sich der „pretty dress shoe the fräulein left behind at La Louisiane“ [Skript] befindet.

Landa zieht ihr den Schuh an und…er passt – „Voila. Wie heißt es bei Aschenputtel noch gleich? `Die rechte Braut also führt er heim`“ [COL. LANDA].

Hammersmark ist überführt – und nach einem „Was jetzt, Oberst?“ [BRIDGET] springt Landa auf und erwürgt den deutschen Filmstar mit bloßen Händen [Auswahl aus den zugehörigen Skript-Passagen zu diesem „gewalttätigsten/brutalsten Akt, den ein Mensch verüben kann“, so wie das QT sogar in seinem Drehbuch, und dort natürlich auf Englisch, kurz anmerkt: „Hans LUNGES forward, putting his strong mitts around Bridget von Hammersmark’s lily-white, delicate neck, and with all the violence of a lion in mid-pounce, SQUEEZES with all his MIGHT. […] Landa never releasing his GRIP around her throat. Now fully on top of her, he BEARS DOWN, SQUEEZING THE VERY LIFE OUT OF HER. […] She’s dead“; to lunge forward: nach vorne springen; mid-pounce: „Löwen-Kampfpose“; squeezing: drücken, quetschen; to bear down: niederdrücken // Anmerkung: Die Hände, die in der Landa erwürgt Fräulein von Hammersmark-Szene in Großaufnahme im Bild zu sehen sind, sind übrigens nicht jene von Christoph Waltz, denn: es sind jene von Quentin Tarantino höchstpersönlich - was einen bestimmten Hintergrund hat, von dem in der „Tarantino – The Bloody Genius“-Doku wiederum Diane Kruger berichtet: „Ich bin in meinem Wohnwagen und Quentin kommt rein und sagt: `Ich traue Christoph nicht zu, dass er dich umbringt, also mach ich es selbst`. Quentin ist dreimal so groß wie Christoph. Seine Hände sind dreimal größer. Ich dachte, falls ich sterbe, dann wenigstens durch Quentin Tarantino’s Hände“].

Danach, als er sich kurz „gesammelt“ und seine „Kontrolle“ wiedererlangt hat, greift er zum Telefonhörer und ordnet die Verhaftung von Aldo Raine an [COL. LANDA – ins Telefon: „Der Kerl im weißen Smoking“], was dann auch umgehend in der Lobby geschieht.

 

 

 

(ENDE der TEILE 1.6.1 & 1.6.2 & 1.7; Fassungen vom 23.02.2021 & vom 26.02.2021)